Liesel-Anspacher-Schule Ein Rap, der zusammenschweißt

Die Hauptschule in Achim läuft in wenigen Jahren aus. Das hält die Schüler aber nicht davon ab, jetzt noch eine Schulhymne zu produzieren. Unterstützung bekamen sie dabei von der Rapschool NRW.
17.04.2018, 16:02
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Ein Rap, der zusammenschweißt
Von Elina Hoepken

Achim. Wummernd dröhnt der Beat durch die Lautsprecher, die Füße der Schüler wippen im Takt mit, auf ihren Lippen ein zufriedenes Grinsen. Denn das, was da durch die Boxen schallt, ist die Schulhymne der Liesel-Anspacher-Schule. Getextet und entwickelt wurde sie von den Schülern selbst. Noch ist es erst eine Rohversion, aber am Mittwochnachmittag soll dann alles stehen: der Rap, die Choreografie und das Musikvideo. Unterstützt werden die insgesamt 26 Schüler aus den Jahrgängen sechs bis neun bei diesem Projekt von der "Rapschool NRW", einem Team aus Dozenten und Künstlern, die künstlerische und kulturelle Arbeit an Schulen und Jugendeinrichtungen anbietet. Im Fall der Liesel-Anspacher-Schule soll eine eigene Schulhymne das Ergebnis eben dieser Arbeit sein.

Seit Montag sind die Dozenten aus Nordrhein-Westfalen bereits in Achim zu Besuch. Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Textsuche. "Wir wollen den Schülern ein Medium bieten, in dem sie sich mitteilen können", erklärt Daniel Schneider, Leiter der Rapschool, das Konzept. Die Jugendlichen konnten sich in einer Tanzgruppe, der Regiegruppe oder eben der Musikgruppe einbringen. Die wichtigste Frage bei der Entwicklung des Textes sei zunächst gewesen, was die Schule für ihre Schüler selbst bedeutet, sagt Schneider. Herausgekommen sind bei diesen Überlegungen dann Textzeilen wie "Viele Nationen lernen an diesem Ort, bei uns steht man noch zu seinem Wort" oder "Fast für jedes Fach einen eigenen Raum, auch die gute Ausstattung ist ein Traum". "Das Ziel ist es, mit dem Lied möglichst viele Facetten der Schule zu zeigen", sagt Schneider.

Und die Schüler wussten ziemlich genau, was sie an ihrer Schule schätzen. So bekommen etwa auch die Schulbibliothek und der Freizeitraum eine eigene Strophe in dem Rap. Die Tatsache, dass ihre Schule durch den Aufbau der IGS nur noch wenige Jahre bestehen wird, hat die Schüler bei ihrer Arbeit nur noch mehr angespornt. "Die Schulhymne soll kein Abschiedslied sein, sondern uns noch einmal motivieren", sagt Lukas. Der Neuntklässler ist Teil der Musikgruppe. "Es geht nicht darum, zu zeigen, dass wir traurig sind, dass die Schule geschlossen wird, sondern, dass wir froh sind, dass es sie gab." Diese Ansicht bekräftigt auch der Schülersprecher Fabian Hoes. Im Schülerrat habe man gemeinsam darüber gesprochen, ob ein solches Projekt an der Schule umgesetzt werden soll und die Resonanz war eindeutig. "Es ist ein Projekt, dass uns in den letzten Jahren noch einmal richtig zusammenschweißt", sagt der Schülersprecher.

Dieser Zusammenhalt soll auch in dem Musikvideo zum Rap, das an diesem Mittwoch fertiggestellt wird, noch einmal zum Ausdruck gebracht werden. "Zum großen Finale werden alle Schüler auf dem Schulhof zusammenkommen und gemeinsam die Hook, also den Refrain des Raps, singen", sagt Schneider. Mit dem gedrehten Filmmaterial fahren die Dozenten der Rapschool dann zurück nach NRW, schneiden die Videosequenzen zusammen und überarbeiten noch einmal die im mobilen Tonstudio produzierte Rohversion des Raps. Das Endergebnis soll dann unter anderem auch auf der Internetseite der Liesel-Anspacher-Schule veröffentlicht werden. Die Schüler selbst sind auf jeden Fall schon jetzt sehr zufrieden mit dem Ergebnis ihrer Arbeit. "Das Ganze ging viel schneller, als ich gedacht habe", sagt Lukas. "Und die Schulhymne ist auch später noch eine tolle Erinnerung an all das, was wir hier in unserer Schulzeit erlebt haben."

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