Projekte für Achimer Schüler

Erfolge außerhalb des Unterrichts

Ihr Werk ist noch nicht vollbracht, aber die Schüler arbeiten auf Hochtouren, damit der Eingang zum Cato-Fahrradkeller demnächst etwas hermacht und der Ofen an der Erich-Kästner-Schule angeheizt werden kann.
19.06.2019, 18:00
Lesedauer: 2 Min
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Erfolge außerhalb des Unterrichts
Von Kai Purschke
Erfolge außerhalb des Unterrichts

Unter den Augen von Sven Dankleff lassen die Schülerinnen und Schüler das Bild mit Schablonen und Spraydosen entstehen.

Sebi Berens

Achim. Vor 23 Jahren hat Sven Dankleff als Cato-Schüler den Schriftzug „Projektwoche 96“ über das Graffiti-Kunstwerk an der Treppe zum Fahrradkeller der Schule aufgebracht. „Daran erinnere ich mich genau“, erzählt der künstlerische Leiter, der dieser Tage an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt ist. Er ist wieder am Achimer Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium, um im Auftrag des Vereins für Sozialpädagogische Familienhilfe (SoFa) eines der Projekte zu leiten, die zur aufsuchenden Jugendarbeit unter dem Schlagwort „Campus“ gehören, die SoFa für die Stadt Achim den Jugendlichen anbietet. Und Dankleff, der Graffiti-Profi, findet, dass es einen besonderen Charme hat, dass die Schüler unter seinen Fittichen nun die Außenwände des Fahrradkellers bunt machen.

Vornehmlich Mädchen hat er dabei zu beaufsichtigen und anzuleiten, was auch Jan-Henning Göttsche vom Sofa-Campus-Team verwundert hat: „Das ist eigentlich so ein klassisches Jungen-Ding.“ Auch Dankleff erinnert sich, dass damals eine reine Jungen-Clique die Wände mit Erlaubnis besprüht hat. Und drinnen, im Fahrradkeller, sehen die mehr als 20 Jahre alten Graffiti auch so aus, als wären sie gerade eben aufgefrischt worden. Dem Bild draußen allerdings hatte die Witterung arg zugesetzt – und daher mussten jede Menge Vorarbeiten erledigt werden. Die Wände wurden mit Hochdruck abgewaschen und grundiert.

In einem Crashkurs lernten die 16 Schüler, wie sie mit Spraydosen richtig hantieren und welche Abstände zur Wand zu wählen sind, um die Farbe aufbringen zu können. „Ich finde das super, nur das Ausschneiden der Schablonen ist nicht so spaßig“, sagt die Neuntklässlerin Merle Stadtlander. Laura Bersebach fügt hinzu, dass einfache Formen nicht so schwierig zu sprühen sind und Fenja Böden findet es klasse, „eine neue Erfahrung zu machen“. Und sollte am Ende doch nicht ganz das gewünschte Ergebnis dabei herauskommen, „sorge ich dafür, dass es hinterher cool aussieht“, verspricht Sven Dinklaff.

Neben ihm und Göttsche gehören Kerstin Elfers, Laura Lindenberg, Johannes Renken, Sebastian Jolov und der Ehrenamtler Felix Pigorsch zum SoFa-Campus-Team, das die Schüler betreut und mit ihnen in der Freizeit arbeitet. Wobei das auch nicht ganz stimmt: Die Schüler der benachbarten Erich-Kästner-Schule dürfen sogar abwechselnd während der Unterrichtszeit im Garten fleißig sein. Dort entsteht unter Anleitung des Campus-Teams derzeit nämlich ein fünf Tonnen schwerer Steinofen, aus dem es demnächst Pizza für alle geben soll.

Doch damit es soweit kommt, mussten die 20 bis 25 Schüler, die insgesamt bei dem Projekt mitmachen, das Material heranbringen und unter anderem die alten Backsteine von Zementresten säubern, ehe sie sich ans Mauern machen konnten. „Das ist Upcycling hier“, sagt Jan-Henning Göttsche. Denn die Steine stammten vom Abfallhof, waren früher mal zu Mauern verbunden und dementsprechend in Mitleidenschaft gezogen. Doch davon ist am Ofen nicht mehr viel zu sehen, der demnächst noch mit einer dicken Lehmschicht ummantelt wird.

Kevin Boakes wird liebevoll von allen nur „der Bauleiter“ genannt. Der Achtklässler weiß inzwischen: „Das Bauen ist leicht“. Er habe zum ersten Mal gemauert und findet, dass es schon ganz gut geht. Wie ein echter Bauleiter weiß er bereits: „Das funktioniert hier nur im Team.“ Diese Erkenntnis und die persönlichen Erfolge, die die Jugendlichen in den Projekten erreichen, sind genau das Ziel aller Bemühungen. „Darum geht es“, fasst Till Bräkling vom Fachbereich Soziales der Stadtverwaltung zufrieden zusammen.

Am Palettenbau vor der Realschulsporthalle findet am Mittwoch, 3. Juli, nach Schulschluss eine Party für Jugendliche der weiterführenden Schulen statt.

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