Müllentsorgung Fahrstuhl für den Müll

Für den Müll in Achim geht's zukünftig abwärts. Auf dem Bibliotheksplatz hat die Stadt ein unterirdisches Müllentsorgungssystem eingerichtet. Insgesamt hat das Projekt rund 65 000 Euro gekostet.
04.08.2017, 18:04
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Fahrstuhl für den Müll
Von Elina Hoepken

Achim. Mit einem leisen Quietschen fährt die silberne Metallplatte hoch und legt ein tiefes Loch im Boden frei. Darin verbirgt sich – wie der Geruch schnell verrät – das neue Müllentsorgungssystem der Stadt Achim. „Müllunterflursystem“ heißt es und es soll die Abfallentsorgung des Rathauses, der „Alten Feuerwache“ und des „Atriums“ verbessern. Ab sofort stehen die großen Müllcontainer nicht mehr auf der Straße, sondern warten unter der Erde auf ihre Abholung. Bis vor Kurzem fristeten sie ihr Dasein noch in der überirdischen Abfall- und Fahrradabstellanlage zwischen dem Rathaus und der „Alten Feuerwache“. Doch der Stadt wurde immer klarer, dass der Platz zukünftig nicht mehr ausreicht.

„Durch den Umzug der Stadtbibliothek ins Rathaus im Jahr 2015 gingen Räume verloren und es musste nach einer neuen Möglichkeit für die Unterbringung der Abfälle geschaut werden“, erklärt Stadtplanerin Monika Nadrowska. Hinzu sei noch die Umnutzung der alten Bibliothek als Gastronomie gekommen. Schritt für Schritt wurde der Platz in der bisherigen Abstellanlage für Fahrräder kleiner und für den Müll größer. „Wir haben lange diskutiert, wie man die Situation verbessern kann“, sagt Nadrowska. Das Ergebnis steht nun zwischen dem Restaurant „Alte Feuerwache“ und dem Rathaus, parallel zur Straße „Am Marktplatz“. Drei silberne Einwurfschächte – einer für das Rathaus, einer für das „Atrium“ und einer für die „Alte Feuerwache“– die jeweils zu einem 1100 Liter umfassenden Müllcontainer für Rest- und Biomüll führen.

Rund einen Monat haben die Bauarbeiten für den unterirdischen Müllstellplatz gedauert, die Kosten liegen bei rund 65 000 Euro. „Wir hatten in der Vergangenheit auch andere Lösungen, etwa eine Unterbringung in einem Kälteraum im Rathaus, diskutiert, aber diese wären noch kostspieliger oder nicht praktikabel gewesen“, sagt Nadrowska. Im gesamten Landkreis Verden ist die Stadt Achim bisher die einzige mit einem solchen „Müllunterflursystem“.

Mit dem jetzigen Ergebnis ist die Stadtverwaltung nun vollauf zufrieden. „Dadurch, dass die Mülltonnen nicht mehr auf der Straße stehen, gibt es keine unangenehme Geruchsentwicklung“, sagt Heidi Eden vom Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung. Und auch optisch werde der Bereich um die alte Bibliothek und das Rathaus dadurch aufgewertet. Im Umfeld der Gastronomie ist die Stimmung jedoch nicht ganz so euphorisch. Die Einwurfschächte seien zu klein und scharfkantig und das System daher nicht optimal, heißt es.

Die Umgestaltung der Müllentsorgung ist jedoch nur ein kleiner Teil, mit dem der Bibliotheksplatz in den kommenden Wochen und Monaten auf Vordermann gebracht werden soll. „Dieser zentrale Platz der Stadt wurde in den vergangenen Jahren etwas vernachlässigt“, gibt Monika Nadrowska zu. Das solle sich nun ändern. Aktuell werden in der Straße „Am Marktplatz“ beispielsweise neue Behindertenparkplätze errichtet, der Fahrradunterstellplatz wird in den kommenden Tagen gesäubert und neu gestrichen. Und auch auf dem Platz selbst werden im Schatten des großen Baumes neben der „Alten Feuerwache“ noch zusätzliche Sitzgelegenheiten und Spielgeräte für Kinder ihren Platz finden. „Der Ort ist bei den Achimern sehr beliebt und daher wollen wir ihn noch etwas aufwerten“, sagt Nadrowska. Bis zum Ende des Jahres soll das „Projekt Bibliotheksplatz“ abgeschlossen sein.

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