Personalmangel in Achim

Eine Stadt stößt an ihre Grenzen

Rund zehn Stellen sind in der Achimer Verwaltung derzeit unbesetzt. Das hat auf Dauer auch Auswirkungen auf das zu bewältigende Arbeitspensum. Doch nicht nur in diesem Bereich fehlen Achim die Fachkräfte.
31.12.2019, 08:54
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Eine Stadt stößt an ihre Grenzen
Von Elina Hoepken
Eine Stadt stößt an ihre Grenzen

Leere Flure im Achimer Rathaus: Derzeit sind in der Verwaltung rund zehn Stellen unbesetzt.

Sebi Berens

31.924 Einwohner hat die Stadt Achim aktuell – genauer gesagt zum Stichtag 30. September. „Die Stadt ist in den vergangenen fünf Jahren etwa um zehn Prozent gewachsen“, erklärt Bürgermeister Rainer Ditzfeld. Eine wachsende und boomende Stadt ist eigentlich etwas, worüber sich jeder Bürgermeister freuen würde. Allerdings blickt Ditzfeld auch ein bisschen sorgenvoll auf diese Zahl oder besser gesagt auf deren Auswirkungen. Denn anders als bei der Bevölkerung hat ein Wachstum bei der Zahl der Verwaltungsmitarbeiter nicht gleichermaßen stattgefunden.

„Wir haben bei uns in der Verwaltung erhebliche Probleme, die offenen Personalstellen mit qualifizierten Mitarbeitern zu besetzen“, klagt Ditzfeld. Bei den zahlreichen Projekten, die die Stadt in Zukunft etwa mit der Entwicklung der Nördlichen Innenstadt, Achim-West oder auch den Schul- und Kitaerweiterungen vor der Brust habe, werde diese Situation zunehmend zum Problem. „Denn unter der erheblichen Arbeitsbelastung leiden derzeit die bestehenden Mitarbeiter. Es ist ein Teufelskreis und es kann so nicht weitergehen“, bringt es Ditzfeld auf den Punkt.

Karriere-Seite im Internet überarbeiten

Derzeit sind im Rathaus rund zehn Stellen nicht besetzt. Besonders betroffen ist der Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung. „Wir sind mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem wir zum Schutz unserer Mitarbeiter aufpassen müssen, welche zusätzlichen Aufgaben wir überhaupt noch aufnehmen können“, kündigt Ditzfeld an. Man arbeite aber auch kontinuierlich daran, die offenen Stellen doch noch zu besetzen. So wolle die Stadt im neuen Jahr etwa ihre eigene Karriere-Seite im Internet überarbeiten, da die ausgeschriebenen Stellen für Interessenten derzeit häufig schwer zu finden seien.

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Ebenso eklatant wie in der Achimer Verwaltung ist der Personalmangel bekanntlich auch in den Achimer Kindertagesstätten. Und die Situation hat sich trotz aller Bemühungen der Verwaltung bisher nicht wesentlich entspannt. „Aktuell haben wir eine Vakanz von acht Stellen“, berichtet Fachbereichsleiterin Wiltrud Ysker. Und das Problem wird in Zukunft aller Voraussicht nach auch nicht kleiner, denn mit Blick auf die steigenden Kinderzahlen treibt Achim aktuell den Bau von neuen Kitas weiter voran. „Immerhin hat das Wachstum der Stadt auch unmittelbar Einfluss auf Einrichtungen wie Kitas und Schulen“, sagt Ysker.

Umbau bleibt bisher wirkungslos

Bereits jetzt zeigt sich jedoch, dass mit dem Bau einer neuen oder der Erweiterung einer bestehenden Kita die Arbeit noch lange nicht getan ist. Erst im Sommer dieses Jahres ließ die Stadt, wie berichtet, einen Klassenraum in der Grundschule in Uphusen umbauen, um dort Betreuungsplätze für 25 Kitakinder zu schaffen. Anfang Oktober hätte der Betrieb der Einrichtung eigentlich starten sollen. Doch die Räume können auch jetzt – knapp drei Monate später – noch immer nicht als Kita genutzt werden, weil kein passendes Fachpersonal gefunden werden konnte. „Im Moment nutzt die Schule die Räume einfach weiter“, erklärt Ysker. Aber das sei natürlich nicht das Ziel des Umbaus gewesen.

Daher will auch Ysker im neuen Jahr zusätzlich zu dem bereits bestehenden Paket zur Akquise von Fachpersonal weitere Maßnahmen umsetzen. Wie diese genau aussehen, soll der Politik in der kommenden Sozialausschusssitzung vorgestellt werden.

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