Am Otterstedter See ist ein Mann im Feuer in einer Parzelle gestorben – noch weiß niemand, ob es ein Unfall war

Folgenschwerer Brand in der Idylle

Otterstedt. Die Sonne scheint, als wäre nichts gewesen. Am Freitagmorgen ist es ungewöhnlich frühlingshaft am Otterstedter See (Pastorensee) und den umliegenden kleinen Parzellen und Ferienhäusern.
11.03.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Tina Hayessen

Otterstedt. Die Sonne scheint, als wäre nichts gewesen. Am Freitagmorgen ist es ungewöhnlich frühlingshaft am Otterstedter See (Pastorensee) und den umliegenden kleinen Parzellen und Ferienhäusern. Menschen genießen das Wetter, drehen mit dem Hund eine morgendliche Runde. Doch noch vor einigen Stunden wütete hier ein Feuer – mit schrecklichen Folgen. Bei dem Brand ist ein Mann ums Leben gekommen. Die Polizei rechnet damit, dass es sich um den 67-jährigen Bewohner der nun völlig ausgebrannten Parzelle handelt. „Das ist aber noch nicht bestätigt“, erklärt Polizeipressesprecher Jürgen Menzel. Ob es ein Unfall oder ein Verbrechen war, ist sogar völlig unklar, versichert die Polizei am Freitag nach ersten Ermittlungen.

„Da war ein Knall, um 5 Uhr. Ich habe mich noch gefragt: Wer knallt denn hier so früh rum?“, erinnert sich eine Anwohnerin. Doch schließlich habe sie sich einfach wieder schlafen gelegt. Die Frau steht mit fassungslosem Gesicht mit ein paar Nachbarn zusammen und bespricht das frühmorgendliche Drama auf einem der zahlreichen kleinen Wege. Den Knall haben mehrere Menschen gehört, versichert die Gruppe. „Um kurz nach 5 Uhr hatten Anwohner den Brand gemeldet“, heißt es auch im Bericht der Polizei.

Als nur wenig später die ersten Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr am Unglücksort eintrafen, habe die Parzelle laut Polizei bereits völlig in Flammen gestanden. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Otterstedt und Ottersberg waren demnach mit einem Großaufgebot von mehr als 30 Einsatzkräften vor Ort. Mit Atemschutz ausgestattet bekämpften sie das Feuer. Die Löscharbeiten zogen sich bis gegen 7 Uhr hin. Eine Brandwache blieb bis zum Mittag. Durch die starke Rauch- und Hitzeentwicklung wurden eine benachbarte Parzelle sowie zwei auf den beiden Grundstücken stehende Fahrzeuge ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen.

Noch Stunden später qualmt es aus den Ruinen. „Ach du Schreck“, seufzt eine Anwohnerin, die an dem Brandort vorbeigeht. Und noch einmal: „Ach du Schreck.“ Das will sie sich lieber nicht näher ansehen, sagt sie und geht. Das Bild ist in der Tat traurig. Von den Autos sind nur zwei Metall-Gerippe übrig geblieben. Die Parzelle ist als solches kaum noch zu erkennen. Eine verkohlte Schallplattensammlung und einige weitere Habseligkeiten liegen dort. Ansonsten ist nur noch zu erahnen, dass hier vor einigen Stunden noch eine Wohnung war. Jetzt ist die Polizei vor Ort. „Wir machen erst einmal nur die Tatortaufnahme“, erklärt einer der Beamten. Alles, was für die Ermittlungen interessant werden könnte, wird aufgeschrieben und fotografiert. „Der Zustand erschwert natürlich die Ermittlungsarbeit“, gibt Jürgen Menzel zu bedenken. „Die Brandursache ist noch nicht klar“, betont er noch einmal. Dass es schon in den vergangenen Jahren immer wieder zu zum Teil schweren Bränden am Otterstedter See gekommen ist, weiß er. „Das ist allein in meiner Zeit hier mehrfach passiert, mit sehr unterschiedlicher Schwere.“ Heißt also: Längst nicht immer wurde ein Mensch verletzt oder musste gar sein Leben lassen. Doch die Fälle, erklärt Menzel, seien sehr unterschiedlich. Alleine die Brandursachen seien verschiedene gewesen. „Schon wieder, immer hier“, kommentiert ein weiterer Anwohner das nächtliche Unglück. Auch ihn beschäftigt die Frage, warum es überhaupt zu dem Brand in der Parzelle gekommen ist. „Vielleicht Gas?“ Doch seine Nachbarin hält das für eher unwahrscheinlich. Bei ihr komme doch auch regelmäßig der Gasmann vorbei und überprüfe die Technik. „Das müsste doch alles sicher sein“, sagt sie. Vorsorglich waren am frühen Morgen mehrere Anwohner evakuiert worden. Der rein finanzielle Schaden beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf mehrere Zehntausend Euro. Angehörige einer spezialisierten Tatortgruppe der Polizeiinspektion Verden/Osterholz nahmen die ersten Ermittlungen auf, später übernahmen Brandermittler des Zentralen Kriminaldienstes.

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