ADAC-Rettungshubschrauber landet auf Schulhof Erste-Hilfe spielerisch vermitteln

Achim. Die meisten Kinder der Grundschule in Baden haben den 'Gelben Engel', den Rettungshubschrauber Christoph 6, schon einmal am Himmel gesehen. So nah wie gestern sind sie dem Fluggerät wohl noch nie gekommen. Pilot Rüdiger Engler landete seine Maschine auf dem Pausenhof.
10.09.2010, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Butt

Achim. Die meisten Kinder der Grundschule in Baden haben den 'Gelben Engel', den Rettungshubschrauber Christoph 6, schon einmal am Himmel gesehen. So nah wie gestern sind sie dem Fluggerät wohl noch nie gekommen. Pilot Rüdiger Engler landete seine Maschine auf dem Pausenhof.

Nicht wegen eines Notfalls, sondern im Rahmen einer Übung. Diese wurde von der ADAC-Luftrettung initiiert, um Kindern die Erste Hilfe nahe zu bringen und frisch gedruckte Erste-Hilfe-Arbeitsbücher zu verteilen.

Beginn der Übung war um Punkt 9 Uhr. ADAC-Sprecher Nils Linge mimte einen Herzinfarktpatienten und sackte auf dem Pausenhof zusammen. An den Fenstern drückten sich einige hundert Kinder die Nasen platt und suchten den Himmel nach dem Hubschrauber ab. Doch erstmal musste Schulleiterin Agnes Gerken-Lüllmann einen Notruf absetzen.

Ersthelfer versorgten den Patienten mit einer Decke. Fünf Minuten später erreichte ein Rettungswagen den Pausenhof. Die Sanitäter nahmen eine erste Versorgung vor. Zwei Minuten darauf kreiste der Rettungshubschrauber mit Notarzt Andreas Callies an Bord über dem Pausenhof und setzte zur Landung an. Als die Rotoren ausgelaufen waren, durften die Schüler die Maschine ganz genau unter die Lupe nehmen.

Im Notfall immer 112 wählen

'Das heute war nur eine Übung. Wir wollten euch zeigen, was im Notfall passiert', erzählte Pilot Rüdiger Engler. Dann riet er den Grundschülern, bei Notfällen immer die Telefonnummer 112 zu wählen. 'Wenn es einen Notfall gibt, dann zeigt Zivilcourage. Hingehen statt weglaufen, auch wenn man nur eine Hand hält', so der Pilot. Dann zeigte er den Klassen nacheinander die Maschine.

'Der Christoph 6 ist schon seit 40 Jahren am Bremer Klinikum Links der Weser stationiert. Wir leisten Hilfe bei Notfällen aller Art, vom Verkehrsunfall über den Schlaganfall bis hin zum Herzinfarkt', berichtete der Rettungsflieger den Grundschülern. 'Der Hubschrauber hebt immer mit drei Mann Besatzung ab. Neben dem Piloten ist ein Rettungsassistent und natürlich der Notarzt mit an Bord', erklärt Engler.

Die Übung nutzte der ADAC, um ein neues Arbeitsbuch für Grundschüler zum Thema 'Erstausbildung' vorzustellen. In der Broschüre wird auf spielerischem Weg das richtige Verhalten bei Notfällen erklärt. 'Dieses Buch ersetzt natürlich keinen Erste-Hilfe-Kurs. Aber wir möchten den Kindern ein erstes Rüstzeug an die Hand geben', sagt der Pilot.

Ermöglicht wurde der Druck des Heftes von Sponsoren. Im Landkreis Verden sollen in den kommenden Tagen über 1500 Bücher an den Grundschulen verteilt werden. Im Großraum Bremen sind es über 20000. 'Wir hoffen, dass durch eine gezielte Ausbildung und das Engagement unserer jüngsten Ersthelfer immer die richtige Hilfe zum richtigen Zeitpunkt erfolgen kann und wird', so der ADAC-Pilot.

Beeindruckt von dem Ablauf der Übung zeigte sich Agnes Gerken-Lüllmann. 'Der Hubschrauber war unwahrscheinlich schnell da und hat präzise auf dem Schulhof aufgesetzt', so die Badener Schulleiterin. Nun hofft sie, dass der ADAC-Hubschrauber nie für einen Ernstfall auf dem Pausenhof landen muss.

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