Schießsport

Ein Optiker für die Schützen

Der Achimer Arno Kütemeyer sorgt bei der Deutschen Meisterschaft im Schießen für den richtigen Durchblick.
28.08.2019, 16:30
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Ein Optiker für die Schützen
Von Jürgen Juschkat
Ein Optiker für die Schützen

Der Achimer Arno Kütemeyer hat sich auf das Beraten über Schießbrillen sowie die Bestellung und Anpassung spezialisiert.

Jürgen Juschkat

München. Bei den Deutschen Meisterschaften der Sportschützen, die noch bis kommenden Sonntag in Hochbrück bei München stattfinden, ist auch die Fach-Industrie vertreten. Da wird unter anderem maßgeformter Gehörschutz angefertigt, da werden aber auch die Daten für einen persönlichen Pistolengriff oder für eine maßgeschneiderte Schießhose oder -jacke ermittelt. Der Achimer Arno Kütemeyer ist gelernter Optiker und verkauft Schießbrillen, für die er vor Ort die genauen Werte herausfindet und verwendet.

Der 49-jährige Kütemeyer hat einst beim Optiker Föhlisch in Achim gelernt. Mit dem Schießsport verbunden ist er seit 1983 – und zwar als Mitglied der Achimer Bogenschützen, deren Vorsitzender und Pressewart er schon lange Zeit ist. Als Optiker bildete sich der Kreisverdener, der 20 Jahre lang die Werkstattleitung bei Föhlisch innehatte, weiter und fing 1999 zusammen mit Roland Föhlisch an, Schießbrillen zu erstellen.

Seinen Lehrbetrieb gibt es schon lange nicht mehr, doch der Service für Schützen hat weiter Bestand. Arno Kütemeyer hat mit der Bremervörder Firma Klingner, die in Hannover auf der Anlage des Niedersächsischen Sportschützenverbandes (NSSV) eine Zweigstelle hat, einen neuen Partner gefunden. Seit 2009 verfügt der Achimer über eine selbstständige Abteilung. „Wir haben ein großes Glaslager mit vorgeschliffenen Schießgläsern“, berichtet der Optiker, der vor Ort oder in einer anderen Werkstatt Brillenfassung und Glas zusammenbaut. Dabei geht es nicht wie im normalen Brillengeschäft darum, ein modisches Modell zu finden. Der Nutzen hat äußerste Priorität. Auf dem Schießstand wird alles genau justiert.

Kommt ein Kunde zu ihm, so wird dieser zunächst nach seiner Schießsport-Disziplin gefragt. Es folgt eine Augenprüfung wie beim Optiker. Da werden auf einer großen Tafel Buchstaben und Zahlen nach unten hin immer kleiner. Dann wird abgeklärt, was gewünscht und sinnvoll ist – Monokel oder normale Schießbrille. Auf dem Schießstand hält Kütemeyer noch einmal verschiedene Abgleichgläser vor das zielende Auge, sodass auch er hier den Durchblick hat, was erforderlich ist. Geklärt wird, ob zum Beispiel Farbfilter, Seitenblende oder Irisblende (für den Pistolenschützen) notwendig sind.

Kütemeyer ist viel unterwegs. Waren es anfangs Kreismeisterschaften, die er besucht hat, so ist er längst auch bei höheren Wettbewerben wie Landesmeisterschaften – unter anderem in Bassum - und nun eben bei der Deutschen Meisterschaft in Hochbrück vertreten. Sogar Olympiateams gehören zu seinen Kunden, wenn sie etwa Trainingslager in Hannover abhalten. „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal Englisch sprechen müsste. Das hatte ich nicht auf dem Schirm“, sagt der Achimer Optiker, der es aber mittlerweile muss. Denn er hat auch schon neben Österreich auch in Belgien, in den Niederlanden und Dänemark für den richtigen Durchblick bei den Schützen gesorgt. Und da wird eher Englisch statt Deutsch gesprochen.

Eine Schießbrille kostet zwischen 200 und 300 Euro, ein Monokel gibt es für rund 130 Euro. Wer gut zielen und treffen will, muss also schon neben der passenden Bekleidung und dem Sportgerät bei Sehfehlern etwas investieren.

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