Zur Auferstehung im täglichen Leben: Christen feiern das Osterfest Einsatz für eine gerechte Welt

Landkreis Verden. Auch nach mehr als sechs Wochen bewegen uns immer noch die furchtbaren Bilder, die wir vom gewaltigen Erdbeben in Japan zu sehen bekommen. Bis heute kommt die Erde dort nicht zur Ruhe, und viele Menschen haben ihr Leben verloren. Vor wenigen Tagen haben Tornados in den USA benfalls viele Menschenleben gefordert.
23.04.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Landkreis Verden. Auch nach mehr als sechs Wochen bewegen uns immer noch die furchtbaren Bilder, die wir vom gewaltigen Erdbeben in Japan zu sehen bekommen. Bis heute kommt die Erde dort nicht zur Ruhe, und viele Menschen haben ihr Leben verloren. Vor wenigen Tagen haben Tornados in den USA benfalls viele Menschenleben gefordert.

In unserer modernen "High-Tech-Welt" ist menschliches Leben immer noch von Naturkatastrophen bedroht. Gefährdet ist unser Leben auch durch unsere Art zu wirtschaften. Auf der einen Seite sichert sie uns großen Wohlstand, schafft aber auf der anderen Seite eine viel größere Not und Armut.

Ganze Staaten können davon betroffen sein: nach Griechenland und Irland muss jetzt auch Portugal unter den EU- Rettungsschirm schlüpfen. Auch die Finanzkrise bekommen wir nur sehr schwer in den Griff. Gott sei Dank konnte die Polizei zwar vor wenigen Tagen endlich den Mörder des kleinen Dennis dingfest machen. Aber der Skandal sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen bleibt ein Eitergeschwür unserer Gesellschaft und erschüttert auch unsere Kirchen.

Als Seelsorger begegnen uns immer wieder Menschen, die am Rand eines schweren persönlichen Schicksals stehen. Sie haben sich in Sackgassen verrannt. Ihnen ist ein lieber Familienangehöriger verstorben, und sie werden damit einfach nicht fertig. Durch Krankheit, Arbeitslosigkeit oder einen anderen Schlag ist plötzlich das ganze Leben ins Wanken gekommen. Wir leben in einer gebrochenen und ein ganzes Stück unheilen Welt.

In dieser Situation werden morgen die Christen und Christinnen - nicht nur in unserer Stadt - das Osterfest feiern und das "Halleluja" singen. Mit seiner Verurteilung und Hinrichtung am Kreuz hatten die Mächtigen seinerzeit das Problem mit Jesus von Nazareth auf ihre Art und Weise gelöst. Sein Leichnam wurde in ein Felsengrab gelegt und ein Stein davor gerollt.

In der Morgenfrühe des ersten Tages der Woche gingen einige Frauen noch einmal zum Grab, um die letzten Beerdigungsrituale zu vollziehen. Sie erschraken zunächst, als sie sahen, dass das Grab offen war. Und leer! Und dann kam Jesus auf sie zu: er lebte! Er war von den Toten auferstanden. Jesus hat den Tod überwunden und den Menschen eine unzerstörbarere Hoffnung gegeben: der Tod als das Ende irdischen Lebens hat seinen Schrecken verloren.

Es bedeutet auch, dass wir schon in diesem Leben der Sünde, dem Bösen, den Gefährdungen des Lebens nicht mehr hilflos gegenüber stehen. Natürlich wünschen wir uns, es wäre nun alles ganz einfach: überall dort auf der Welt, wo es droht, ein Unglück zu geben - sei es durch eine Naturkatastrophe, durch menschliches Versagen, durch einen Unfall oder wodurch auch immer - überall dort greift Gott ein und verhindert es. Wer stärker ist als der Tod, dem müsste dies doch ein Leichtes sein. Unsere Erfahrung zeigt uns aber, dass wir nicht vor dem Bösen und dem Leid in der Welt bewahrt werden.

Dass Gott uns unsere Verantwortung nicht abnimmt. Nein, stärker zu sein als der Tod heißt etwas anderes: an den kleinen und großen Toden unseres Lebens nicht zu zerbrechen. Ihnen Widerstand zu leisten. Vertrauen zu haben, dass uns das Leid, das wir erfahren müssen, nicht unterkriegen wird. Eine neue Chance zu haben. Fehler einsehen zu können. Entscheidungen neu bewerten zu können. Noch einmal von vorne beginnen zu dürfen.

So geht Auferstehung in unserem Leben. Je mehr wir die Erfahrung machen dürfen, dass dies wirklich gelingt, desto stärker wird unsere Hoffnung werden, dass am Ende unseres Lebens der irdische Tod unser Leben nicht beenden wird.

Dass wir dann auferstehen dürfen zu einem neuen und ewigen Leben. Wir wünschen Ihnen für die vor uns liegenden österlichen Tage diese Hoffnung in Ihrem Herzen und in Ihrem Leben.

Es lohnt sich, sich auch weiterhin für eine bessere und gerechtere Welt einzusetzen. Sich vom Leid der Welt und von persönlichen Schicksalsschlägen nicht unterkriegen zu lassen. Und an den Gräbern unserer lieben Toten die Hoffnung zu haben, dass sie leben. Denn Christus ist von den Toten auferstanden - ja, er ist wahrhaft auferstanden. Halleluja.

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