Germany's next Topmodel-Teilnehmerin Larissa

„Ich bin an den Aufgaben gewachsen“

Im Interview spricht Larissa Onac, Teilnehmerin der diesjährigen Staffel von Germany´s Next Topmodel, über die Erfahrungen, die sie bei GNTM gesammelt hat, den Moment des Ausscheidens und über ihre Ziele.
29.04.2021, 08:00
Lesedauer: 6 Min
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Von Dennis Glock
„Ich bin an den Aufgaben gewachsen“

Als Elftplatzierte musste die Achimerin Larissa Onac die Castingshow verlassen. Mittlerweile ist sie nach Berlin umgezogen.

ProSieben/Richard Hübner
Frau Onac, was waren Ihre Beweggründe, an der diesjährigen Staffel „Germany's Next Topmodel“ teilzunehmen?

Larissa Onac: Ich kann mich noch sehr gut an die vergangene Staffel erinnern. Mit Johanna Höpfler ist erstmals eine Kandidatin an den Start gegangen, die sich mit ihren Kurven deutlich von den anderen Teilnehmerinnen unterschieden hat. Bei ihrem Ausscheiden betonte Heidi Klum, dass sie sich vorstellen kann, dass irgendwann mal ein kurviges Nachwuchsmodel die Show gewinnt. In dem Moment habe ich mich direkt angesprochen gefühlt und musste meine Chance einfach nutzen. Zum Glück hat beim Casting dann alles geklappt.

Sie haben es bereits angesprochen. Mit Ihren Kurven entsprechen Sie nicht unbedingt dem typischen Model-Ideal. Vor einigen Jahren wäre eine Teilnahme an der Sendung somit undenkbar gewesen. Inwiefern hat sich das Konzept der Show im Vergleich zu früher verändert?

Klar, früher galten die Maße 90-60-90 als ideale Körpermaße für Models. Die Modelwelt hat sich dahingehend aber deutlich gewandelt. Vielfalt steht nun über allem. Es ist heute entscheidend, sich von der Masse abzuheben und mit seinem Aussehen eine eigene Erfolgsgeschichte zu schreiben. Somit hat sich die Show der heutigen Zeit vollkommen angepasst, was mich wirklich sehr stolz macht. Besonders die aktuelle Staffel hätte vielfältiger nicht sein können.

Was unterscheidet die aktuelle Staffel von der vergangenen?

Mit Dascha Carriero und mir waren erstmals zwei „Curvy“-Nachwuchsmodels dabei. Zudem hatten wir mit Anna-Maria Schimanski eine gehörlose Kandidatin dabei. So etwas gab es davor noch nie.

Sehen Sie sich selbst als sogenanntes „Curvy“-Model?

Natürlich zähle ich mit meinen kurvigen Maßen zu dieser Kategorie von Models, was mich auch nicht unbedingt stört. Trotzdem sehe ich mich ehrlich gesagt als ganz normales Model.

Wie haben Ihre Eltern und Ihr Freundeskreis reagiert, als sie erfahren haben, dass Sie an der diesjährigen Staffel teilnehmen?

Ich kann mich gut daran erinnern, dass meine Eltern zuerst ein wenig skeptisch waren. Nach einigen Gesprächen waren sich aber alle einig, dass ich diese Chance auf jeden Fall nutzen soll und das Potenzial habe, um es weit zu schaffen. Von daher bin ich wirklich glücklich, dass ich sowohl von meinen Eltern, als auch von meinen Freunden über den kompletten Zeitraum unterstützt wurde. Insgesamt bin ich stolz auf mich, dass ich mich für die Teilnahme entschieden habe.

In der vorletzten Woche mussten Sie die Show nach einer etwas schwächeren Leistung als Elftplatzierte verlassen. Mit welchen Emotionen blicken Sie zu dieser Entscheidung zurück?

Nach so einer Entscheidung ist man natürlich im ersten Moment etwas traurig. Ich habe danach bestimmt ein bis zwei Tage gebraucht, um zu realisieren, was passiert ist. Ein Stück weit war mir aber davor schon klar, dass es für mich in dieser Woche eng werden könnte. Nachdem das Shooting mit Kristian Schuller nicht ganz so gut lief wie erhofft, musste ich beim Abschlusswalk wirklich überzeugen. Leider hat aber auch das nicht funktioniert. Um ehrlich zu sein, fand ich meinen Walk gar nicht so schlecht. Dennoch hat es am Ende nicht gereicht.

Wie groß ist die Enttäuschung, so knapp den Einzug in die Top Ten verpasst zu haben?

Ich bin mit dem großen Ziel gestartet, unter die letzten Zehn zu kommen. Dass das nicht geklappt hat, ist natürlich sehr schade. Vor allem, wenn man so nah dran war. Im Prinzip ist das aber auch nur eine Zahl.

Wie würden Sie insgesamt Ihre Entwicklung beschreiben, die Sie im Laufe der Show genommen haben?

Ich würde behaupten, dass ich während der zahlreichen Wochen einiges gelernt habe. Zu Beginn hatte ich noch etwas Bammel und war vor den Shootings oder Walks richtig aufgeregt. Ab der zweiten Folge kam dann so richtig der Spaß bei mir. Ich denke, dass man das auch gesehen hat. Es ist ein Unterschied, ob man mit Spaß an die Sache herangeht, oder verkrampft in der Ecke sitzt. Das merkt nämlich nicht nur Heidi Klum, sondern auch der jeweilige Fotograf. Alles in allem bin ich an den Aufgaben gewachsen und sehr zufrieden mit meinen Leistungen.

