Fußball-Oberliga

Pedro Güthermann ist der Neustart beim TB Uphusen geglückt

Pedro Güthermann spielt seit knapp einem Jahr für den TB Uphusen. Davor hatte der Stürmer eine längere Pause vom Fußball eingelegt. Der Neustart am Arenkamp ist ihm geglückt.
13.01.2021, 18:30
Lesedauer: 4 Min
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Pedro Güthermann ist der Neustart beim TB Uphusen geglückt
Von Maurice Reding

Ein kurzer Antritt, gefolgt von einer Körpertäuschung. Pedro Güthermann zieht an seinem Gegenspieler vorbei. Dann ein Schlenzer aus gut 20 Metern. Der Ball fliegt unhaltbar für den gegnerischen Torhüter in den Winkel. Ein Traumtor, das den Fußball-Oberligisten TB Uphusen beim MTV Eintracht Celle zurück in das Spiel brachte. Am Ende stand ein 3:2-Sieg für die Arenkampkicker. Mann des Spiels war zweifelsohne Pedro Güthermann. Der junge Fußballer erzielte neben dem Traumtor die zwischenzeitliche 1:0-Führung. Diesem Doppelpack folgte in der bisherigen Saison noch ein verwandelter Elfmeter in der Partie beim FC Hagen/Uthlede. Drei Treffer in acht Spielen: Das ist keine so schlechte Bilanz für einen gefühlten Neuzugang.

Ganz neu am Arenkamp ist Pedro Güthermann nicht. Der junge Angreifer hatte sich bereits im Januar vergangenen Jahres dem Klub aus dem Achimer Westen angeschlossen. Da die Spielzeit 2019/2020 wegen der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen wurde, lief der Neuzugang lediglich in einem Testspiel und einer Ligapartie im TBU-Trikot auf. „Durch Corona ist es zunächst nicht so gut gelaufen. Das kann man aber nicht ändern“, geht Güthermann gelassen mit der Situation um. Gut eingelebt hat er sich beim TB Uphusen dennoch. „Von der Mannschaft und der Stimmung ist es hier perfekt“, kann der 24-Jährige nur Positives über seine ersten zwölf Monate am Arenkamp erzählen.

Positiv war auch der Start des TBU in die neue Spielzeit. Bis zur coronabedingten Unterbrechung fuhr die Mannschaft von Christian Ahlers-Ceglarek in acht Spielen zehn Punkte ein und liegt in der Staffel Weser-Ems/Lüneburg der zweigeteilten Oberliga auf Rang sechs. „Wir sind eine junge Truppe, die am Anfang Schwierigkeiten hatte. Nach der Niederlage gegen Spelle wurde es von Spiel zu Spiel besser. Jeder hatte Bock und wollte eine Reaktion zeigen. Das haben wir gegen Emden und Rotenburg getan. Wir sind als Mannschaft gewachsen“, ordnet Güthermann ein.

Traum vom Profifußball

Dass die Uphuser eine so gute Rolle in dieser Saison spielen, hätte auch der Stürmer nicht gedacht. Einen Grund für die vielen überzeugenden Spiele sieht Güthermann im Teamgeist, der innerhalb der Mannschaft herrscht. „Es macht Spaß mit einer jungen Mannschaft. Die jungen Spieler wollen Gas geben und sich zeigen“, sagt der 24-Jährige. Hinzu komme die Arbeit des Trainerteams um Chefcoach Christian Ahlers-Ceglarek. „Zecke und das Trainerteam machen das super“, lobt Güthermann, der den Wechsel zu keinem Zeitpunkt bereut hat: „Ich habe alles richtig gemacht. Der Verein hat mich super aufgenommen.“

Für Güthermann war der Wechsel zum TB Uphusen auch eine Rückkehr in den Norden. Der junge Fußballer gehörte jahrelang der Jugend des SV Werder Bremen an und lief in der U17 und U19 in der Bundesliga und damit der höchsten Junioren-Spielklasse auf. Güthermann kam dem Traum vom Profifußball immer näher. In der Saison 2014/2015 kam er zu zwei Kurzeinsätzen in der zweiten Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt in der Regionalliga spielte. „Es lief zunächst alles gut. Ich hatte aber Pech mit Verletzungen und war dann nach und nach raus“, erzählt der 24-Jährige. Während sein Mitspieler Maximilian Eggestein den Sprung in den Profibereich schaffte, platzte dieser Traum für Güthermann. Die erste Spielzeit durchgehend im Herrenbereich absolvierte der junge Fußballer 2015/2016 in der dritten Werder-Mannschaft.

In der Bremen-Liga wollte Güthermann aber nicht dauerhaft kicken. Der Stürmer sah sich nach möglichen Vereinen um – und fand ihn mit dem 1. FC Schweinfurt 05 im Süden der Republik. „Der Verein hat zu mir gepasst, weil er höher spielen wollte. Das wollte ich auch“, begründet der Flügelflitzer diesen Schritt. Doch auch in Schweinfurt lief es für Güthermann nicht wie gewünscht. In der Saison 2016/2017 kam er elfmal für die erste Mannschaft in der Regionalliga zum Einsatz. In diesen elf Spielen wurde der 24-Jährige aber vorwiegend eingewechselt und durfte lediglich einmal von Beginn an ran.

Neben den Einsätzen in der ersten Mannschaft kam Güthermann noch auf zwei Einsätze für die zweite Mannschaft in der Landesliga. Danach entschloss sich der junge Fußballer dazu, eine Pause einzulegen. Körperlich hielt er sich aber weiterhin fit, um bei einem passenden Angebot eines Vereins sofort wieder einzusteigen. Dieses Angebot machte ihm der TB Uphusen. Am Arenkamp wagte er den Neustart nach einer knapp dreijährigen Pause.

Schnelligkeit und gute Technik

Güthermann ist ein Spieler, der durch seine Schnelligkeit besticht und technisch einiges drauf hat. Für einen Flügelflitzer sind das ideale Voraussetzungen. Auch wenn er gerne den Ball hat, als eigensinnig bezeichnet sich der 24-Jährige nicht. „Ich bin ein Teamspieler, der gerne für die Mannschaft spielt“, sagt er. Worte, die wohl jeder Trainer gerne hört. An seinen Schwächen will Güthermann kontinuierlich arbeiten. „Man kann sich überall verbessern“, lautet das Credo des Stürmers. Eine Schwäche hebt er aber hervor. „Kopfballtore sind nicht so mein Bereich“, ist Güthermann offen und ehrlich.

Sollte es einen Re-Start geben, kann der TB Uphusen diesen mit viel Selbstvertrauen angehen. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen, Spaß haben und in den oberen Regionen mitspielen“, steckt sich Güthermann hohe Ziele. Die Rückkehr auf den Trainingsplatz sehnt der 24-Jährige bereits herbei. „Jeder von uns freut sich, wenn wieder Training ist und wir Fußball spielen dürfen“, sagt er. Wann es dazu kommt, erscheint wegen der aktuellen Lage mehr als fraglich. Sollte der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden, ist aber eine Sache gewiss: Pedro Güthermann wird alles versuchen, um seiner Mannschaft zu helfen. Ein echter Teamplayer eben. Der Neustart ist ihm geglückt.

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