Volleyball 2. Bundesliga

Ein seltenes Ereignis

Der TV Baden hatte zum bislang letzten Mal im September 2018 ein Heimspiel mit 0:3 verloren. Jetzt kassierte der TVB nach langer Zeit wieder dieses Resultat – und zwar gegen den Moerser SC.
13.10.2019, 20:18
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Ein seltenes Ereignis
Von Florian Cordes
Ein seltenes Ereignis

Für Kapitän Nils Mallon und seinen TV Baden gab es am Sonntag im Heimspiel gegen Moers nichts zu holen. Nach 90 Minuten war die Partie bereits beendet.

FOTOS: Björn Hake

Baden. Die treuen Fans des TV Baden haben in der Lahofhalle schon viele Volleyball-Schlachten erlebt. Am Sonntag verfolgten sie dort aber ein eher seltenes Ereignis. Der TVB verlor erstmals seit mehr als einem Jahr wieder ein Heimspiel in der 2. Bundesliga Nord mit 0:3. Die zuvor letzte 0:3-Schlappe datiert vom 22. September 2018. Damals unterlag der TVB bei seiner Zweitliga-Heimpremiere dem Kieler TV so deutlich. Diesmal hieß der Gegner Moerser SC. Der frühere Deutsche Meister und Europacup-Sieger gewann klar mit 25:20, 25:13, 25:20.

Dass die Niederlage so deutlich ausgefallen war, entspricht auch dem Spielverlauf. Denn die Gäste aus Nordrhein-Westfalen waren den Gastgebern in allen Belangen überlegen. „Das kann man wohl so unterschreiben“, teilte auch Badens Kapitän Nils Mallon diese Einschätzung. „Wir hatten uns schon mehr vorgenommen. Aber Moers hat sehr stabil gespielt. Die haben eine fast perfekte Annahme gespielt. In der letzten Saison haben wir es in beiden Spielen geschafft, genau da reinzupiksen“, sagte Mallon und erinnerte an die beiden Fünfsatzerfolge, die der TVB in der Vorsaison gegen den Moerser SC gefeiert hatte. „Aufgrund dieser beiden Niederlagen musste ich meine Mannschaft nicht großartig motivieren. Eigentlich gehört Baden nicht zu unseren Lieblingsgegnern, daher haben wir auch zweimal verdient verloren. Dieses Mal ist unser Plan aber komplett aufgegangen“, erzählte MSC-Coach Hendrik Rieskamp.

Chancenlos im zweiten Durchgang

Wie genau dieser Plan aussah, wollte Rieskamp nicht verraten – noch nicht. „Das kann ich erst nach dem Rückspiel verraten“, sagte der Coach schmunzelnd. Rieskamp meinte jedoch, dass man die Schwachstellen des Gegners erkannt habe. Besonders deutlich wurde dies im zweiten Satz. In diesem befanden sich die Badener von Beginn an im Hintertreffen: Schnell legte der Moerser SC eine 6:1-Führung hin. Diesem Rückstand liefen die Gastgeber dann hinterher. Zwar versuchte Hallensprecher Marko Gerken die Schwarz-Weißen mit einem „Es sind nur fünf Punkte“ immer wieder anzustacheln, doch auch das half nicht: Moers zog auf 23:12 davon und machte kurz darauf den Satz zu.

Ein wenig enger ging es in den beiden anderen Sätzen zu. In Durchgang zwei hielten die Badener mit den favorisierten Gästen bis zum 16:18 mit. Als langsam die entscheidende Phase anbrach, brach aber auch die Gegenwehr des TVB ein wenig ein. Mit einem Ass stellte Lukas Schattenberg auf 22:17 für den MSC. Die Weichen waren für die Gäste auf Satzgewinn gestellt, der dann auch wenig später perfekt gemacht wurde.

Dritter Satz ähnelt dem ersten

Zu Beginn des dritten Satzes sah es zunächst so aus, als sollten die Gastgeber dem aktuellen Tabellenzweiten doch noch gefährlich werden können. Baden machte die ersten vier Punkte. Doch Moers fand schnell eine passende Antwort und machte aus dem Rückstand eine eigene Führung (6:5). In der Folge nahm der Satz einen ähnlichen Verlauf wie der erste Durchgang. Beim 16:19 waren die Gäste für Mallon und Co. noch in Reichweite. In dieser wichtigen Phase setzte sich das Rieskamp-Team aber wieder entscheidend ab. Beim 24:19 besaßen die Gäste fünf Matchbälle. Ole Seuberlich besorgte anschließend noch den 20. Punkt des TVB, damit zögerte er aber nur das Unvermeidliche hinaus: Der folgende Ballwechsel sollte der letzte der Begegnung sein. Das seltene Ereignis war perfekt – nach gerade einmal 90 Minuten.

„Wir haben vollkommen verdient verloren. Das war nicht unsere beste Leistung“, bilanzierte Badens Trainer Fabio Bartolone. „Bei uns hat zudem der Teamgeist ein wenig gefehlt. Aber die Meisterschaft ist noch lang. Wir müssen das Spiel abhaken. Der Gegner war nun einmal besser.“ Auch Nils Mallon versicherte, dass man sich von dieser Partie nicht aus der Bahn werfen lassen wolle, zumal er mit seinem Team aus den beiden vorigen Partien bereits vier Punkte geholt hatte.

TV Baden: Nils Mallon, Ole Seuberlich, Ole Sagajewski, Artem Tscherwinski, Jannik Haats, Moritz Wanke, Jan-Henrik Radeke, Alessandro Blasi, Björn Hagestedt, Lewin Probst, Nick Sörensen (n. e.), Simon Bischoff (n. e.).

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