Perspektive Innenstadt Fördermittel sollen in Achim in Pop-up-Stores investiert werden

755.000 Euro bekommt die Stadt Achim aus dem Sofortprogramm "Perspektive Innenstadt". Das Geld soll unter anderem in Pop-up-Stores und eine Ausstellung in der Stadt gesteckt werden.
13.01.2022, 15:48
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Fördermittel sollen in Achim in Pop-up-Stores investiert werden
Von Elina Hoepken

Zu schwammig, zu wenig zukunftsorientiert und insgesamt zu undurchsichtig. Die Politik hatte in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Klimaschutz im November klare Worte für die Pläne der Stadt gefunden. Diese hatte, wie berichtet, vorgestellt, wie sie das Geld aus dem Förderprogramm "Perspektive Innenstadt" des Landes Niedersachsen – immerhin 755.000 Euro – bis Ende März 2023 in unterschiedliche Projekte zur Belebung der Innenstadt stecken möchte. Beziehungsweise schon gesteckt hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadt nämlich per Eilentscheidung des Bürgermeisters bereits rund 140.000 Euro für Permanentbeleuchtungen für Bäume und beleuchtete Tiere verplant. Begründet wurde das damals mit dem zeitlichen Druck, den man hatte. Immerhin sollte die besondere Beleuchtung zur Weihnachtszeit bereits fertig sein.

Und aus Sicht der Verwaltung hat sich diese Investition auch gelohnt. "Lichtkunst und beleuchtete Figuren für die dunkle Jahreszeit erzeugen stimmungsvolle Atmosphäre, sind Anziehungspunkt der Innenstadt und wurden ein begehrtes Fotomotiv in Social Media", heißt es in einer Beschlussvorlage der Stadt, die in der  Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Klimaschutz am 18. Januar auf der Agenda steht. Dann nämlich will die Stadt, wie von der Politik gefordert, einen konkreteren Einblick geben, was mit dem übrigen Geld aus dem Fördertopf angestellt werden soll.

Klar ist, dass jede Einzelmaßnahme – so gibt es das Förderprogramm vor – ein Mindestvolumen von 50.000 Euro haben muss. Förderfähig sind Vorhaben aus den sechs Handlungsfeldern: Konzepte und Strategien, Leerstandsmanagement, Handel und Dienstleistungen, Kultur, Freizeit und Tourismus, Natur und Klimaschutz und Verkehr/Logistik.

Potenzial in fünf Leerständen

Mit Blick auf das Leerstandsmanagement will die Stadt nun endlich das Thema Pop-up-Stores angehen. Das wabert als Idee schon lange immer wieder durch die politischen Gremien, bisher allerdings ohne konkrete Umsetzung. Nun will die Stadt einen Ideenwettbewerb zur Belebung der Leerstandsflächen durch Pop-up-Stores durchführen. "Nach einer ersten Identifizierung der leer stehenden Handelsflächen in der Achimer Innenstadt ergibt sich ein potenzieller Handlungsbedarf für insgesamt fünf Handelsflächen", heißt es. "Es handelt sich hierbei sowohl um Flächen in einer Passage als auch in Solitärgebäuden."

Der Ideenwettbewerb soll sich gezielt an Start-up-Unternehmen und Existenzgründer richten, um ihnen die Chance zur Umsetzung kreativer und nachhaltiger Unternehmensideen zu geben. "Die Ergebnisse aus dem Ideenwettbewerb werden durch eine Jury, die sich aus Vertretern der Stadt Achim, der Politik und der freien Wirtschaft zusammensetzt, ausgewertet und ein Belegungsplan wird verabschiedet." Auf dessen Grundlage werden dann die Verträge mit den Eigentümern geschlossen. Die Laufzeit beträgt bis zu zwölf Monate. Die Stadt Achim ist Mieter der Einzelhandelsflächen und vermietet diese an den zukünftigen Nutzer zu einem reduzierten Mietzins unter. Die Ausschreibung ist für das erste Quartal 2022 angedacht. 80.000 Euro Fördermittel plant die Verwaltung für das Projekt ein.

Anlocke mit "Alltagsmenschen"

Insgesamt 150.000 Euro will die Stadt für den Punkt "Natur und Klimaschutz" investieren. Doch auch hier sitzt der Stadt die Zeit im Nacken. Denn vor dem Hintergrund, dass die Maßnahmen bis Anfang
2023 umgesetzt sein müssen, kommen für die Entwicklung von Grünzonen, die durch das Programm gefördert werden, laut Verwaltung in erster Linie Bereiche rund um den Gieschen-Kreisel in Frage. Wegen der geplanten Neubebauung und der aktuellen Brachfläche dort, soll für den gesamten Bereich ein ganzheitliches Grünkonzept entwickelt werden. Dabei können auch mehrere kleine, aktuell versiegelte Flächen wie die Teilfläche vor dem Hotel Gieschen in das Konzept mit eingebunden werden.

Mit Blick auf Kultur, Freizeit und Tourismus ist unter anderem angedacht, eine Ausstellung mit dem Titel "Alltagsmenschen" in die Innenstadt zu holen. Auf einem etwa dreistündigen Rundgang werden dabei rund 60 lebensgroße Betonfiguren der Künstlerin Christel Lechner gezeigt. "Aufgrund der Erfahrungen in anderen Städten ist mit hohem fünf- bis sechsstelligen Zulauf an Besuchern aus dem gesamten Umland zu rechnen", prognostiziert die Verwaltung. Kostenpunkt hierfür: 90.000 Euro. Weitere 60.000 Euro sollen zudem in eine Neuauflage des Achimer Foodfestivals fließen.

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