Planung für den Neubau an der Lahofhalle vorgestellt / Eltern sollen bestehenden Parkplatz nutzen

Eine lange Kita für die Kurzen

Achim-Baden. Der Ortsteil Baden verändert sich weiter: Direkt oberhalb der Lahofhalle und dem angeschlossenen Vereinsheim entsteht eine neue Kindertagesstätte. Wie berichtet, wird der Bau die Stadt Achim geschätzte 3,15 Millionen Euro kosten und bis zu 105 Kindern Platz bieten.
19.03.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Eine lange Kita für die Kurzen
Von Kai Purschke
Eine lange Kita für die Kurzen

Die neue Kita in Baden soll oberhalb des Vereinsheims entstehen, das neben der Lahofhalle steht. Die Eltern sollen ausschließlich den Parkplatz unterhalb der Halle nutzen. GRAFIKEN: STADT ACHIM

Stadt Achim, frei

Der Ortsteil Baden verändert sich weiter: Direkt oberhalb der Lahofhalle und dem angeschlossenen Vereinsheim entsteht eine neue Kindertagesstätte. Wie berichtet, wird der Bau die Stadt Achim geschätzte 3,15 Millionen Euro kosten und bis zu 105 Kindern Platz bieten. „Wir haben wieder mal etwas Größeres in Baden vor“, stimmte folgerichtig die Fachbereichsleiterin für Soziales, Wiltrud Ysker, die Zuhörer am Donnerstagabend ein. Etwa 20 Interessierte, darunter Ratspolitiker, hatten das Angebot der Stadt Achim wahrgenommen, sich erstmals detailliert über die neue Kita, die später von der Lebenshilfe betrieben wird, zu informieren.

Während der Kita-Neubau an der Halleschen Straße im Norden Achims bereits zum 1. Januar kommenden Jahres bereit sein soll, hofft die Stadtverwaltung darauf, dass die überwiegend aus Holz bestehende neue Kita am Lahof in Baden zum Beginn des Kindergartenjahres 2017/2018 startklar ist. Ein ambitionierter Zeitplan, wie Steffen Zorn, Herr über die städtischen Gebäude, erläuterte. Dafür müssen dann auch die Bauarbeiten direkt nach den Sommerferien beginnen, etwa ein Jahr später wird Kinderlärm den Baulärm ablösen.

„Zum Wohngebiet hin gibt es eine Bepflanzung, die auch den Krach schluckt“, führte Zorn dazu aus. Ebenso fungiert sie als Sichtschutz zwischen der neuen Kita und den Gärten der Anwohner des Rischgrabens. Sollten die Nachbarn diesbezüglich Wünsche und Anregungen haben, werde die Stadtverwaltung zuhören, versprach Zorn. Aber eines schloss er aus: eine Lärmschutzwand. „Die ist nicht schön, egal von welcher Seite aus sie betrachtet wird.“

Dafür, dass sich der Krach aus dem Kindergarten in Grenzen hält, soll auch die Anordnung der fünf Gruppenräume in einer Reihe sorgen, die Architekt Christian Geis gewählt hat. Denn die drei Räume und Außenspielflächen für die quirligeren Kinder über drei Jahren befinden sich Richtung Lahofhalle, die beiden Gruppen- und Schlafräume des Krippenbereichs für Kinder unter drei Jahren Richtung Rischgraben. Was beim Blick auf die Pläne auffällt, ist die enorme Länge des einstöckigen Baus, der mit einem sogenannten flach geneigten Dach versehen werden soll. Mit 65 Metern gibt Architekt Geis die Länge der Kita an, deren Ein- und Ausgangsbereich für Besucher am untersten Ende des Gebäudes entstehen wird. Wer also in den letzten Gruppenraum der Krippe gelangen will, muss rund 60 Meter im Haus zurücklegen.

Aber: Die Planer haben sich etwas dabei gedacht. Schließlich möchten sie erreichen, dass die Eltern, die ihre Kinder bringen und abholen, ihre Autos auf dem Parkplatz der Lahofhalle stehen lassen und am Vereinsheim vorbei gehen. Sie sollen, so lautet der Appell der Verantwortlichen, nicht etwa ihre Fahrzeuge an der Straße Auf dem Betz abstellen und die Kinder sozusagen von oben zur Kita bringen. Gleichwohl wird das der neue Fußweg für alle Schüler, die zum Sporttreiben in die Lahofhalle wollen. Der bisherige kleine Schotterweg, der am Wall entlang Richtung Halle führt, gehört alsbald wie der Wall zur Kita.

Sollten sich die Eltern nicht an die Parkregelungen halten, könne die Verwaltung ordnungsrechtlich eingreifen, erklärte Steffen Zorn. Das aber sei die letzte Möglichkeit, „vorher haben wir noch einen Plan C“. Eine Schranke oder ein Poller könnten ebenso helfen. Wobei Jürgen Doldasinski, Geschäftsführer der Lebenshilfe, glaubt, dass eine Ansprache reichen dürfte. Diese Erfahrung habe die Lebenshilfe in ihren anderen Einrichtungen gemacht. „Wir sollten es zunächst so probieren und zusammen mit den Eltern eine Regelung erarbeiten“, sagte er. Zwar könne er nicht beeinflussen, „dass es vielleicht zwei Verrückte gibt, die sich nicht dran halten wollen“, räumte Doldasinski ein – aber da würden schon andere Eltern auf diese Beiden einwirken.

Der Weg, der parallel zum Vereinsheim entsteht, soll nach Fertigstellung drei Meter breit und asphaltiert sein. Dazu müsse die jetzige Pflasterung hochgenommen werden, auch damit sämtliche Versorgungsleitungen in die Erde gelegt werden können – dadurch könnte der Sportbetrieb für etwa vier Wochen behindert werden, glaubt Zorn. Die neue Zuwegung dürfe allenfalls von Kleinbussen etwa zur Essensanlieferung befahren werden, die zwischen Kita und Vereinsheim wenden können. Neu entstehen wird links neben der Halle eine vom Parkplatz aus erreichbare, vier Meter breite Baustraße, die auch später Bestand haben soll, damit auch große Fahrzeuge den Kindergarten erreichen können.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+