Kunstobjekt des Ottersberger Bildhauers Walter Peter Ein "Windtänzer" für Rotenburg

Rotenburg·Ottersberg. 60 Meter lang und zwölf Meter hoch ist die Landschaftsinstallation mit dem Namen 'Windtänzer', die in den kommenden zwei Jahren das Erscheinungsbild der Kreisstadt unter dem Motto 'Kunst vor der Stadt' prägen soll.
03.07.2010, 06:00
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Von Lars Köppler

Rotenburg·Ottersberg. 60 Meter lang und zwölf Meter hoch ist die Landschaftsinstallation mit dem Namen 'Windtänzer', die in den kommenden zwei Jahren das Erscheinungsbild der Kreisstadt unter dem Motto 'Kunst vor der Stadt' prägen soll. Als Künstler für ihr Projekt hat die Kulturinitiative Rotenburg (K!R) diesmal Walter Peter ausgesucht.

Der Bildhauer aus Narthauen bei Ottersberg hat sein Kunstobjekt jetzt im Rahmen einer kleinen Feierstunde gemeinsam mit seinem Vorgänger Ortwin Musall direkt an der B75 vor den Toren Rotenburgs aufgebaut. Der Mulmshorner war mit seinem skulpturalen Objekt 'Klangstrahlen' - eine Stimmgabel aus Fichtenholz - im Juli 2008 sowie zwei weiteren Installationen (Rotenburger Kulturwochen 2005 und Fußball-Weltmeisterschaft 2006) der erste Künstler, den die Initiatoren für ihr aufwändiges Kunstprojekt ausgewählt hatten.

'Unsere Stadt ist ein Hort an innovativer Kunst und Kultur. Das wollen wir mit diesem Objekt deutlich machen', beschreibt der K!R-Vorsitzende Bernd Braumüller die Idee, die hinter diesem Konzept steckt. Wer sich aus Richtung Sottrum auf der Bundesstraße der Wümmestadt nähert, passiert vor der Abbiegespur Richtung Rotenburg/Verden ein auf der linken Seite liegendes größeres Wiesendreieck.

'Diese Fläche ist von den frühen Morgenstunden bis in den Abend hinein für direktes Sonnenlicht zugänglich, also perfekt beleuchtet. Als Autofahrer hat man an dieser Stelle kaum besondere Hinweise zu beachten. Man kann also ohne Probleme einen Blick auf die Ausstellungsfläche riskieren', so Bernd Braumüller über die der Stadt Rotenburg gehörende und brachliegende Fläche. 'Oben in den Bergen, wenn die Wolken - ausgeregnet und erleichtert - sich auflösen und in Fetzen durchs Tal schweben und der Betrachter aus höherer Warte sie höher und tiefer an sich vorbeiziehen sieht, ist es ein Schauspiel zu sehen, wie die Luft die Fetzen aus Feuchtigkeit wirbelt und zersaust. Einen Moment von diesen sonst unsichtbaren Bewegungen der Lüfte sichtbar zu machen, ist das Anliegen der Arbeit 'Windtänzer', erklärt Walter Peter, der seit 1992 als freiberuflicher Künstler arbeitet.

Drei Bambusstangen, ergänzt der ehemalige Alphirte aus den Schweizer Bergen, ergeben einen Tänzer. Umwickelt mit Stoff und befestigt mit Draht, hängen sie in einem fragilen Gleichgewicht auf einem dicken Seil von 60 Metern Länge. 'Durch die ausgeglichene Gewichtsverteilung setzen selbst kleine Lüftchen die Tänzer in Bewegung', so Peter, der im Laufe der Jahre in der rauen Bergwelt eine ausgeprägte Empfindung für Formen und Plastik entwickelt hat. Am Emerson College im englischen Sussex vertiefte er seine autodidaktisch entwickelten Fähigkeiten in einem Studium der Bildhauerei.

'Diese Fläche eignet sich ganz besonders für Skulpturen oder Installationen von entsprechender Größe, die mindestens 20 Meter von der Umgehungsstraße entfernt positioniert sind. Sie sind damit schon von weitem gut sichtbar', sagt Bernd Braumüller. Die Stadt Rotenburg unterstützt die Künstler, indem sie ihnen unentgeltlich die Flächen überlässt, und hilft beim Transport und beim Aufbau der Skulpturen und Einholen der entsprechenden Genehmigungen, zum Beispiel bei der Straßenverkehrsbehörde.

Ortwin Musalls 'Klangstrahlen' sind unterdessen vom Bauhof abgebaut worden und sollen auf dem Heimatbundgelände installiert werden. Die Mitglieder des Chores 'Stimmbande' haben es mit einer Spende ermöglicht, die Skulptur zu kaufen.

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