Grundschule Uphusen „Für mich schließt sich hier der Kreis“

Doris Trettin hat schon in Zentralamerika und Spanien gearbeitet. Seit dem 1. Februar ist sie jetzt die neue Schulleiterin an der Grundschule in Uphusen.
12.02.2020, 16:08
Lesedauer: 3 Min
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„Für mich schließt sich hier der Kreis“
Von Elina Hoepken

Wer in den vergangenen Tagen die Grundschule in Uphusen besucht hat, der sieht sofort, dass hier etwas anders ist. Direkt am Eingang des Schulgebäudes klebt nämlich ein DIN A4-Zettel. Darauf grüßt ein freundliches „Moin Moin“ zusammen mit einem Foto von Doris Trettin die Besucher. Trettin ist seit dem 1. Februar die neue Leiterin an der Grundschule Uphusen und sie hat diesen Weg gewählt, um sich möglichst schnell bei möglichst vielen bekannt zu machen. Immerhin folgt sie auf Bärbel Haverkamp, die ganze 17 Jahre lang die Geschicke der Schule gelenkt hat. „Ich freue mich darauf, Sie und euch kennenzulernen“, steht etwas weiter unten auf dem Zettel und diese Freude ist der 57-Jährigen beim Gespräch in ihrem Büro auch anzumerken.

„Am vergangenen Mittwoch hatte ich meinen ersten Tag und ich fühle mich jetzt schon sehr wohl hier“, sagt Trettin. „Momentan bin ich natürlich noch in der Findungsphase und es prasseln viele Informationen auf mich ein, aber ich habe von den Kollegen bereits viel Unterstützung bekommen und bin von allen wohlwollend aufgenommen worden.“ Dass Trettin neue Herausforderungen nicht scheut und diesen durchaus gewachsen ist, hat sie in ihrer beruflichen Laufbahn schon häufiger unter Beweis gestellt. So war die gebürtige Oldenburgerin nach ihrem Referendariat in Bremen zwölf Jahre lang als Lehrerin an der Grundschule in Oyten tätig. Von dort aus zog es sie dann als sogenannte „gesandte Auslandsdienstlehrkraft“ nach El Salvador, wo sie als Schulleiterin an der Deutschen Schule arbeitete.

Vom Fernweh getrieben

„Mein Mann und ich lebten damals noch in Fischerhude, aber irgendwann packte uns einfach das Fernweh und wir wollten noch einmal etwas anderes sehen“, erinnert sich Trettin. Als dann das Angebot kam, in El Salvador zu arbeiten, entschieden sich beide, den Schritt zu wagen. „Wir waren allerdings ein Jahr zuvor bereits vor Ort, um zu schauen, ob und wie man dort leben kann“, sagt die Schulleiterin. „Immerhin ist El Salvador eines der gefährlichsten Länder der Welt.“ Dementsprechend anders sah daher beispielsweise auch das Schulumfeld vor Ort aus. „Es gab überall Wachposten und Kameras und die Schüler wurden einzeln von ihren Eltern mit den Autos vorgefahren, weil die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln einfach zu gefährlich gewesen wäre.“

Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen habe ihr die Zeit dort sehr gut gefallen. „Es war eine interessante Tätigkeit mit einem internationalen Kollegium“, erzählt Trettin. „Noch heute habe ich Kontakte nach El Salvador und es ist schön, dass man dort eine zweite Heimat hat.“ Nach sechs Jahren lief ihr Vertrag jedoch aus und Doris Trettin kam mit ihrem Mann zurück in den Landkreis Verden. Ein Jahr lang arbeitete sie daraufhin an der Grundschule in Langwedel.

Ab ins Baskenland

Das Fernweh ließ sie allerdings noch immer nicht los. „Ich hatte immer noch nicht genug vom Ausland“, sagt sie und lacht. Also ging es erneut in die weite Welt. Dieses Mal als Schulleiterin der Deutschen Schule nach San Sebastian in Spanien. Von dort aus kehrte sie 2015 an die Grundschule Sagehorn zurück, wo sie als Konrektorin tätig war. Und nun steht neben all diesen Stationen eben auch Uphusen auf ihrer Liste. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das jetzt meine letzte Station ist und ich bis zum Ruhestand hier bleibe“, sagt Trettin. „Für mich schließt sich hier der Kreis.“

Die ersten Tage und Wochen in ihrer neuen Position will sie nun vor allem auch dafür nutzen, die Strukturen vor Ort kennenzulernen und zukünftige Bedarfe und Wünsche abzuklopfen. „Mein Ziel ist es, die guten Dinge aus der Vergangenheit zu bewahren, aber auch neue Dinge zu entwickeln.“ Hierzu wolle sie natürlich auch die Lehrer mit ins Boot holen. „Wir müssen gemeinsam nach neuen Zielen suchen.“ Es sei im Schulalltag immer wichtig, sowohl das Gemeinwohl im Blick zu haben als auch die Individualität der einzelnen Schüler zu fördern. „Das Wichtigste ist für mich, dass es den Schülern gut geht“, bringt es Trettin auf den Punkt. Dazu sei es unerlässlich, dass alle an einem Strang ziehen – Schüler, Lehrer und die Eltern. „Schule muss so gestaltet werden, dass sie zu einem attraktiven Lernort wird und die Kinder sich dort wohlfühlen“, sagt Trettin.

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