Fußball-Oberliga

Gegangen, um zu helfen

Der TB Uphusen und Andre Schmitz gehen schon wieder getrennte Wege. Der Sportliche Leiter hatte sich erst in der Winterpause der abgelaufenen Saison dem Oberligisten angeschlossen.
30.07.2018, 13:38
Lesedauer: 2 Min
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Gegangen, um zu helfen
Von Patrick Hilmes
Gegangen, um zu helfen

Die Kommunikation zwischen Andre Schmitz (l.) und dem neuen Trainerteam – hier noch das alte mit Oktay Yildirim als Co. – um Fabrizio Muzzicato (r.) stimmte nicht mehr.

Björn Hake

Achim. „Gekommen, um zu helfen“. So lautete am 9. Januar 2018 die Schlagzeile dieser Zeitung. Damals war bekannt geworden, dass der Fußball-Oberligist TB Uphusen und sein ehemaliger Coach Andre Schmitz wieder zusammenarbeiten werden. Nun, rund ein halbes Jahr später, haben sich die Wege bereits wieder getrennt. Der Sportliche Leiter des TBU hat sich verabschiedet. Die Gründe sind vielschichtig, aber im Grunde will Andre Schmitz dem Verein damit nur helfen.

Eines wollte Schmitz deutlich klarstellen: „Es herrscht kein böses Blut, wir trennen uns im Guten. Florian (Florian Warmer, ebenfalls Sportlicher Leiter beim TBU, Anm. d. Red.) und ich sind im grünen Bereich. Es war einfach eine sinnvolle Entscheidung.“ Als sinnvoll beschreibt Schmitz seinen überraschenden Abgang, weil er gute Gründe für ihn habe. Zum einen sei das: „Ich will damit die Kommunikation zwischen dem Trainerteam und Florian wieder verbessern. Die verlief zwischen der sportlichen Leitung und dem Trainerteam zuletzt nicht mehr reibungslos. Wenn ich mit dem Trainerteam gesprochen habe, gab es solche Meinungen. Wenn Florian mit ihm gesprochen hatte, war das wieder eine andere.“ Diese Meinungsverschiedenheiten seien zuletzt häufiger vorgekommen, dem möchte er mit seinem Abschied nun ein Ende setzen. „Ich gehe zum Wohle des Vereins und der Mannschaft. Zu viele Köche verderben einfach den Brei. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich in solchen Dingen konsequent bin“, betont der 46-Jährige.

Dennoch hatten nicht mal die direkten Beteiligten mit dem Abgang gerechnet. „Es war überraschend. Ich hatte nicht das Gefühl, dass er es nun direkt beenden will“, sagt Coach Fabrizio Muzzicato. Doch die Probleme blieben auch dem Trainer nicht verborgen. „Wir sind nicht immer auf einer Linie gefahren. Es war oft so, dass der eine nach links und der andere nach rechts wollte. Zudem sind Florian und Andre zwei Alpha-Tiere, jedoch gibt es mehrere Faktoren.“

Doch warum jetzt die Trennung? Es schien doch alles bestens zu funktionieren. „In der Rückrunde hatten wir alle ein gemeinsames Ziel, nun haben sich andere ergeben“, begründet Florian Warmer den Abschied von Schmitz. Das ist einer der weiteren Faktoren: die Zukunftsvorstellungen. Diese driften nämlich auseinander. „Der derzeitige Weg ist nicht mehr mein Weg. Als Sportlicher Leiter denke ich nicht nur an die nächsten Monate, nicht nur an die anstehende Saison, sondern auch an die nächste und die übernächste“, erklärt Schmitz seine Sichtweise. Florian Warmer und Fabrizio Muzzicato bestätigen, dass die Vorstellungen in puncto Kaderplanung unterschiedliche waren. „Wir sind halt anders, ich denke anders als Andre, ich habe andere Ideen. Das ist aber alles nicht negativ gemeint. Es hat nur so keinen Sinn mehr gemacht. Schade, dass es nicht funktioniert hat“, beschreibt auch Florian Warmer die Trennung im Guten.

Negative Auswirkungen auf die Mannschaft befürchtet Muzzicato indes nicht. Dem TBU werde zwar ein Mann mit so einem großen Netzwerk fehlen, „aber wer den Großteil der letzten Verpflichtungen sieht, der erkennt, wie es zum ersten Kontakt kam.“ Muzzicato vermutet, dass ein Schmitz-Nachfolger nicht benötigt werde. „Ich glaube, Florian kann das gut auffangen. Ich denke, wir schauen uns eher nach einem Betreuer um.“

Wie es für Andre Schmitz weitergeht, ist noch fraglich. Der nun Ex-Coach und Ex-Sportliche Leiter des TBU lässt sich für die Zukunft alles offen. Vielleicht kommt er ja noch ein weiteres Mal, um zu helfen.

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