Handball Oberliga

Eine halbe Liga zittert

In der Oberliga Nordsee der Männer bahnt sich immer mehr ein äußerst spannender Abstiegskampf an. Mittendrin in diesem Rennen ist die SG Achim/Baden.
17.02.2020, 18:30
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Eine halbe Liga zittert
Von Florian Cordes

Fünf Mannschaften dürften Gewissheit haben. Sollte nichts Ungewöhnliches mehr geschehen, spielen die HSG Delmenhorst, die SG VTB/Altjührden, die HSG Schwanewede/Neuenkirchen sowie der HC Bremen und der TV Bissendorf-Holte auch in der Saison 2020/2021 in der Handball-Oberliga. Mit dem TV Cloppenburg und dem ATSV Habenhausen streiten sich zwei Teams um die Meisterschaft. Und die restlichen sieben Klubs, die Hälfte der Liga? Sie zittern um den Klassenerhalt. Der Abstiegskampf dürfte in dieser Saison spannend wie selten werden. Mittendrin ist die SG Achim/Baden, die sich neun Spieltage vor Schluss allerdings eine gute Ausgangsposition erarbeitet hat.

Zwei Vereine wird es erwischen, wenn Anfang Mai die Saison beendet sein wird. Sie müssen dann die Oberliga Nordsee nach unten verlassen. Im schlimmsten Fall kann es sogar noch eine weitere Mannschaft treffen. Das deutet sich aktuell aber nicht an: In dieser Saison sieht es nicht danach aus, dass aus der 3. Liga zu viele Mannschaften absteigen, die in der Oberliga Nordsee oder Oberliga Niedersachsen aufgenommen werden müssten und daher einen weiteren Absteiger erfordern. Derzeit müsste nur der Klub Handball Hannover-Burgwedel den Gang in die Viertklassigkeit antreten.

Laut der Statuten des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) würde zudem eine Relegation zwischen den jeweiligen Zwölften der Oberliga Nordsee und Niedersachsen bei vier Viertliga-Absteigern nur vorsorglich ausgetragen werden. „Diese Spiele sind für mögliche nachträgliche Abmelder oder Rückzieher bis zum 30. Juni des Spieljahres aus der 3. Liga notwendig“, heißt es in den Durchführungsstimmungen des HVN. Das heißt für die Teams, die sich aktuell um den Klassenerhalt in der Oberliga Nordsee streiten: Platz elf reicht ganz sicher, um auch in der Saison 2020/2021 in der höchsten Spielklasse der Verbände Niedersachsen und Bremen antreten zu dürfen. Dieses Rennen verspricht in diesem Jahr eine große Spannung. Das zeigt die Tabelle nach dem 17. Spieltag: Der Achte des Klassements, der frühere Bundesligist VfL Fredenbeck, hat nur fünf Punkte mehr auf dem Konto als das Schlusslicht Elsflether TB.

Direkt hinter dem Traditionsklub aus Fredenbeck reiht sich die SG Achim/Baden in der Tabelle ein. Das Team hat sich in den vergangenen Wochen auf Rang neun vorgearbeitet. Momentan scheint es nur schwer vorstellbar, dass die Achimer Anfang Mai zu den Teams zählen, die den Abstieg in die Verbandsliga angehen müssen. Zu gut waren in jüngster Zeit die Leistungen – unter anderem besiegte die SG in diesem Jahr zu Hause den Titelaspiranten aus Habenhausen (25:24) sowie die HSG Schwanewede/Neuenkirchen (32:31) in deren Halle. Nach den ersten acht Saisonspielen dürfte so mancher die Spielgemeinschaft von der Weser schon als sicheren Absteiger angesehen haben. Schließlich verlor sie alle Partien. Doch die Achimer haben die Kurve bekommen – auf beeindruckende Art und Weise. Zuletzt wurde bekanntlich mit dem TuS Rotenburg ein direkter Konkurrent komplett in seine Einzelteile zerlegt (30:16).

SG-Coach Tobias Naumann ist sich im Klaren darüber, dass seine Mannschaft auf dem berühmten „guten Weg“ ist. Es sei aber noch längst nicht die Zeit reif, um durchzuatmen, warnte der Trainer nach dem Heimsieg gegen schwache Rotenburger, die ebenfalls abstiegsgefährdet sind. Der Erfolg gegen Rotenburg sei enorm wichtig, das wollte Naumann keineswegs abstreiten. Doch bis das Ticket für eine weitere Oberliga-Saison gelöst ist, müssen noch mehr Punkte her. In der Vorsaison reichten der HSG Barnstorf/Diepholz 19 Zähler für Rang elf.

Naumann hat eine genau Vorstellung, wie der SG dies gelingen kann: „Wenn wir im Kollektiv so stark bleiben, dann können wir bald leise vom Klassenerhalt reden.“ Unter seinen Spielern werden ebenfalls keine Stimmen laut, dass das Gröbste überstanden sei. Die aktuelle Lage fühle sich gut an, findet Jannis Jacobsen. „Aber der Sieg gegen Rotenburg war nur ein weiterer kleiner Schritt. Gewonnen haben wir noch gar nichts.“

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