Amtsgericht Achim

„Es gibt viel zu tun“

Vor Kurzem haben nach langer Wartezeit die Umbauarbeiten am Achimer Amtsgericht begonnen. Davon machte sich nun auch die Niedersächsische Justizministerin Barabara Havilza vor Ort ein Bild.
01.08.2019, 16:56
Lesedauer: 2 Min
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„Es gibt viel zu tun“
Von Elina Hoepken
„Es gibt viel zu tun“

Amtsgerichtsdirektorin Sabine Reinicke (links) gab der Justizministerin Barbara Havliza einen Einblick in die Arbeit am Achimer Amtsgericht. Natürlich stand bei dem Besuch auch die Sanierung der ehemaligen JVA auf der Agenda.

Björn Hake

Die ehemalige Justizvollzugsanstalt (JVA) in Achim ist derzeit absolutes Sperrgebiet. Alles ist hermetisch abgeriegelt – hier kommt niemand rein. Nicht einmal, wenn man wie Barbara Havliza Niedersächsische Justizministerin und gerade zu Besuch in der Weserstadt ist. Der Grund dafür dürfte allerdings nicht nur sie, sondern vor allem auch die Amtsgerichtsdirektorin Sabine Reinicke sehr freuen. Zutritt verboten ist in dem Gebäude nämlich derzeit, weil vor rund einem Monat endlich die Arbeiten für den Umbau der JVA begonnen haben.

Wie berichtet, soll der Gebäudeteil, der in den vergangenen Jahren hauptsächlich als Archiv genutzt wurde, nach einer umfangreichen Sanierung Platz für neue Büroräume mit Archivflächen, ein Aktenlager und einen Sozialraum schaffen. Eine der ursprünglichen Gefängniszellen soll auch weiterhin als kleines Mini-Museum erhalten bleiben. Die Achimer JVA wurde seit vielen Jahren schon nicht mehr als Gefängnis genutzt. Bereits 2012 schloss das Land die Einrichtung, da sie, nachdem in Bremervörde ein größeres Gefängnis in Betrieb genommen worden war, nicht mehr benötigt wurde.

Räume werden vom Asbest befreit

„Es gibt hier vor Ort viel zu tun und jetzt packen wir es an“, sagte Havliza mit Blick auf die Bauarbeiten. Derzeit müssen die Räume allerdings erst einmal vom Asbest befreit werden, der bei der vorherigen Untersuchung der alten Bausubstanz entdeckt worden war. Insgesamt zwei Monate soll alleine die Asbestsanierung dauern, danach werden dann zunächst einmal alle Fenster komplett erneuert. Der Umbau der Räume wird schließlich im neuen Jahr beginnen. Dann bekommt das Amtsgericht über kurz oder lang auch einen Fahrstuhl, der im Zwischengang angebracht werden soll. „Damit wird das Gebäude erstmals auch barrierefrei zugänglich“, freut sich Reinicke. Insgesamt soll der Umbau nach derzeitigen Schätzungen rund 1,5 Millionen Euro kosten, die vollständig vom Land Niedersachsen getragen werden.

Doch schon die Vorbereitungen auf die Bauarbeiten haben die Mitarbeiter vor Ort einiges an Arbeit gekostet. „Wir mussten die komplette JVA leer räumen“, berichtet Reinicke. „Jeder Stuhl, jedes Stück Papier mussten entfernt werden, bevor die Asbestsanierung beginnen konnte.“ Derzeit lagert all das nun in Containern und auf dem Dachboden. „Die Mitarbeiter haben nebenbei wirklich einiges zu stemmen“, weiß auch die Justizministerin. „Sie müssen nicht nur organisatorisch einiges leisten, sondern eben auch die Baumaßnahme aushalten – mit ihrem Lärm und allen Unannehmlichkeiten.“ Denn der Dienstbetrieb läuft natürlich ganz normal weiter.

Zentrale Unterbringung als Ziel

Das große Ziel, das hier alle Justizmitarbeiter vor Ort haben und das nach eigenen Angaben auch die Justizministerin selbst teilt, ist, dass irgendwann das gesamte Amtsgericht zentral an einer Stelle untergebracht ist. Derzeit ist die Einrichtung neben dem Hauptsitz an der Obernstraße nämlich zusätzlich auch noch im früheren Rathaus sowie im angrenzenden Gebäude (Nebenstelle II) an der Straße „Am Rathauspark“ untergebracht. Insbesondere Letzteres ist jedoch stark sanierungsbedürftig. „Das ist definitiv kein Zustand, den wir noch viele Jahre halten können“, weiß auch Havliza. Daher sei es sehr wichtig, dass der Umbau am Hauptgebäude nun endlich begonnen habe.

Wie lange die Arbeiten insgesamt dauern werden, könne sie derzeit allerdings noch nicht genau sagen. „Bei solch alten Gemäuern weiß man leider nie, ob irgendwo noch eine Überraschung wartet“, sagt die Ministerin. „Ich würde mich allerdings sehr freuen, wenn wir es schaffen, dass wir das Ganze bis Ostern 2021 in trockenen Tüchern haben.“ Immerhin sei der Umbau auch eine Investition in die Zukunft des Justizstandortes. „Auch wir müssen uns schließlich die Frage stellen, wie wir Nachwuchs auch in die kleineren Gerichte bekommen.“

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