Vorfall in der Lahofhalle in Baden Feuerwehr wird nicht immer automatisch alarmiert

Aus Versehen löste ein Zuschauer während eines Volleyballspiels in der Badener Lahofhalle am Sonntag den Feueralarm aus. Die Feuerwehr wurde aber nicht automatisch alarmiert. Keine Seltenheit in Achim.
08.03.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Feuerwehr wird nicht immer automatisch alarmiert
Von Kai Purschke

Zum Glück war nichts vorgefallen. Eine Unachtsamkeit hatte am Sonntagnachmittag zu einem Feueralarm in der Lahofhalle in Baden geführt – die Volleyballteams und die rund 200 Zuschauer waren aber nicht in Gefahr. Aus Versehen hatte jemand den Alarmknopf, der von einer kleinen Scheibe geschützt ist, eingedrückt und das Sirenengeheul ausgelöst. So beschreibt es Bürgermeister Rainer Ditzfeld, der sich unter den Zuschauern befand. Die Feuerwehr allerdings wurde nicht automatisch alarmiert, denn die Halle verfügt über keine Brandmeldeanlage. Keine Seltenheit in Achim, was die Ausstattung öffentlicher Gebäude mit solchen Anlagen angeht.

„Bei uns ist jetzt keine Nervosität ausgebrochen“ versicherte Steffen Zorn, Leiter der städtischen Grundstücks- und Gebäudeverwaltung, auf Nachfrage. Denn jedes Gebäude müsse individuell betrachtet werden und laut der jeweiligen Baugenehmigung sei solch eine vollautomatische Anlage vorgeschrieben oder eben nicht. Für die Lahofhalle ist sie das nicht, genauso wenig wie für andere öffentliche Gebäude in Achim. Gleichwohl hat der Vorfall dafür gesorgt, dass die Stadtverwaltung sich noch mal näher mit dem Thema auseinander setzen wird.

Allein schon, weil die Situation am Sonntag auch für Rathauschef Ditzfeld Fragen aufgeworfen hat. „Die Halle musste nicht geräumt werden, es war schnell klar, dass es nicht brennt“, sagte er. Der Umstand, dass die Feuerwehr über die Leitstelle in Verden nicht automatisch alarmiert wurde, sondern Ditzfeld sie per Notruf anfordern musste, hatte ihn aber neugierig gemacht. Zumal so recht niemand vor Ort wusste, wie sich die Sirene wieder abstellen lässt. Steffen Zorn erklärte dazu, dass ein Knopfdruck gereicht hätte, aber niemand gewusst habe, wo er drücken soll. Folglich wird die Verwaltung den Vorfall zum Anlass nehmen, um die eigene Organisation zu überprüfen und noch mal mit den Vereinen zu besprechen, was im Notfall zu tun ist. Zorn geht aber nicht davon aus, dass die Lahofhalle nun nachträglich mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet wird.

In jedem öffentlichen Gebäude befinden sich nach Angaben von Zorn Rauchmelder, sie müssen verpflichtend eingebaut werden. „Für jedes Gebäude gibt es einen Brandschutzplan, der beispielsweise auch die Pläne mit Flucht- und Rettungswegen beinhaltet“, schildert er. Die Lahofhalle verfüge eben über die Sirene, noch dazu „gehen Brandklappen auf für den Rauchabzug“. Die Brandbekämpfer allerdings müssten von Hand gerufen werden. Anders ist das in der Halle Am Arenkamp: Wenn die dortige Brandmeldeanlage auslöst, läuft dies laut Zorn direkt bei der Leitstelle auf. Auch das Achimer Rathaus hat beispielsweise solch eine Anlage, ebenso sollen die Kita Uphusen und der Kita-Neubau an der Halleschen Straße so ausgestattet werden.

Andererseits: Die Halle in Embsen, in der momentan Flüchtlinge untergebracht sind, verfügt noch nicht mal über eine Sirene. Was nach Angaben von Zorn jedoch nicht ungewöhnlich ist. Denn auch wenn die Sporthalle frei steht, gehört sie zur Schule und in Achim hätte keine einzige Schulturnhalle eine Brandmeldeanlage. Lediglich die Schulsporthalle in Uesen habe beim Umbau vor zwei Jahren ein solches Alarmsystem bekommen, wie es jetzt in der Lahofhalle ausgelöst wurde. „In den Schulen gibt es Elektroanlagen, wenn es beispielsweise irgendwo brennt, kann dies direkt über Lautsprecher überall verkündet werden und die Schüler sind gewarnt“, sagte Steffen Zorn.

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