Genossenschaft baut Photovoltaikanlage Ein Platz an der Sonne in Uphusen

Sonnig war es nicht, als die Grundschule Achim die Photovoltaikanlage auf dem Turnhallendach vorstellte – doch Strom fließt. Die Genossenschaft Bürger-Energie-Bremen hat in die Solarzellen investiert.
24.02.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Tina Hayessen

Wirklich sonnig war es nicht, als die Grundschule Uphusen am gestrigen Montag die Photovoltaikanlage auf ihrem Turnhallendach vorstellte – doch der Strom fließt bereits. Die Genossenschaft Bürger-Energie-Bremen hat in die Solarzellen investiert, in deren Vorstand ist unter anderem Achims Grünen-Ratsherr Axel Eggers vertreten, wichtig für Bürgermeister Rainer Ditzfeld, der sich über „den Ansprechpartner vor Ort“ freute.

Wenn auf dem Schulhof in Uphusen die Sonne scheint, freut das demnächst nicht nur Schüler und Lehrer – auch die Genossenschaft Bürger-Energie-Bremen wird zufrieden sein. Sie hat auf der Schulturnhalle eine Photovoltaikanlage errichten lassen, über 20.000 Kilowattstunden pro Jahr soll sie an Ertrag bringen.

Rund 35 Prozent davon benötige die Schule für ihren eigenen Bedarf, der übrige Strom werde in das Netz eingespeist und vergütet, erklärt Axel Eggers. Der sitzt nicht nur für die Grünen im Achimer Rat, er gehört auch zum Vorstand der Genossenschaft. Das erklärt, warum ausgerechnet an einer Achimer Grundschulhalle das erste Projekt der Bürger-Energie-Bremen umgesetzt wird.

Der Clou bei einer von einer Genossenschaft betriebenen Photovoltaikanlage: Es gibt naturfreundlichen Strom ohne dass große Firmen involviert werden – und die Gewinne einstreichen. Denn bei einer Genossenschaft sind es Anleger mit vergleichsweise kleinen Anteilen, die sich am Projekt beteiligen. Mit durchschnittlich 2.000 Euro seien Einzelanleger dabei, berichtet Eggers, der wie seine Kollegen ehrenamtlich für die Genossenschaft tätig ist.

Zirka 32.000 Euro habe die Anlage gekostet. „Es gibt keine Großinvestoren bei uns, das sind Menschen, die Strom aus erneuerbarer Energie wollen und bereit sind, dafür zu investieren“, beschreibt er seine Mitstreiter, die vor allem in Bremen wohnen. Etwa drei Prozent von ihrer Investition bekommen die Geldgeber jedes Jahr als Rendite.

Ansprechpartner vor Ort

„Es ist wichtig, vor Ort einen Ansprechpartner zu haben, mit Axel ist das so“, freut sich Bürgermeister Rainer Ditzfeld darüber, im Ratsherrn Eggers einen Vertreter im Vorstand zu wissen, der die Achimer Interessen im Blick hat. Auch Schulleiterin Bärbel Haverkamp ist mit der Zusammenarbeit mehr als zufrieden. Fünf Tage insgesamt habe der Aufbau der Anlage gedauert, es habe nicht nur schnell geklappt, auch seien die Arbeiter „sehr, sehr rücksichtsvoll“ gewesen. Dafür, dass sie erst im Herbst 2014 mit Eggers über ein mögliches Projekt gesprochen habe, sei alles enorm schnell und problemlos über die Bühne gegangen.

Besonders freut Haverkamp, dass für ihre Schüler das neue Konstrukt kein Unbekannter bleiben wird. „Wir bekommen ein Display, an dem wir sehen, wie viel produziert wird“, hält die Pädagogin fest. Ihr sei wichtig „dass die Kinder den Sinnzusammenhang verstehen“. Weswegen sie sehr glücklich darüber sei, dass Axel Eggers im Mai den Viertklässlern genau erklärt, was Photovoltaik ist und wie die Anlage auf dem Hallendach Strom herstellt – „im Rahmen des Sachunterrichts“.

Dach in Baden „zu verschachtelt“

Geeignet ist die Turnschulhalle aus mehreren Gründen für das Sonnenenergie-Projekt. Einmal liege sie in bester Südlage und sei „verschattungsfrei“, erklärt Eggers. „Außerdem bringen die Schrägdächer mehr Ausbeute als ein Flachdach.“ Auch die Grundschule Baden habe man sich genau angeschaut, um ihr Potenzial zu erkennen. „Aber das ist sehr verschachtelt dort“, hält der Ratsherr fest.

Eine große, ungeteilte Fläche sei für die Anlage wichtig. Dennoch: Die Turnschulhalle in Uphusen soll nicht das letzte Projekt seiner Art für die Genossenschaft Bürger-Energie-Bremen bleiben. An Achimer Schulen sei aber wohl nicht mehr viel zu machen, betont Eggers und lacht: „Sieht aus, als müssten wir mehr davon bauen.“ Finde sich auf stadteigenem Terrain eine Möglichkeit zur weiteren Zusammenarbeit, sei er davon durchaus angetan, ließ Ditzfeld durchblicken.

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