Achimer Pastor nun im Ruhestand

Freude auf Veränderung

35 Jahre lang war Dietrich Hoffmann Pastor der St.-Laurentius-Gemeinde. Am Reformationstag wurde er nun in den Ruhestand verabschiedet. Er freut sich jetzt vor allem auf mehr Zeit mit seiner Familie.
31.10.2019, 17:53
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Freude auf Veränderung
Von Elina Hoepken
Freude auf Veränderung

Dietrich Hoffmann (links) hat sich im Beisein von Superintendent Fulko Steinhausen von der Gemeinde verabschiedet.

Björn Hake

Wenn es nach 35 Dienstjahren einen guten Zeitpunkt gibt, um zu gehen, dann hat Dietrich Hoffmann ihn wohl gefunden. Pünktlich zum Start seines Ruhestandes wird der – nun ehemalige – Pastor der Achimer St.-Laurentius-Gemeinde nämlich passenderweise gleich zwei Mal Großvater. „Und nun habe ich endlich Zeit, mich mehr um meine Familie zu kümmern. Denn die ist in den vergangenen Jahren ein manches Mal zu kurz gekommen“, gibt Hoffmann offen zu. Seinen Abschied feierte er – ebenfalls sehr passend – am Reformationstag mit einem Gottesdienst und einem anschließenden Empfang.

Und mit seinem letzten gehaltenen Gottesdienst endet für den 65-Jährigen ein Beruf, den er selbst als „Traumjob“ bezeichnet. „Ich blicke sehr zufrieden auf meine Zeit in Achim zurück und habe wirklich sehr gerne hier gearbeitet“, sagt Hoffmann. Wehmütig wird er bei dem Gedanken an seinen Ruhestand aber dennoch nicht. „Vor fünf oder zehn Jahren hätte ich mir sicherlich noch nicht vorstellen können, zu gehen, aber jetzt freue ich mich auf den Ruhestand und darauf, dass der Druck dann weg ist“, sagt er. Daher verbinde er mit dem Tag seiner Verabschiedung auch ein Gefühl von Erleichterung. „Denn manchmal war es doch auch sehr anstrengend.“

Arbeit in Achim 1984 aufgenommen

Angefangen hat es im Juli 1984, als Dietrich Hoffmann als Pastor seine Arbeit in Achim aufnahm, zuständig war er für den Pfarrbezirk Bierden. Dass er über drei Jahrzehnte hier bleiben sollte, habe er damals eigentlich nicht geplant. „Ich wollte erst einmal alles auf mich zukommen lassen“, erzählt er. Aber irgendwann sei Achim dann eben zu seinem Zuhause geworden. Und so ist Hoffmann mit seiner Frau und den vier Kindern geblieben und hat sein ganzes Herzblut in die Gemeindearbeit gesteckt.

„Das Gemeindeleben im Gemeindehaus Bierden war wirklich toll“, erinnert sich Hoffmann zurück. Dort hatte er unter anderem die Männer-Kochgruppe Bierden (KGB) oder auch den Eltern-Kind-Gesprächskreis ins Leben gerufen. „Wenn man sich als Pastor engagiert, ist in einer Gemeinde viel möglich“, sagt Hoffmann mit Blick auf das Gemeindeleben. „Aber alleine kann man nichts erreichen. Man braucht immer auch Ehrenamtliche, die einen unterstützen.“ Glücklicherweise habe er nie Probleme gehabt, diese in seiner Gemeinde zu finden.

Offene und einnehmende Art

Das liegt sicherlich auch an seiner offenen und einnehmenden Art. Die Nähe zu den Menschen sei ihm immer sehr wichtig gewesen. Umso einschneidender war da natürlich 2017 die Entscheidung der evangelischen Gemeinde, aus finanziellen Gründen das Gemeindehaus in Bierden zu schließen und stattdessen das Laurentiushaus an der Pfarrstraße als zentralen Treffpunkt zu errichten. „Der Verkauf des Gemeindehauses hat natürlich weh getan, aber es war eine notwendige Entscheidung“, sagt Dietrich Hoffmann heute. „Auch wenn wir als Gemeinde so natürlich auch ein Stück weit die Nähe zu den Menschen verlieren.“

Hoffmann selbst hat jedoch stets versucht, den Kontakt zu seinen Gemeindemitgliedern nicht zu verlieren. „Ich kann gut auf Menschen zugehen“, sagt er. Aber – was in seinem Berufsleben manchmal noch viel wichtiger gewesen sei – er könne sich selbst auch zurücknehmen. „Ich kann auch mal die Klappe halten und den Menschen einfach nur zuhören.“ All diese Fähigkeiten haben sich in den vergangenen 35 Jahren bezahlt gemacht. So war Hoffmann neben seiner Tätigkeit in Achim im Kirchenkreis Verden auch als Notfallseelsorger und Krankenhausseelsorger aktiv. „Ich habe als Pastor auch immer viel mit dem Thema Sterben zu tun gehabt“, sagt Hoffmann. Ausgleich dazu habe er bei gemeinsamen Radtouren mit seiner Frau oder auch bei der Gartenarbeit gefunden. „Das ist wie eine Therapie für mich.“

Mehr Zeit für die Familie

In Zukunft wird er für all diese Dinge noch mehr Zeit haben. Denn Zeit war genau das, was ihm – zumindest für Privates – in den vergangenen Jahren häufig fehlte. „Ich freue mich jetzt auf genügend Zeit, um in Ruhe die Zeitung oder ein Buch zu lesen, um im Garten zu arbeiten oder auch einfach nur ins Koki zu gehen“, zählt Hoffmann auf. „Und am wichtigsten natürlich auf mehr Zeit für meine Familie.“

Info

Zur Sache

Neue Aufteilung der Pfarrbezirke

Für die Mitglieder der St-Laurentius-Gemeinde sind mit dem Weggang von Dietrich Hoffmann einige Veränderungen verbunden. Die Pastorenstelle des 65-Jährigen soll nämlich nicht neu besetzt werden. Die Kirchengemeinde muss daher nun mit drei, statt wie bisher mit vier Pastoren auskommen. Aus diesem Grund wurden die Pfarrbezirke neu und möglichst gleichmäßig nach ihren Gemeindemitgliedern aufgeteilt. So wird Pastorin Marina Kortjohann zukünftig neben Embsen und Borstel auch für den Bereich Bierden zuständig sein, während Pastor Christoph Maaß den Bereich der Mitte sowie dem größeren Teil von Achim-Nord und Pastor Ulrich Wilke Uesen und den anderen Teil von Achim-Nord betreuen werden.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+