Große Nachfrage

Eine Dose für den Notfall

Einen Kühlschrank gibt es in wohl jedem Haushalt. Und die Küche ist für Retter im Notfall schnell zu finden. Daher kann die Notfalldose mit den wichtigsten Informationen im Ernstfall helfen.
09.12.2017, 11:37
Lesedauer: 2 Min
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Eine Dose für den Notfall
Von Kai Purschke
Eine Dose für den Notfall

So sieht sie aus: Die Achimer Notfalldose, die beim Senioren- und Behindertenbeirat zu bekommen ist.

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Achim. „Immer mehr Achimer haben eine solche Dose im Gemüsefach – und das nicht wegen der Vitamine, sondern zur Lebensrettung“, weiß Christiane Knof-Grotevent, Sprecherin des Achimer Senioren- und Behindertenbeirats. Sie spricht von der Notfalldose, hinter der sich eine im besten Fall lebensrettende Idee verbirgt: Sollte ein häuslicher Notfall eintreten, kann es sein, dass in der Aufregung oder gar bei eigener Bewusstlosigkeit die über die Leitstelle in Verden alarmierten Helfer nicht sachgerecht über die medizinische Vorgeschichte informiert werden können. Ein Aufkleber an der Wohnungstür weist die Retter dann darauf hin, dass sich eine Notfalldose im Kühlschrank befindet.

Der Kühlschrank ist nicht etwa deshalb der ideale Ort zur Aufbewahrung der Dose, weil sie oder ihr Inhalt gekühlt werden müsste, sondern weil es in wohl jedem Haushalt einen Kühlschrank in der Küche gibt und die Küche für Retter im Notfall sehr schnell zu finden ist. So wird keine kostbare Zeit verschwendet, auf die es im Ernstfall ankommt. So seien sofort wichtige und notfallrelevante Informationen verfügbar. „Nun haben diese Infos einen festen Ort und können in jedem Haushalt einfach gefunden werden“, erklärt der Hersteller dazu. Denn nicht jedem Menschen gelinge es, in einer Notfallsituation Angaben zum Gesundheitszustand und zu anderen wichtigen Details zu machen. Zumal dies bei einer Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit auch gar nicht möglich ist.

Darüber hinaus seien die Informationen in der Notfalldose auch eine große Hilfe für Angehörige, Freunde und Bekannte. „Auch sie sind in einer Notfallsituation unter Stress und reagieren mitunter ganz unterschiedlich“, weiß der Hersteller. In einer Notfalldose können sich die für das Rettungspersonal wichtigen Informationen über die aktuelle Medikation, Unverträglichkeiten und Vorerkrankungen befinden. Diese Angaben helfen, die Lage einzuschätzen und gezielt zu agieren. Auch weitere wichtige Verfügungen von rechtlicher Bedeutung können in der Dose untergebracht werden.

Der Hersteller, der nach eigenen Angaben die Notfalldose seit dem Jahr 2014 exklusiv in Deutschland produziert, liefert mit dem Kunststoffbehälter, der am besten in die Kühlschranktür gestellt werden soll, ein Notfall-Infoblatt und Aufkleber dazu. Der Vorteil des Systems liege laut dem Hersteller darin, dass es über keinerlei Elektronik verfügt, die streiken könne und keine Batterien oder Akkus benötigt. Wenn neuere Informationen hinterlegt werden müssen, könne man dies mit einem schriftlichen Eintrag erledigen.

„Viele Achimer finden diese Gedanken überzeugend, wie sich aus der Nachfrage nach den Dosen ergibt“, erzählte Christiane Knof-Grotevent. Der Senioren- und Behindertenbeirat gibt die Dosen gegen eine Spende aus – bei den wöchentlichen Sprechstunden mittwochs von 10 bis 12 Uhr im Rathaus. „Unerlässlich ist aber auch für jeden, der diese Dose verwendet, eine regelmäßige Aktualisierung je nach Gesundheitszustand, denn eine veraltete Information kann schlechter sein als gar keine“, betonte die Beiratssprecherin.

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