Nach Trockenheit und Sturm

Einsatzzahlen der Achimer Feuerwehr gehen zurück

Das Jahr 2019 war – verglichen mit den vorherigen beiden Jahren – für die Einsatzkräfte der Achimer Feuerwehren bisher eher ruhig. Doch zurücklehnen können sich die Kameraden dennoch nicht.
29.10.2019, 16:03
Lesedauer: 3 Min
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Einsatzzahlen der Achimer Feuerwehr gehen zurück
Von Elina Hoepken
Einsatzzahlen der Achimer Feuerwehr gehen zurück

Zukünftig werden in den Feuerwehren vermutlich mehr Mitglieder benötigt, denn gerade bei Einsätzen zur Tageszeit sind viele Kameraden aufgrund beruflicher Verpflichtungen nicht verfügbar.

Björn Hake

Im Jahr 2017 hielt das Sturmtief Xavier die Einsatzkräfte der Feuerwehren in Atem und bescherte auch den Achimer Rettungskräften hohe Einsatzzahlen. Ein Jahr später, 2018, war es dann die große Trockenheit im Sommer, die die Feuerwehren zu zahlreichen Flächenbränden in der Region ausrücken ließ. Im Jahr 2019 sind die Achimer Einsatzkräfte von solchen Wetterextremen bisher verschont geblieben. Entsprechend niedrig sind daher aktuell auch noch die Einsatzzahlen.

Während die Wehren 2017 zu insgesamt 495 Einsätzen gerufen wurden – von denen allein gut 160 in Zusammenhang mit dem Sturmtief Xavier standen, lag die Zahl der Einsätze im Jahr 2018 bei 267. „Das ist in etwa unser Normalmaß“, erklärte Achims Stadtbrandmeister Frank Boblat bei der Vorstellung der Bilanz am Montagabend im Feuerwehrausschuss. „2019 ist mit 145 Einsätzen ein etwas ruhigeres Jahr“, sagte er. „Zumindest bis jetzt. Wer weiß, was uns bis zum Jahresende noch widerfährt.“ Ohnehin seien niedrige Einsatzzahlen für die Kameraden keinesfalls ein Grund, sich zurückzulehnen. „Wir müssen unseren Ausbildungsstand weiter halten“, sagte der Stadtbrandmeister. So hätten die Einsatzkräfte in diesem Jahr bereits über 2000 Stunden allein für ihre Ausbildung aufgebracht.

Mitgliederzahl steigt

Positiv entwickelt sich außerdem die Zahl der Mitglieder in den Achimer Ortswehren. So liegt die Gesamtzahl derzeit bei 579. Das sind 13 mehr als noch im Jahr 2017 und sechs mehr als im vergangenen Jahr. In der aktiven Einsatzabteilung sind davon derzeit 311 Mitglieder. Der Rest verteilt sich auf Kinder- und Jugendwehr sowie die Altersabteilung. „Mit diesem Bestand an Einsatzkräften können wir derzeit gut leben“, sagte Boblat auf Nachfrage aus den Reihen der SPD. Zukünftig würden allerdings vermutlich eher mehr Kräfte gebraucht, weil insbesondere im Einsatzfall am Tag immer weniger Kameraden schnell zur Verfügung stünden. „Viele arbeiten außerhalb und somit können wir bei der Tagesbereitschaft natürlich nicht auf alle Mitglieder zurückgreifen.“

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Darüber hinaus sei zu beachten, dass die Vorbereitung einer Feuerwehrkraft auf den aktiven Dienst Jahre dauere. „Deshalb dürfen wir uns auf den aktuellen Mitgliederzahlen nicht ausruhen.“ Vielmehr müsse man weiter in die Nachwuchsförderung investieren. „Unser Wunsch ist es daher, in jeder der sechs Ortsfeuerwehren eine Abteilung für Kinder und Jugendliche zu etablieren“, sagte Boblat. Derzeit sei das in Embsen noch nicht der Fall. „Wir müssen den Kindern etwas bieten, um sie für die Feuerwehr zu begeistern, und so unseren Nachwuchs selbst generieren.“

Hauptamtlicher Gerätewart gewünscht

Zuwachs würde sich die Feuerwehr Achim indes zukünftig auch auf einer anderen Position wünschen, nämlich auf der des Gerätewartes. So hofft Frank Boblat, dass in Achim irgendwann ein hauptamtlicher Gerätewart eingestellt wird. Dieser sei dann im Rahmen einer Vollzeitstelle für Dokumentationen sowie Pflege und Wartung der Fahrzeuge verantwortlich. „Wir haben derzeit zwei Kameraden, die diese Aufgaben erledigen, allerdings nur mit einem sehr geringen Stundenkontingent.“ Es handele sich hierbei um Tätigkeiten, die stets nach dem eigentlichen Einsatz erledigt werden müssten. „In Verden gibt es bereits seit Jahren einen hauptamtlichen Gerätewart und nun soll sogar noch ein zweiter hinzukommen“, berichtete Boblat. In Achim müssten die Verwaltungs- und Wartungsarbeit jedoch nebenher erledigt werden.

Eine Lösung für das Problem könnte nach Ansicht von Hans Jakob Baum (FDP) in dem Aufbau einer Seniorenfeuerwehr liegen. Es gebe viele Einsatzkräfte, die aufgrund ihres Alters nicht mehr im aktiven Dienst seien, aber sich der Feuerwehr dennoch verbunden fühlten. „Diese erfahrenen Kräfte könnte man im Hintergrund für Unterstützungsarbeiten einspannen“, schlug er vor. Ein Vorschlag, der nach Angaben von Boblat auch innerhalb der Feuerwehr schon diskutiert wurde. „Wir können hier allerdings wirklich nur über kleinere Hilfstätigkeiten reden“, gab er zu bedenken. Die Fahrzeuge seien mittlerweile mit viel Technik ausgestattet und dem könnten viele alte Kameraden verständlicherweise nicht mehr folgen. „Darauf sollten wir also nicht zu sehr bauen.“

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