Neubau der Landwehrbrücke in Thedinghausen kostet 300 000 Euro / Vollsperrung im Sommer

Eine Brücke mit mehr Tragkraft

Thedinghausen. Die Tage der Landwehrbrücke sind gezählt. Das Konstrukt am Beppener Bruchweg ist in die Jahre gekommen und soll einem Neubau weichen.
19.03.2016, 00:00
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Eine Brücke mit mehr Tragkraft
Von Onno Kutscher
Eine Brücke mit mehr Tragkraft

Die Landwehrbrücke am Beppener Bruchweg soll einem Neubau weichen. Finanziert wird das Projekt von der Gemeinde Thedinghausen und dem Landkreis.

Björn Hake

Die Tage der Landwehrbrücke sind gezählt. Das Konstrukt am Beppener Bruchweg ist in die Jahre gekommen und soll einem Neubau weichen. Ein teures Unterfangen, für das die Gemeinde tief in die Tasche greift. 225 000 Euro will die Verwaltung dafür ausgeben. Grünes Licht dafür hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung gegeben (wir berichteten). 75 000 Euro steuert der Landkreis bei, um das 300 000 Euro teure Projekt zu wuppen. Warum die Brücke ihre besten Tage hinter sich hat und warum eine Neubau nötig ist, wusste Werner Stadtlander vom Fachdienst Straßen beim Landkreis bei der Sitzung zu berichten.

„Die Brücke hat nicht einmal mehr eine Tragkraft von zwölf Tonnen“, erklärte Stadtlander. „Heutzutage sind 60 Tonnen normal. Das wird auch die Landwehrbrücke nach dem Neubau tragen können.“ Grund für die finanzielle Beteiligung der Kreisverwaltung ist der Abfallhof des Landkreises in Beppen. „Laut einer Verkehrszählung fahren rund 1500 Fahrzeuge am Tag über diese Brücke“, sagte Stadtlander. „24 Prozent davon in Richtung Deponie.“ Dazu gehöre auch der Schwerlastverkehr mit über sieben Tonnen Gewicht. „Aus diesem Grund beteiligt sich der Landkreis an diesem Projekt.“

Mit den nun bewilligten Mitteln von Seiten der Gemeinde soll die Brücke ein ganz neues Gesicht bekommen. „Dazu gehört unter anderem die Breite“, erklärte Stadtlander. Momentan liege die bei 5,50 Meter, nach dem Neubau bei 6,60 Meter. „Dadurch besteht die Möglichkeit, dass entgegenkommender Verkehr gleichzeitig die Brücke passieren kann.“ Auch eine Sanierung der Brücke ist möglich, aber laut Stadtlander nicht rentabel. Neben den 75 000 Euro für die Brücke übernimmt der Landkreis auch die Kosten für die Planung des Projekts. „Man kann sich immer mehr Unterstützung wünschen, aber wir sind damit zufrieden“, sagte Gemeindedirektor Harald Hesse über die Finanzspritze.

Wo gebaut wird, da sind aber auch Baustellen und Sperrungen. Das wird im Falle der Landwehrbrücke nicht anders sein. „Wir wollen im Sommer mit den Arbeiten beginnen“, sagte Stadtlander. „Von Juli bis August wird dieser Bereich also komplett gesperrt werden.“ Er geht davon aus, dass eine Umleitung dann durch Thedinghausen führen wird. „Das ist abschließend aber noch nicht zu beantworten.“ Den Bau einer Ersatzbrücke während dieser Zeit hält er für nicht zielführend und zu teuer.

Obwohl die Tragkraft der Brücke bereits eingeschränkt ist, sieht die Kreisverwaltung aber nicht die Notwendigkeit einer Gewichtsbeschränkung. Denn eine akute Gefährdung gebe es nicht und der wirtschaftliche Betrieb des Abfallhofes würde in Frage gestellt, heißt es in einer Beschlussvorlage des Landkreises, der die Mittel für den Neubau bereits im vergangenen Jahr bewilligte. Weiter heißt es, dass für den Abtransport des Kompostes und des Abfalls sowie für An- und Abfahrt des Schredders und der Siebanlage des Abfallhofes Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von 40 Tonnen eingesetzt werden. Eine Gewichtsbeschränkung hätte zur Folge, dass Schredder und Siebanlage dauerhaft auf dem Abfallhof bleiben müssten. Für den Abtransport müssten kleinere Fahrzeuge genutzt werden. Die Anzahl der Fahrten würde sich erhöhen und die Kosten steigen.

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