Frühjahrsputz

Ein Dorf macht sich schön

Papier, Plastik und Glas: Rund 30 Dorfbewohner haben sich am Sonnabend bei der Aktion „Embsen räumt auf“ auf die Jagd nach Müll in ihren Straßen gemacht. Dabei wurde allerhand Unrat aufgespürt und beseitigt.
24.03.2019, 17:01
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Von Lukas Warnecke
Ein Dorf macht sich schön

Die Familie Elfers – Vater Erik (von links), Tochter Marieke, Mutter Maren und Sohn Wilke – machten beim Frühjahrsputz gemeinsame Sache.

Sebi Berens

Umweltverschmutzung innerhalb der Städte stellt ein wachsendes Problem dar. Aber auch die Dörfer haben damit zu kämpfen. Die Achimer Ortschaft Embsen bildet da keine Ausnahme. Deshalb hat die Dorfgemeinschaft vor einem Jahr die Aktion „Embsen räumt auf“ ins Leben gerufen. Und so kamen am Sonnabendmorgen knapp 30 ehrenamtliche Helfer zusammen, um ihre Straßen vom Müll zu befreien. Damit orientiert sich die Ortschaft an ähnlichen Aktionen wie in Baden oder Bremen.

In diesem Jahr geht die Aktion „Embsen räumt auf“ derweil schon in die zweite Runde. Im Jahr zuvor war das Projekt von Ratsfrau Isabel Gottschewsky angestoßen worden. „Alle waren gleich ganz positiv dabei“, erzählte sie im Rande des Frühjahrsputzes von der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Vereinen. Unterstützt wird „Embsen räumt auf“ unter anderem von der örtlichen Feuerwehr und einer Bäckerei, die mit Verpflegung aushilft. „Es war letztes Jahr viel Müll, wie man leider sagen muss“, meinte Gottschewsky zum Erfolg im Jahr 2018. Hilfe erhält Isabel Gottschwsky von Daniel von Salzen, dem Ortsbrandmeister von Embsen. Treffpunkt für alle Teilnehmer war das große Feuerwehrhaus, wo sich auch alle Teilnehmer ihre Ausrüstung abholen konnten.

Bevor es jedoch losgehen konnte, wurden die freiwilligen Helfer auf die verschiedenen Strecken aufgeteilt. Dabei zeigten die Embsener Eigeninitiative und gaben selber Orte an, wo ihnen besonders viel Verschmutzung aufgefallen war. Nachdem sich jede Gruppe mit Zangen, Warnwesten und Müllsäcken bewaffnet hatte, konnte es losgehen. Die freiwillige Feuerwehr half mit einem großen Anhänger für den anschließenden Abtransport des gesammelten Mülls aus.

Trotz dichter grauer Wolken blieben alle Müllsammler an diesem Sonnabend trocken. Das war auch nötig, denn Arbeit gab es für die Bewohner Embsens genug. Papier, Plastik und Glas, all das galt es auf dem Weg einzusammeln. Immer in Gruppen von bis zu vier Leuten wurden die Haupt- und Landstraßen nach unrechtmäßig entsorgtem Abfall abgesucht. Sogar zwischen großen Müllcontainer gab es etwas zu finden. Neben typischem Müll wie Lebensmittelverpackungen und Zigarettenstummeln gab es auch besondere Stücke wie zum Beispiel eine halbe Haarbürste und sogar noch Überreste von Raketen des bereits mehr als zwei Monate zurückliegenden Silvesterabends.

Immer wieder kamen Anwohner auf die Straße, um sich den Frühjahrsputz aus der Nähe anzusehen. Dabei freuten sich die meisten über die Säuberungsaktion. „Es ist wirklich schlimm“, sagten sie über die Verschmutzung in ihren Straßen. Neben den Helfern aus den Vereinen waren es vor allem viele Familien, die bei der Aktion „Embsen räumt auf“ mithalfen. Darunter auch die Familie Elfers, bestehend aus dem Ehepaar Maren und Erik sowie ihren Kindern Wilke (sechs Jahre alt) und Marieke (zwei Jahre alt).

Neben den Eltern waren es die Kinder, die tatkräftig mit Zangen und Handschuhen jedes noch so kleine Teil aufspürten und entsorgten. „Wenn jeder ein kleines Bisschen macht, wird es am Ende des Tages schön“, meinte Maren Elfers. „Es ist nur ärgerlich, dass die, die es verursachen, es nicht beseitigen.“ Vor allem ist es dem Paar aber wichtig, für Kinder ein gutes Vorbild zu sein. „Man bringt es durch Vorleben bei, nicht durch Erzählen“. Der kleine Wilke bestätigte, dass ihm die Arbeit bei „Embsen räumt auf“ Spaß machen würde.

Gegen Mittag fanden sich dann alle Gruppen wieder am Ausgangspunkt ein. Dort konnten die kaputten Müllsammler sich noch mit einem Stück Kuchen, Süßigkeiten oder einem Kaffee stärken.

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