Fußball-Oberliga

Die Europameisterschaft als Highlight

Der Job als Betreuer hat Ismail Ismailoglu schon zu vielen Vereinen geführt. 2016 durfte er sogar die türkische Nationalmannschaft bei der Europameisterschafft betreuen. Nun ist er in Uphusen.
09.12.2020, 06:10
Lesedauer: 3 Min
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Von Dennis Glock
Die Europameisterschaft als Highlight

Ismail Ismailoglu nimmt dem Team stets so viel Arbeit wie möglich ab.

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Ismail Ismailoglu ist in der Welt des Fußballs fest verankert. Nachdem er im Jahr 2002 seine Laufbahn bei der U17 des OT Bremen startete, ist er in den darauffolgenden Jahren als Betreuer viel rumgekommen. Es folgten Engagements beim FC Oberneuland, SV Rödinghausen, FC Viktoria Köln und dem SC Westfalia Herne. Seine professionelle Arbeit führte den 36-Jährigen 2016 sogar als Teambetreuer der türkischen Nationalmannschaft zur Europameisterschaft nach Frankreich. Zu Beginn der aktuellen Oberliga-Saison schloss er sich dem TB Uphusen an.

Trikots bereitlegen, für das leibliche Wohl sorgen und Schnittstelle zwischen Mannschaft und Trainer sein – die Arbeit von Ismail Ismailoglu steht für Liebe zum Detail und ist alles andere als langweilig. „Ich habe mir alles selbst erarbeitet. Für mich ist es extrem wichtig, Tag für Tag alles zu geben und meine Arbeit perfekt abzuliefern. Es macht einfach unglaublich viel Spaß“, sagt „Isi“, wie er von seinen Teamkollegen genannt wird.

Als er vor rund 18 Jahren für zwei Spielzeiten die U17 des OT Bremen übernahm und danach für eine Saison zum ATSV Sebaldsbrück weiterzog, hätte sich Ismailoglu nie zu träumen gewagt, was ihn in den darauffolgenden Jahren noch Spannendes erwarten würde. „Auch diesen Lebensabschnitt werde ich nie vergessen, weil er mich sehr geprägt hat. An einige Geschichten erinnere ich mich heute noch sehr gerne zurück. Ja, ich weiß definitiv, wo ich hergekommen bin“, beschreibt Ismailoglu.

Viele Kontakte geknüpft

Sein Weg in die Welt des bezahlten Fußballs begann mit einem Anruf von Mike Barten, der in der Saison 2008/2009 den FC Oberneuland in der Regionalliga trainierte. „Er wollte mich unbedingt als Betreuer in seinem Team haben. Bei so einer Herausforderung konnte ich natürlich nicht nein sagen“, erinnert sich 36-jährige Türke. Auch nachdem Barten nur wenige Monate später freigestellt und durch Wolfgang Sidka ersetzt worden war, biss sich Ismailoglu im Team fest und blieb zwei weitere Jahre in Oberneuland.

In der Saison 2014/15 folgte der Wechsel zum SV Rödinghausen in die Regionalliga West, wo er anderthalb Spielzeiten als Betreuer fungierte. Dort lernte er unter anderem Stürmer Marius Bülter kennen, der aktuell in der Bundesliga für den 1. FC Union Berlin auf Torejagd geht. „Man lernt mit den Jahren einige spannende Menschen kennen, deren Werdegang ich gerne weiterverfolge. Auch heute besteht zu dem ein oder anderen Kontakt“, freut sich Ismailoglu. Nach der Zeit in Rödinghausen folgten für den gelernten Metallbauer noch Engagements beim FC Viktoria Köln in der dritten Liga und dem SC Westfalia Herne in der Oberliga Westfalen. Mit der Viktoria erlebte Ismailoglu in der Saison 2015/16 den Gewinn des Mittelrheinpokals.

Als absolutes Karriere-Highlight betitelt er aber die Teilnahme an der Endrunde der Europameisterschaft 2016 mit der türkischen Nationalmannschaft: „Mein damaliger Berater hat es irgendwie hinbekommen, Kontakt zur Nationalmannschaft herzustellen. Plötzlich ging alles ganz schnell und ich fand mich mitten in einem der weltweit größten Fußballturniere wieder.“ Die Türkei trat damals in der Gruppe D gegen Kroatien, Spanien und Tschechien an.

In die nächste Runde schafften es die Türken nicht. Das Turnier war somit auch für den detailverliebten Betreuer nach wenigen Wochen beendet. Ismailoglu möchte diese Zeit trotzdem nicht missen und hofft, bei der kommenden Europameisterschaft im nächsten Jahr erneut dabei zu sein: „Es war ein unglaubliches Erlebnis, Stars wie Sergio Ramos, Petr Cech und Luka Modric hautnah spielen zu sehen. Wenn es nach mir geht, wäre ich im nächsten Jahr gerne wieder dabei. Der Kontakt ist nach wie vor vorhanden.“

Seit Beginn der aktuellen Oberliga-Saison ist Ismail Ismailoglu beim TB Uphusen aktiv. Für den Betreuer ist es eine Art Rückkehr zu den Wurzeln nach Bremen zu seiner Familie. Das Uphuser Umfeld sei ihm bereits nach wenigen Monaten ans Herz gewachsen: „Es macht in diesem familiären Umfeld unglaublich viel Spaß. Insgesamt sehe ich in diesem Verein enormes Potenzial.“

Spielern den Stress nehmen

An Spieltagen wartet auf den Betreuer die meiste Arbeit. Er ist stets nah an der Mannschaft und versucht den Spielern so viel Stress wie nur möglich abzunehmen. Denn: Sie sollen sich nur noch auf das Spiel konzentrieren. Hierzu gehört beispielsweise das zurechtlegen der Trikots, die eigene Zubereitung isotonischer Getränke oder das zur Verfügung stellen von frischen Backwaren. Dabei sind der Professionalität keine Grenzen gesetzt.

Auf all dies muss Ismailoglu aktuell aber verzichten. „Es tut schon sehr weh. Doch ich glaube, dass wir gut daran tun, erst mal abzuwarten und zu gucken, wie sich alles in den kommenden Wochen entwickelt", sagt er mit Blick auf die Pandemie.

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