Einige Kandidatinnen haben vor ihrer Teilnahme schon auf der einen oder anderen Fashionshow mitgewirkt. Hatten Sie ebenfalls schon Modelerfahrung?

Nicht wirklich. Klar, ich habe davor schon zweimal vor der Kamera gestanden. Das war dann aber eher ein Hobby und kein professioneller Job.

In den vergangenen Jahren wurden die Folgen von „Germany's next Topmodel“ weitestgehend in Los Angeles aufgezeichnet. Zudem fanden Castings und Fotoshootings in verschiedenen Ländern statt. Coronabedingt fand die aktuelle Staffel in Berlin statt, komplett abgeschottet von der Öffentlichkeit. Sind Sie traurig, die Show nicht so erlebt zu haben, wie sie eigentlich ist?

Klar, wenn man sich bei dieser Sendung anmeldet, weiß man, dass man im besten Fall auf eine große Reise geht. Zudem wohnt man mit den anderen Kandidatinnen in einer großen Villa mitten in Los Angeles. Ich war noch nie in den Vereinigten Staaten. Diesen Traum hätte ich mir liebend gerne erfüllt. Pandemiebedingt ging das in diesem Jahr aber leider nicht. Insgesamt würde ich aber behaupten, dass Berlin als Drehort ebenfalls sehr gelungen ist.

Neben zahlreichen prominenten Gastjuroren standen auch viele spektakuläre Fotoshootings an. An welches Ereignis erinnern Sie sich besonders gerne zurück?

Das ist wohl wahr, Heidi Klum hat sich für die Staffel wirklich sehr viel überlegt. Wenn ich mich auf einen Moment festlegen müsste, dann wäre das sicherlich das Treffen mit Komiker Otto Waalkes. Wir haben in einem typischen Berliner Kiosk ein Video zusammen gedreht. Dabei sollte ich eine bestimmte Emotion verkörpern. Er ist einfach unheimlich lustig und hat mich immer wieder zum Lachen gebracht. Eine tolle Erinnerung.

Wie gut hat Sie das TV-Format auf das echte Modelleben vorbereitet?

Ich würde behaupten, dass mir die Show viel Sicherheit gegeben hat. Man verinnerlicht mit den wachsenden Aufgaben die Basics des Modelalltags relativ schnell. Somit fühlt man sich eigentlich ganz gut vorbereitet. Im richtigen Alltag muss man das Gelernte dann nur auf Knopfdruck ausführen können und einen perfekten Job abliefern.

Vor kurzem haben Sie bekannt gegeben, dass Sie von Ihrer Heimatstadt Achim nach Berlin ziehen. Wie ist es zu diesem Schritt gekommen?

Berlin ist die Hauptstadt, und was das Modeln betrifft echt breit gefächert. Hier sind unglaublich viele Leute aus dem Model-Business tätig. Von daher ist es hier einfacher, sich einen Namen zu machen oder mit den richtigen Menschen ins Gespräch zu kommen als anderswo. Trotz relativ spontanem Umzug hat bis jetzt alles sehr gut geklappt. Auch deshalb, weil ich durch eine Freundin schnell eine passende Wohnung ergattern konnte. Achim ist aber meine Heimat und wird immer in meinem Herzen bleiben.

Wie sehen die nächsten Monate für Sie aus?

Erst einmal geht es darum, in Berlin richtig anzukommen und meine Modelmappe ein wenig mit Fotos zu füllen. Hierzu hatte ich schon das eine oder andere Shooting. Zudem möchte ich mit vielen Leuten ins Gespräch kommen und meine Bekanntheit erweitern. Außerdem steht im kommenden Mai noch das große Finale der diesjährigen Topmodel-Staffel an. Da bin ich natürlich auch eingeladen und freue mich sehr darauf.

Wie sieht Ihre Karriereplanung im Allgemeinen aus?

Erstmal möchte ich mich ganz dem Modeln widmen. Dennoch weiß ich, dass das auch alles schnell einmal vorbei sein kann. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, neben dem Modeln Grundschullehramt zu studieren. Wo und wann das sein wird, weiß ich aber noch nicht. Ich habe das alles bereits mit meinen Eltern abgesprochen. Gemeinsam waren wir der Meinung, dass es sinnvoll ist, ein zweites Standbein neben dem Modeln zu besitzen. Jetzt geht es aber erstmal darum, das Beste aus mir herauszuholen und in Berlin durchzustarten.

Das Gespräch führte Dennis Glock.

Info

Zur Person

Larissa Onac (22),

Elftplatzierte der diesjährigen Staffel des TV-Castingformats Germany's Next Topmodel. Die Achimerin mit türkischen Wurzeln machte am Gymnasium am Markt ihr Abitur. In Berlin möchte sie nun weiter an ihrer Model-Karriere arbeiten.

Info

Zur Sache

Dauerbrenner GNTM

Germany's Next Topmodel (kurz GNTM) ist eine deutsche Castingshow im Reality-TV-Format des Senders ProSieben. Die seit 2006 jährlich ausgestrahlte Sendung wird von Heidi Klum moderiert und ist eine Adaption des amerikanischen Formats Next Topmodel. Die Kandidatinnen kämpfen um den Titel und einen Modelvertrag inklusive Preisgeld. Dabei müssen sie mehrere Tests bestehen und Aufträge ergattern.

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