Fotowettbewerb in Achim

Friedhöfe im Fokus

Der Fotowettbewerb in Achim zum „Tag des Friedhofs“ ist entschieden: Eine fachkundige Jury hat die Preisträger bestimmt, die zum Teil mit zwei Aufnahmen überzeugen konnten.
28.09.2020, 16:08
Lesedauer: 3 Min
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Friedhöfe im Fokus
Von Kai Purschke
Friedhöfe im Fokus

Hilke von Mach-Eickhorst, die den Fotowettbewerb mit organisiert hat, freut sich über die Bilder, die noch bis zum 28. Oktober in der Clüverkapelle zu sehen sind.

Björn Hake

Der Fotowettbewerb zum „Tag des Friedhofs“ ist entschieden – eine Jury hat die ihrer Meinung nach besten Bilder gekürt. Die ersten drei Preisträger haben gespendete Preise bekommen, am Sonntag wurde die Ausstellung der Fotos nun eröffnet, die alle Einsendungen der insgesamt 20 Teilnehmer zeigt. Zu sehen ist die Ausstellung in der Clüverkapelle in der St.-Laurentiuskirche und zwar bis zum 28. Oktober dieses Jahres.

Der Gewinner des Wettbewerbs hatte gleich zwei Aufnahmen eingereicht und mit beiden Fotos gewonnen: Michael Hornung aus Achim. Eines seiner Fotos zeigt den mächtigen Baumstamm einer Rotbuche, die im Vordergrund zu sehen ist. „Das durch die Blätter fallende Licht sowie das braunrot und grün leuchtende Moos erzeugen eine Stimmung wie in einem Märchenwald“, heißt es in Hornungs Bildbeschreibung. Und doch zeigt die Aufnahme einen Friedhof, was zu erkennen ist, wenn das Auge wandert. So sind weiter hinten Grabsteine zu sehen und ein schlankes Gitterfenster einer alten Kapelle. So weiß der kundige Betrachter, dass es sich um den Friedhof am Rathauspark handelt.

Die zweite Hornung-Aufnahme zeigt Menschen: Torben Harling und Bastian Becker tragen Arbeitskleidung und schauen mit ernster Miene. Die Schaufeln in den Händen und die äußeren Umstände zeigen, dass die beiden gerade ein Grab ausheben. Der Fotograf hat sich dabei in die Grube gestellt und schräg nach oben fotografiert. Natürlich habe Michael Hornung mit diesem Motiv dem Thema des Wettbewerbs entsprechen wollen, aber: „Die wesentliche Motivation für dieses Bild war für mich, den auf dem Friedhof arbeitenden aber oft im Hintergrund bleibenden Menschen ein Gesicht zu geben.“ Das erklärte Michael Hornung zu seinem Foto.

Bernd Fischer aus Achim belegte mit seiner Aufnahme den zweiten Platz. Er hat keinen Titel zu seiner Schwarz-Weiß-Fotografie angegeben, das Foto zeigt unmissverständlich, dass das Thema „Friedhöfe“ getroffen wurde. Zu sehen ist offensichtlich eine Reihe von Kriegsgräbern, die Grabsteine haben die Form von Kreuzen und über den Namen der Toten ist jeweils das Eiserne Kreuz zu erkennen. Der Rasen rund um die Grabsteine offenbart, dass er nicht unbedingt kürzlich gemäht wurde.

Platz drei geht an den Achimer Peter Bischoff, der seinen aus zwei Aufnahmen bestehenden Beitrag unter dem Titel „St. Laurentius“ eingereicht hat. Nebel dominiert die beiden Schwarz-Weiß-Fotografien, sodass auf dem einen Bild der Turm der St. Laurentiuskirche nur in Umrissen zu erkennen ist. Die Turmspitze ist nur noch zu erahnen, während weiter unten im Bild der Kirchenbau und die davor stehenden Grabsteine eher düster wirken. Auf dem zweiten Foto gibt es nicht weniger zu entdecken: Zahlreiche Äste und Zweige ragen ins Bild, diverse Büsche auf und zwischen den Gräbern sorgen für Kontraste, während der Nebel den Hintergrund verschlingt.

Die Jury, der die erwähnten Aufnahmen besonders gut gefallen haben, setzt sich zusammen aus Jürgen Nogai, ein ehemaliger Kunstlehrer der Realschule Achim und Architektur-Fotograf aus Bremen sowie Los Angeles, Stefan Bischoff, ehemaliger Inhaber des „Foto-Bischoff“ in Bremen und Achimer Bürger sowie Gabriele Tinscher, Fotografin und Dozentin für Fotografie (Mitglied des Achimer Kunstvereins) und Heidi Riedl vom Bestattungshaus GeBeIn in Achim.

„Nach der Ausstellung in der Clüverkapelle ist noch ein weiterer Termin an einem anderen Ausstellungsort in Achim geplant“, verriet Mitorganisatorin Hilke von Mach-Eickhorst schon mal. Sie ist auch ein bisschen sowas wie die Initiatorin, denn nachdem sie vor einiger Zeit die Landschaftsarchitektin Verone Stillger eingeladen hatte, die zum Thema Friedhof sowie Wandel und Neugestaltung der Friedhöfe gesprochen hatte, kam das Organisationsteam erstmals zusammen. Und so hatten sich die Betreiber der Achimer Friedhöfe (Kirchengemeinde und Stadt), ein Steinmetz, Friedhofsgärtner und Bestatter getroffen, um den diesjährigen „Tag des Friedhofs“ zu planen, der am 19. September stattfinden sollte.

Wie berichtet, wollten sie mit dem Fotowettbewerb und der Ausstellung den jährlich stattfindenden Tag interessanter für die Besucher gestalten. Dann aber machte die Corona-Pandemie die Veranstaltung unmöglich. „Nach der Absage haben wir den Wettbewerb ganz bewusst erhalten“, erzählte Hilke von Mach-Eickhorst. Denn alle Organisatoren seien begeistert von den zahlreichen Einsendungen gewesen. „Zumal ähnliche Wettbewerbe in anderen Gemeinden sehr viel weniger Einsendungen bekamen“, wie sie wissen.

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