Sportstätten

Einer für alle

In den nächsten beiden Jahren soll die Stadt Achim ihren ersten Kunstrasenplatz bekommen. Er entsteht auf dem Gelände des TSV Achim, wo noch mehr passieren soll: Der Verein plant den Neubau einer Sporthalle.
14.11.2018, 15:56
Lesedauer: 3 Min
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Einer für alle
Von Kai Purschke

Achim. Diskussionsbedarf hatten die Mitglieder des Sportausschusses des Achimer Stadtrats in ihrer jüngsten Sitzung keinen – und so veränderten sie auch nichts mehr an den für 2019 und 2020 geplanten Investitionen und Zuschüssen für die Sportvereine und Sportstätten. Zu den größten Bauvorhaben zählt der Allwetterplatz, der beim TSV Achim entstehen, aber allen Vereinen zur Verfügung stehen soll. Der Bau dieses Platzes schlägt wohl mit insgesamt 950 000 Euro in den nächsten beiden Jahren zu Buche. Der Platz soll von der Arbeitsgemeinschaft Achimer Sportvereine (AAS) verwaltet und die Nutzungszeiten sollen zentral vergeben werden. Auch der FC Badenermoor kann sich freuen: 40 000 Euro hat die Stadt Achim fürs Jahr 2019 in den Haushalt eingestellt, um davon eine Flutlichtanlage zu beschaffen. Die Anlage des TSV Achim dagegen soll für 8000 Euro erweitert werden.

Beim TSV Achim soll aber noch sehr viel passieren, denn der Verein plant die energetische Sanierung sowie die bauliche Erweiterung seines Sport- und Jugendheims und hat dafür einen Förderantrag an die Stadt gestellt – über die Summe von 850 000 Euro. Die Stadtverwaltung und die AAS haben sich dazu beraten und kamen zu dem Schluss: „Es wird vorgeschlagen, nur die energetische Gebäudesanierung zu fördern und nicht den Anbau.“ Denn eine zusätzlichen Sporthalle, die nur vom TSV genutzt würde, widerspreche dem Grundsatzgedanken, „dass alle Achimer Vereine über die AAS die Möglichkeit haben, die öffentlichen Sporthallen zu nutzen“.

Da sich der Anteil der Bestandssanierung nach Schätzung der Stadtverwaltung auf rund 500 000 Euro belaufen dürfte und die Stadt grundsätzlich ein Drittel fördert, wären dies rund 200 000 Euro, die nun zu gleichen Teilen auf die Jahre 2021 bis 2023 verteilt werden sollen. Interessanterweise geht der TSV Achim in seiner Kostenschätzung von Sanierungskosten im Bestand von „nur“ rund 200 000 Euro (Brutto) aus und von Kosten allein für den Neubau von rund 460 000 Euro Brutto. Für die Stadtverwaltung erklärte Fachbereichsleiter Steffen Zorn auf Nachfrage am Mittwoch zur Diskrepanz zwischen den beiden Summen für die Sanierung: „Das sind unsere Schätzungen, wir werden auf keinen Fall einen Neubau bezuschussen.“ Weitere Posten in der Kostenschätzung sind Heizung und Warmwasser sowie die Raumausstattung.

Für den TSV Achim besteht, wenn auch der Rat in seiner Dezember-Sitzung den Haushalt absegnet, dann die Chance, weitere Fördergelder beim Kreis Verden und beim Landessportbund zu beantragen. Der Verein möchte nach eigenem Bekunden den Sportstättenbau vorantreiben, „um damit in Achim die Ausgangssituation für eine zunehmend Sport- und bewegungsorientierte Gesellschaft verbessern zu können“. So ist es seinem Antrag zu entnehmen. Die Räume sollen „zukunftsweisend und behindertengerecht“ ausgebaut werden, um den jetzigen Mitgliedern etwas zu bieten, aber auch um neue Mitglieder gewinnen beziehungsweise sie besser integrieren zu können. Das sei angesichts des dafür ungeeigneten Baus aus den Siebzigerjahren auch notwendig, um Achim „weiter zu einem regionalen Zentrum für den Behindertensport zu entwickeln“.

Daher möchte der TSV Achim die gesamten sanitären Anlagen sowie die vorhandene Sporthalle samt ihrer Nebenräume sanieren und eine weitere Sporthalle mit behindertengerechten Umkleiden und Sanitäranlagen bauen. Wie der Vorstand in seinem Antrag weiter ausführt, möchte er in der neuen Sporthalle später unter anderem Rehasport und Handicapsport anbieten. „Da die Hallenbelegungszeiten regelmäßig zu Verteilungsschwierigkeiten aufgrund gestiegener Nachfrage aller Achimer Vereine führt, wird durch unseren Neubau einer weiteren, eigenen Sporthalle die Hallensituation auch für alle anderen Vereine in Achim entzerrt werden“, argumentiert der TSV-Vorstand und hätte gerne eine Bezuschussung der Gesamtkosten durch die Stadt Achim gehabt.

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