Fußball-Oberliga

TB Uphusen ist mit den jungen Wilden auf dem Vormarsch

Der TB Uphusen musste in den vergangenen Jahren oft um den Klassenerhalt zittern. In dieser Saison wissen die Arenkampkicker von Beginn an zu überzeugen und zeigen ungeahnte Qualitäten.
21.12.2020, 18:30
Lesedauer: 3 Min
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TB Uphusen ist mit den jungen Wilden auf dem Vormarsch
Von Maurice Reding

Wer es mit dem TB Uphusen hält, hat es in den vergangenen Jahren nicht leicht gehabt. Die Arenkampkicker machten den Klassenerhalt in der Fußball-Oberliga des Öfteren erst gegen Saisonende perfekt. Hin und wieder profitierte der TBU auch vom Rückzug einiger Mannschaften, wodurch es einen Absteiger weniger gab. Der Wunsch, eine ruhige Saison zu spielen, schwang immer mit. In dieser Spielzeit sieht es so aus, als könnte dieser Wunsch in Erfüllung gehen. Die Mannschaft von Christian Ahlers-Ceglarek liegt nach acht Spielen in der Staffel Weser-Ems/Lüneburg der zweigeteilten Oberliga auf einem guten sechsten Platz.

Dass es für den Klub aus dem Achimer Westen so gut läuft, hätten wahrscheinlich nur die wenigsten erwartet. Nach dem Trainer-Chaos – Fabrizio Muzzicato musste zunächst seinen Hut nehmen, Nachfolger Achim Hollerieth sorgte für einen unrühmlichen Abgang – mitsamt Saisonabbruch, musste für die kommende Spielzeit ein neuer Coach her. Die Verantwortlichen um Uphusens Sportlichen Leiter Florian Warmer überraschten mit einer internen Lösung. Der eigentliche Stammkeeper Christian Ahlers-Ceglarek tauschte seinen Platz im Tor mit dem an der Seitenlinie. Hinzu kam eine rund erneuerte Mannschaft mit vielen jungen Spielern. Dennoch stehen zehn Punkte zu Buche.

Für Christian Ahlers-Ceglarek waren die ersten Monate als Cheftrainer bis zur coronabedingten Saisonunterbrechung intensiv und turbulent. Dennoch zieht er ein mehr als positives Zwischenfazit. „Wir sind absolut zufrieden. Dass wir so abliefern, hätten uns nicht viele zugetraut. Wir hatten einige sehr gute Spiele, aber auch nicht so gute. Das ist aber ein normaler Prozess bei einer jungen Truppe, die sich finden muss. Wir sind auf einem guten Weg“, sagt der Coach, der besonders die Mentalität seiner Spieler lobt: „Die ist top.“ Ahlers-Ceglarek spielt damit vor allem auf die Reaktion der Mannschaft nach der 1:6-Auftaktniederlage beim SC Spelle-Venhaus an. Im ersten Heimspiel gegen Kickers Emden (0:0) standen die Arenkampkicker defensiv stabil und waren dem Sieg am Ende näher als der Gegner. „Hut ab, dass die Mannschaft nach der Klatsche so aufgestanden ist“, hat Ahlers-Ceglarek der Auftritt imponiert.

Beim Rotenburger SV folgte ein umkämpfter 3:2-Derbysieg. „Gegen Emden und Rotenburg haben wir gefightet. Aller Achtung, dass die Mannschaft alles reinwirft“, ist der Coach auch ein paar Monate später noch voll des Lobes. Dass bei den Uphusern die Mentalität stimmt, zeigte auch die Partie beim MTV Eintracht Celle. Der TBU spielte eine gute erste Halbzeit und lag mit 1:0 in Front, geriet dann zu Beginn der zweiten Hälfte aber innerhalb weniger Minuten in Rückstand. Pedro Güthermann und Philipp-Bruno Rockahr drehten die Partie noch zugunsten der Arenkampkicker. Niemals aufgeben und alles reinwerfen ist eine neue Qualität, mit dem der TB Uphusen auch dem ungeschlagenen Tabellenzweiten TuS BW Lohne kurz vor der Unterbrechung ein Remis (0:0) abknöpfte. „Wir haben am Anfang der Saison gesagt, dass wir eine eklige Truppe sein wollen. Der Gegner soll keinen Bock haben, gegen uns zu spielen. Das Spiel gegen Lohne ist da ein Beispiel“, sagt Ahlers-Ceglarek.

Der Klub aus dem Achimer Westen schaffte es, personelle Ausfälle trotz eines kleinen Kaders weitestgehend zu kompensieren. „Wir sind zusammengerückt, denn wir wurden von Spiel zu Spiel immer jünger. Umso wichtiger ist, dass es Leader gibt, die Verantwortung übernehmen“, denkt der TBU-Coach vor allem an seinen Kapitän Philipp-Bruno Rockahr, die Rückkehrer Marco Wahlers und Bastian Helms oder Burak Yigit, der seit vier Jahren im Verein ist. Neben den Etablierten drängen sich aber auch einige der jungen Spieler auf. Mathis Wellmann gehörte, wenn er fit war, zum Stammpersonal und durfte gegen Lohne in Abwesenheit Rockahrs sogar als Kapitän auflaufen. Auch die jungen Wilden wie Jarno Böntgen, Philipp Schippert oder Elario Ghassan durften Oberliga-Luft schnuppern. Keeper Tariq Olatunji schwang sich zu einem sicheren Rückhalt auf und trat das Erbe seines jetzigen Trainers erfolgreich an.

Ahlers-Ceglarek betont immer wieder, dass eine gute Balance zwischen Defensive und Offensive wichtig ist. „Die war in der Vorbereitung schwierig, ist aber nach und nach besser geworden“, sieht er in diesem Punkt Fortschritte, die sein Team mache. Die Basis dafür sei, hinten gut zu stehen. „Das machen wir gut. Die Jungs legen die Basis selbst mit ihrem Einsatz“, sagt Ahlers-Ceglarek, der spielerisch noch Luft nach oben sieht. Wann die Möglichkeit besteht, dies zu verbessern, ist fraglich. Der Spielbetrieb ist bis zum Jahresende ausgesetzt. „Wir waren ganz gut in der Saison, sind aber durch die Unterbrechung ausgebremst worden“, bedauert der Coach die Aussetzung, die aber alternativlos gewesen sei.

Den Blick nach oben in der Tabelle will Christian Ahlers-Ceglarek nicht wagen. „Wir schauen nur auf uns und sind mit den zehn Punkten zufrieden“, sagt der junge Trainer, der es müßig findet, darüber zu spekulieren. „Wir wissen ja nicht, wie es weitergeht.“ Wenn der Spielbetrieb irgendwann fortgesetzt werden sollte, steht zumindest fest: Der TB Uphusen geht den Re-Start in einer guten Ausgangsposition an.

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