Fehlende Kitaplätze in Achim

Engpass bleibt bestehen

Die Achimer Bevölkerung wächst stetig und das vermutlich auch noch die nächsten Jahre. Das lässt das Problem der fehlenden Kitaplätzen für die Stadt noch größer werden.
24.10.2018, 16:02
Lesedauer: 3 Min
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Engpass bleibt bestehen
Von Elina Hoepken

„Genug Plätze bis ins nächste Jahrtausend“: Mit dieser Schlagzeile beschrieb der ACHIMER KURIER im Sommer 1997 noch die Kitasituation in der Weserstadt. Achim sei mit Kindergartenplätzen insgesamt und auf Jahre hinaus gut versorgt, hieß es damals. Eine Schlagzeile, von der die Stadt heute nur träumen kann. Denn im Jahr 2018, also gut 21 Jahre später, sieht die Situation bekanntlich ganz anders aus. Und aller Voraussicht nach wird eine solche Überschrift auch in den kommenden Jahren nicht mehr zu lesen sein.

Denn die Achimer Bevölkerungszahlen wachsen kontinuierlich und das geht auch noch mindestens die kommenden vier Jahre so weiter. Das geht zumindest aus dem Gutachten zur Bevölkerungs- und Gemeindebedarfsentwicklung der Stadt Achim hervor. Ein Zuzug insbesondere von jungen Familien bedeutet aber eben auch, dass zunehmend Kitaplätze benötigt werden. Schon ein Blick auf die aktuellen Belegungszahlen offenbart das Dilemma. Denn Stand heute fehlen allein im Krippenbereich im Moment 46 Plätze, im Kitabereich zusätzlich noch einmal 69 Plätze. „Das sind sowohl im Kita- als auch im Krippenbereich etwa drei Gruppen, die uns jeweils fehlen“, bedauert die zuständige Fachbereichsleiterin Wiltrud Ysker. Auch wenn die Zahlen geringer ausfallen als zu Beginn des Kitajahres noch befürchtet, könne man damit natürlich nicht zufrieden sein.

Baden besonders betroffen

Und auch ein Blick in die Zukunft wird das vermutlich nicht ändern. Denn die von der Verwaltung vorgelegte Kindertagesstättenbedarfsplanung zeigt deutlich, dass nach wie vor, trotz aller geplanten Erweiterungen des Angebotes, in den nächsten Jahren dem Rechtsanspruch der Kinder auf Krippen- oder Kitaplätze nicht Genüge getan werden kann. Dabei klafft der Bedarf in den einzelnen Ortsteilen durchaus stark auseinander. Besonders betroffen sind demnach unter anderem Baden/Badenermoor, Achim/Borstel und Uesen. So stammen aktuell beispielsweise von den 69 Kindern, die keinen Kitaplatz bekommen haben, allein 32 aus Baden und Badenermoor. 25 kommen aus Achim und Borstel und jeweils sechs aus Bierden und Uesen.

„Um diese Bedarfe vermehrt decken zu können, ist die Schaffung weiterer Einrichtungen notwendig“, ist sich daher auch die Verwaltung bewusst. Allerdings, auch das gibt sie zu bedenken, ist dies immer mit hohen Kosten verbunden. „Eine fünfgruppige Einrichtung würde zurzeit mindestens 2,5 Millionen Euro Planungs-, Bau- und Ausstattungskosten verursachen“, schreibt die Verwaltung in einer Beschlussvorlage zur Kitabedarfsplanung. „Die Betriebskosten auf ein Jahr gerechnet, betragen zurzeit etwa 1 bis 1,2 Millionen Euro. Nicht berücksichtigt ist dabei das Risiko der Kostensteigerungen, die wir zurzeit im Bausektor verzeichnen.“

Mitarbeiter fehlen jetzt schon

Ebenso zu klären sei außerdem die Frage, woher sich die etwa 25 bis 30 qualifizierten Mitarbeiter für jeweils eine Einrichtung dieser Größe künftig noch rekrutieren lassen. Denn auch zum jetzigen Zeitpunkt sind in den Kitas in Achim nach wie vor noch fünf Stellen unbesetzt. Die Verwaltung führt immer wieder Bewerbungsgespräche, um die Lücken schnellstmöglich zu schließen.

Geplant ist, wie berichtet, in Uesen und Baden neue Einrichtungen entstehen zu lassen beziehungsweise die bisherigen zu erweitern. Auch im Bereich der Nördlichen Innenstadt soll die Einrichtung einer Kita mitgedacht werden. Doch die Verwaltung will darüber hinaus noch weitere Standorte für ein zusätzliches Angebot prüfen. So könne beispielsweise ein weiterer Bauabschnitt auf dem Schulgrundstück Bierden als temporäre Lösung in Betracht kommen. Zudem müsse weiter geprüft werden, ob zusätzliche Objekte angemietet werden können.

Der Kitabedarfsplan und die daraus resultierenden Ideen für neue Kitastandorte stehen bei der Sitzung des Sozialausschusses am Montag, 29. Oktober, auf der Tagesordnung. Sie beginnt um 18 Uhr im Ratssaal.

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