Kinderladen Stuckenborstel

Ein neues Domizil für die Mühlenzwerge

Nach einem erneuten Wasserschaden in ihrem Domizil haben die "Mühlenzwerge" in Stuckenborstel eine neue Heimat im Haus von Sönke und Katharina Jäger gefunden. Zumindest bis zum Sommer.
02.02.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Ein neues Domizil für die Mühlenzwerge
Von Lars Köppler
Ein neues Domizil für die Mühlenzwerge

Marina Schilling hofft auf einen schnellen Umzug in einen Raum, der alle Bedingungen für eine kindgerechte Betreuung erfüllt. Für die Mühlenzwerge wird ein Gruppenraum mit einer Größe von rund 80 Quadratmetern gesucht. Die alte Herberge ist derzeit unbewohnbar.

FOCKE STRANGMANN

Nach einem erneuten Wasserschaden in ihrem Domizil haben die "Mühlenzwerge" in Stuckenborstel eine neue Heimat im Haus von Sönke und Katharina Jäger gefunden. Zumindest bis zum Sommer.

Wenn der knallgelbe Kinderbus durch Stuckenborstel tuckert und zehn Augenpaare neugierig aus dem Fenster schauen, dann wissen die Dorfbewohner ganz genau: Die kleinen „Mühlenzwerge“ sind wieder unterwegs. So bekannt die Racker im Ort sind, so unbeschwert spielen sie derzeit in dem Haus von Sönke und Katharina Jäger an der Stuckenborsteler Straße. Ihre gewohnte Umgebung an der Mühlenstraße, wo der Verein Kinderladen – eine 1998 gegründete Elterninitiative – seit fast 20 Jahren in ruhiger Wohnlage beheimatet ist, fehlt den Kleinkindern aber dann doch ein wenig.

Hier in der Natur hatten sie bis zum 15. Januar alle Möglichkeiten, sich draußen an der frischen Luft auszutoben und die Umgebung spielerisch zu erkunden. Der Umzug in das neue Haus an der stark befahrenen Hauptstraße zwischen Ottersberg und Sottrum ist aus der Not heraus vollzogen worden, wie Marina Schilling erzählt. Die Ottersbergerin bringt ihre zweijährige Tochter Lena ebenfalls regelmäßig in die Einrichtung, die im Januar 2004 die Betriebserlaubnis als „Kleine Kindertagesstätte“ erhalten hat und seitdem bis zu zehn Kinder im Alter von einem bis dreieinhalb Jahren betreuen darf.

Auslöser für diesen unfreiwilligen Tapetenwechsel ist indes ein erneuter Wasserschaden gewesen – schon der dritte in den vergangenen zwei Jahren und zudem einer mit weitreichenden Konsequenzen für die Zukunft der Kinderkrippe. „Die Decke des Gruppenraums war abgeblättert, es hat weitläufig getropft und der Fußboden war komplett im Eimer. Er hat einige Zentimeter unter Wasser gestanden. Es war alles nass“, erinnert sich Schilling an den Schreck bei der ersten Besichtigung des Schadens. Das Wasser hatte sich seinen Weg über die Küchenschränke gebahnt und den Kinderladen bis auf Weiteres unbewohnbar gemacht.

In aller Eile hatten die Eltern und die Erzieherinnen Kathrin Henze und Johanna Schlusnus die Möbel und Spielsachen in Sicherheit gebracht und den Korkboden mit Handtüchern ausgelegt. Doch wohin mit den Kindern, ist nun die zentrale Frage, denn schließlich muss der Betrieb weitergehen. „Wir haben uns die Finger wund telefoniert und gemeinsam viel überlegt“, beschreibt Marina Schilling den Telefon-Marathon, der letztlich aber von Erfolg gekrönt war. Sönke und Katharina Jäger hatten spontan ihre Hilfe zugesagt und die Mühlenzwerge in den unteren Bereich des Hauses einziehen lassen. Dieser Teil ist unbewohnt, seit der Großvater von Katharina Jäger gestorben ist.

Die Kinder haben ihren neuen Kinderladen zwar sofort akzeptiert und fühlen sich in den großen Räumen laut Marina Schilling pudelwohl, doch hinter dem Rücken der Lütten ist der Kampf um die Zukunft des Kinderladens Stuckenborstel in vollem Gange. Nachdem die Akteure der Elterninitiative das Kultusministerium über den Umzug informiert hatten und von dort eine positive Rückmeldung über die professionelle Zwischenlösung erhalten haben, steht für Marina Schilling und ihre Mitstreiterinnen nun die aufreibende Suche nach einer passenden Alternative als Unterkunft auf dem Plan.

Bis zum Sommer können die Mühlenzwerge noch bei den Jägers bleiben, dann jedoch planen die Herbergseltern einen Umbau zur eigenen Nutzung. Ob ein Bezug der alten Räume in der Mühlenstraße noch möglich ist, steht derweil völlig in den Sternen. Wegen des wiederholten Wasserschadens ist dem Vermieter zuvor schon die Leitungswasserversicherung gekündigt worden. „Aufgrund der besonderen Haustechnik und aus Angst vor weiteren signifikanten Schäden müssen wir uns nach Alternativen umschauen“, erklärt Marina Schilling mit einem eher weinenden Auge. Denn schließlich ist der Spielplatz in der Mühlenstraße nicht weit und die Turnhalle ist ebenfalls ein Ort, den die Kinder regelmäßig aufgesucht haben.

Optimal für den neuen Kinderladen wäre ein rund 80 Quadratmeter großer Gruppenraum, der über eine Kochzeile, Toilette und ein separates Bad für die Kinder verfügt, lässt Marina Schilling wissen. Ein Freigelände ist dagegen nicht so wichtig, denn die Mühlenzwerge sind mobil mit ihrem Bus. Wer eine Idee hat oder eine Möglichkeit für die Einrichtung eines Krippenbetriebes in Stuckenborstel kennt, kann sich per E-Mail unter info@kinderkrippe-sottrum.de melden.

Momentan sind bei den Mühlenzwergen alle Plätze belegt. Im Sommer stehen jedoch nach Angaben der Elterninitiative wieder drei Plätze zur Verfügung. Auch Ottersberger Eltern können ihre Kinder anmelden. Die Rufnummer 0 42 64 / 37 00 25 soll derweil bis Ende Februar wieder erreichbar sein.

Eine Elternitiative

Der Kinderladen ist eine Elterninitiative mit eingetragenem Verein. Hier werden bis zu zehn Kinder im Alter von ein bis drei Jahren montags bis freitags von 8 bis 13 Uhr von zwei Erzieherinnen betreut. Auf Wunsch kann ein Frühdienst ab 7.30 Uhr und ein Spätdienst bis 13.30 Uhr in Anspruch genommen werden. Elke Paul, ein Gründungsmitglied aus dem Jahr 1998, bietet noch heute Mal- und Musizierkurse für die Kinder an. In der Elternschaft sind verschiedenste Berufsgruppen vertreten – vom Student über die Werbefachfrau bis hin zur Ärztin.

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