25 Jahre Kreisfrauenrat Verden Ein Festakt für die Frauengeschichte

Am 19. Januar, und damit exakt 100 Jahre nach der Geburt des Frauenwahlrechts, feiert der Kreisfrauenrat Verden in Achim sein 25-jähriges Bestehen. Es gibt einen Festakt, ein Theaterstück und eine Disco.
10.01.2019, 17:04
Lesedauer: 3 Min
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Ein Festakt für die Frauengeschichte
Von Kai Purschke

Doppelsause im Achimer Kasch: Nicht nur, dass der Verdener Kreisfrauenrat sein 25-jähriges Bestehen feiern kann, auch 100 Jahre Frauenwahlrecht sollen auf der Veranstaltung am Sonnabend, 19. Januar, gewürdigt werden. „Wir wollen mit dem doppelten Jubiläum angemessen feiern, was mutige Frauen vor 100 Jahren für uns erstritten haben“, sagt Karin Labinsky-Meyer, Vorsitzende des Kreisfrauenrates. Auch heute gelte es, die Rechte von Frauen durchzusetzen und zu behaupten. Sonst bestehe die Gefahr, dass das Erkämpfte wieder rückgängig gemacht werden könnte. „Da heißt es, aufmerksam und wachsam sein“, betont Karin Labinsky-Meyer.

Aus ihrer Sicht sei das Jubiläumsjahr „ein guter und würdiger Anlass“, eine Debatte um
gleichberechtigte Teilhabe einzuleiten und zugleich das schon Erreichte zu feiern. Dies soll auf Initiative des Kreisfrauenrates und des Bündnisses Internationaler Frauentag im Landkreis Verden ab 18 Uhr auf vielfältige Weise geschehen: mit einem Festakt, einem Theaterstück und einer Disco.

Auf den Tag genau ist es am 19. Januar 100 Jahre her, „dass Frauen in Deutschland erstmals das aktive und passive Wahlrecht ausüben konnten und damit nach langen Kämpfen um politische Gleichstellung die parlamentarische Bühne betraten“, wie Kreissprecher Ulf Neumann dazu bemerkt. Und da es genau 25 Jahre her ist, dass sich im Landkreis Verden mit dem Kreisfrauenrat eine gleichstellungspolitische Neuerung auf kommunaler Ebene gründete, lag eine Doppelfeier eben auf der Hand.

Der Kreisfrauenrat ist ein Netzwerk aus Vereinen und Verbänden, ein breites Bündnis quer durch alle Parteien und gesellschaftlichen Gruppen mit der Aufgabe, relevante Themen aufzugreifen und sich aus der Perspektive von Frauen zu Wort zu melden. Neben der Vorsitzenden Karin Labinsky-Meyer aus Oyten gehören die zweite Vorsitzende Andrea Michallik aus Langwedel und Schriftführerin Elisabeth Speer aus Verden dem geschäftsführenden Vorstand an.

Die Jubiläumsveranstaltung im Kasch an der Bergstraße startet mit der Premiere eines Films, den Schülerinnen und Schüler der Oberschule Verden zum Thema „Frauenrechte sind Menschenrechte“ gedreht haben. Anschließend sprechen die ehemalige niedersächsische Frauenministerin Christina Bührmann und Landrat Peter Bohlmann über die historischen Ereignisse.

Das Theaterstück „Anita Augspurg, Neunzehn Eins Neunzehn Neunzehn“ von Thomas Gatter und unter der Regie von Susanne Baum trägt das Datum des Jubiläums schon im Titel. Schauspielerin Birgit Scheibe und Bühnenmusikerin Karin Christoph bieten laut Ankündigung dem Publikum einen Blick zurück auf diesen bedeutenden Tag der Frauengeschichte. Mit dabei ist der Frauenchor SingArt der Kreismusikschule Verden unter der Leitung von Regine Jungmann. Der Chor singt Hymnen zum Frauenwahlrecht, die Anita Augspurg schrieb. Die Verdenerin Anita Augspurg hatte maßgeblichen Anteil daran, dass Frauen in Deutschland das Stimmrecht erhielten.

Gegen 21 Uhr wird der Saal im Kasch dann noch zur Tanzfläche. Die aus dem Radio bekannte DJane Gülbahar Kültür legt auf und spielt Lieder aus den Bereichen Weltmusik, Reggae-Styles, HipHop, Oriental Dancefloor und Non-Mainstream-Disco.

Info

Zur Sache

Das Frauenstimmrecht

Das Frauenstimmrecht musste in Deutschland in harten Auseinandersetzungen erstritten werden. „Es war nicht ohne eine völlige Umwälzung des Systems, den Zusammenbruch des deutschen Kaiserreichs, zu erlangen“, blickt Kreissprecher Ulf Neumann zurück. Diese Umwälzung erfolgte am Ende des Ersten Weltkrieges durch die Novemberrevolution von 1918. Frauenrechtlerinnen erkämpften sich Sitze in den damaligen Arbeiter- und Soldatenräten auf allen Ebenen. Einen Tag nach Kriegsende, am 12. November 1918, verkündete der Rat der Volksbeauftragten die gleichberechtigte Teilnahme von Frauen und Männern an allen künftigen Wahlen zu öffentlichen Körperschaften. Damit war das Frauenstimmrecht offiziell durchgesetzt. Am 19. Januar 1919 wurde die verfassunggebende Nationalversammlung gewählt. An diesem Tag wählten 15 Millionen Männer und 17,7 Millionen Frauen die erste wirklich demokratische Nationalversammlung Deutschlands. 80 Prozent der nun wahlberechtigten Frauen machten von ihrem Recht Gebrauch und gingen zur Wahl.

Nähere Informationen zum Kreisfrauenrat gibt die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Verden, Christine Borchers, unter der Telefonnummer 0 42 31 / 1 54 77 oder per E-Mail unter der Adresse christine-borchers@landkreis-verden.de.

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