Broschürensammlungen Gesammelte Gegebenheiten

Nun gibt es sie in der Stadtbücherei zum Ausleihen: die Broschüren von Heimatvereinsmitglied Klaus Bischoff. Er hat Achimer Geschichte und Geschichten aufgeschrieben.
21.02.2018, 17:25
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Gesammelte Gegebenheiten
Von Kai Purschke

Achim. Seit fast 40 Jahren sammelt Klaus Bischoff vom Heimatverein Achim Bilder und Unterlagen, die die Achimer Vergangenheit und Entwicklung gleichermaßen festhalten. Irgendwann, Bischoff tippt auf vor 15 Jahren, begann er, für die Broschüren Texte auf der Schreibmaschine zu schreiben und die Bilder aufzukleben. Ganz so umständlich ist die Erstellung der historischen Werke heute nicht mehr, aber dennoch zeitintensiv. 40 Broschüren hat der 79-Jährige inzwischen fertiggestellt, weitere sind in Arbeit. "Ich bin ein Geschichtenschreiber und kein Geschichtschreiber. Zahlen sind nicht das Wichtigste", erzählt Bischoff, dessen Broschüren ab sofort in der Stadtbibliothek Achim zu entleihen sind. 40 Broschüren wurden in zwölf in Karton gebundenen Bänden zusammengefasst und können fortan entliehen werden.

Niemand müsse sie nun kaufen und Bischoff selbst müsse sie nicht mehr vervielfältigen – das waren nach seiner Aussage die Gründe, warum es die Bände nun in der Einrichtung gibt. "Sie sehen gut aus", findet Bischoff und seine Vereinskollegen Fredi Neumann (zweiter Vorsitzender) sowie Stadtarchivar Günter Schnakenberg stimmen ihm zu. Der feste, weinrote Einband mache was her, finden die drei Herren. Schnakenberg hat Bischoff wegen des großen Umfangs unterstützt, während Johann Jäger und Hella Bischoff die Texte Korrektur gelesen haben. Weil Bischoff viele eigene Erlebnisse und Gegebenheiten, die sich während seines Lebens und Wirkens in Achim ereignet haben, festgehalten hat, enthalten die Geschichten manchmal auch persönliche Details.

Schulen profitieren vom Wissen

In über 200 Ordnern – und zunächst ohne Hilfe von Computern – hat Bischoff gesammelt, was er finden konnte an Zeitungsberichten, Augenzeugenaussagen, Bildern und Literatur. "Zwischenzeitlich brauchte ich einen Extra-Raum auf dem Boden, um alles zu lagern", erzählt er und muss über seine Sammelwut lachen. Von der sollen nun auch andere profitieren: Die Büchereinutzer zum Einen, aber auch die Schulen, denen er seine Broschüren in digitaler Form zur Verfügung gestellt hat. "Es hieß aus den Schulen immer: Wir haben für den Unterricht nichts aus Achim", weiß er. Nun könnten die Schüler der Achimer Geschichte und den Geschichten nachspüren.

Ob die Stadtsanierung in Achim-Mitte, die Sanierung des Magdeburger Viertels, der Bau des neuen Achimer Rathauses vor 25 Jahren, die Zigarrenmacher, der Spargel aus Uesen, die Seidenraupenzucht, die Bekleidungsfabrik Runken oder der Alltag in der Stadt ("So lebten wir um 1950 in Achim", "Waschen bei Eltern und Großeltern") – die Themen der Broschüren sind breit gefächert. Weitere Themen sind der Bau der Reichsautobahn von Sittensen nach Oyten, die Skulpturen und Brunnen in der Innenstadt, das ehemalige Nordmende Radio- und Fernsehmuseum in Uphusen, die Schulen, das Freibad oder die Geschichte der Eisenbahnbrücke Borsteler Landstraße. Und im Beitrag "111 mal ,Wat is dat denn?'" erklärt Bischoff 111 Dinge auf Platt- und Hochdeutsch.

Wer einen der Bände, die zwischen zwei und sechs Broschüren fassen, erwerben möchte, kann sich unter Telefon 0 42 02 / 33 39 direkt an Klaus Bischoff wenden.

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