Dirk Stelling beerbt Ralph Gronki am Gymnasium am Markt und setzt auf Verlässlichkeit sowie Vertrauen

Ein Reserveleutnant im Schulleiterbüro

Achim. Am Gymnasium am Markt (GamMa) endete diesen Juli eine Ära, als Schulleiter Ralph Gronki seinen Posten verließ. Zu Beginn des Schuljahres heißt die Schule nun nicht nur die neuen fünften Klassen, sondern jetzt auch Neuzugang Dirk Stelling als nachfolgenden Schulleiter offiziell willkommen.
06.08.2016, 00:00
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Von Sophia Allenstein
Ein Reserveleutnant im Schulleiterbüro

Dirk Stelling an seinem neuen Arbeitsplatz – er ist jetzt Schulleiter des Achimer Gymnasiums am Markt.

Björn Hake

Achim. Am Gymnasium am Markt (GamMa) endete diesen Juli eine Ära, als Schulleiter Ralph Gronki seinen Posten verließ. Zu Beginn des Schuljahres heißt die Schule nun nicht nur die neuen fünften Klassen, sondern jetzt auch Neuzugang Dirk Stelling als nachfolgenden Schulleiter offiziell willkommen. Sein Vorgänger Gronki hatte die junge Schule mitaufgebaut, nachdem das Cato-Bontjes-Van-Beek-Gymnasium am Rande seiner Kapazitäten angelangt war. Das junge Lehrer-Kollegium oder die mit elektronischen und internetfähigen Tafeln ausgestatteten Räume – der Fokus auf ein modernes Schulleben bleibt auch nach der Ära Gronki sichtbar.

Gebürtig aus Stolzenau im Landkreis Nienburg stammend, hatte Stelling vorher in Rotenburg und Zeven gearbeitet und dort bereits erste organisatorische Verantwortung übernommen. „Die Möglichkeit, Schule gestalten zu können und selber Ideen einzubringen“, ist für Dirk Stelling der größte Anreiz gewesen, um sich neben seiner Tätigkeit als Deutsch- und Spanischlehrer auch aktiv in die schulische Verwaltungs- und Planungsebene einzubringen. In Achim betritt er mit der Übernahme des Schulleiteramtes nun jedoch Neuland.

Führungsverantwortung zeigen und Menschen betreuen – diese Fähigkeit habe der Mann mit dem vertrauenswürdigen Lächeln bisher nicht nur in Unterrichtsklassen vertieft. Nach zwei Jahren Bundeswehrerfahrung ist er mittlerweile Reserveoffizier und sieht seinen Einsatz als gesellschaftliche Verpflichtung an. „Schreien Sie doch mal“, lautete daher die Forderung mancher Schüler, die von seinem Amt als Oberstleutnant der Reserve erfahren hatten – obwohl der militärische Führungsstil mittlerweile sanfter geworden sei. Die Mindestanzahl an Tagen, in denen er eingezogen werden könnte, habe er allerdings schon abgeleistet, versichert Stelling. Er fügt hinzu, dass er dem Militär sowieso nur noch bei organisatorischen Angelegenheiten unter die Arme greife.

Zugegeben – niedrig sind die Erwartungen an den nun führenden Kopf in der Schulleitung nicht. Einen Schülerzuwachs aufgrund der Rückkehr des Schulsystems zu G9, also drei Jahren Oberstufe, und die diesjährige Einführung einer Sprachlernklasse für Flüchtlinge sind nur zwei Herausforderungen, denen sich Stelling stellen muss. Unterstützung und Rückhalt sagten aber sowohl die stellvertretende Schulleiterin Dorothea Blume, als auch Dezernent Norbert Mischke und der Elternrat bei der offiziellen Amtseinführung am Freitag zu.

Und auch Stelling selbst sieht die wachsende Verantwortung nicht als Last. Er freue sich eher über sein neues Aufgabengebiet und darauf, den Unterricht bestmöglich zu optimieren und ein angenehmes Lernklima zu schaffen. Der Schwierigkeit, Wünsche von Schülern, Eltern, Lehrern und der Landesschulbehörde unter einen Hut zu bekommen, ist sich Stelling bewusst. „Wünschen der Schülerschaft nach mehr Freistunden, langen Ferien und vielen freien Tagen wird man nicht immer nachkommen können“, meinte der Nachfolger Gronkis schmunzelnd, und verspricht doch, dass er seinen Führungsstil auf Verantwortung, Vertrauen und Verlässlichkeit bauen werde.

Und was hat den Mann im schwarzen Anzug, mit grau-meliertem Schnauzer und Brille dazu gebracht, nach Achim zu kommen – etwa nur die freie Stelle? „Ich hätte mich nicht auf das Amt beworben, wenn mich die Möglichkeiten und die Schule an sich nicht überzeugt hätten“, sagt Stelling lächelnd. „Schulleiter zu sein, nur der Position wegen, liegt mir fern.“

„Schulleiter zu sein, nur der Position wegen, liegt mir fern.“ Dirk Stelling
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