Achimer Dachdeckerbetrieb

Auf den Dächern der Stadt

Der Dachdeckerbetrieb Pahl in Achim-Baden feiert sein 50-jähriges Bestehen. Firmengründer Adolf Pahl ist stolz auf sein Lebenswerk, das von seinem Sohn Ralf fortgeführt wird. Und auch Margarete Pahl hilft mit.
29.06.2020, 16:56
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Von Gisela Enders
Auf den Dächern der Stadt

Adolf Pahl (links) hat das Unternehmen einst gegründet, mittlerweile ist sein Sohn Ralf der Geschäftsführer, während sich seine Frau Margarete um die Buchhaltung kümmert.

FOCKE STRANGMANN

Fähige Handwerker in der Familie zu haben, betrachte er als den Schlüssel zu seinem persönlichen Erfolg, berichtet Adolf Pahl anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des von ihm im Juli 1970 gegründeten Meisterbetriebes. Darüber hinaus hätte ihn ein unbändiger Leistungswille zum Erfolg getrieben und letztendlich dazu geführt, dass nach der Flucht aus dem polnischen Warschau der Besuch der einklassigen Dorfschule in Achim-Baden zum Sprungbrett für eine erfolgreiche Karriere wurde. Während seine beiden Brüder später mit Kelle und Mörtel umgingen, absolvierte der nunmehr 79-Jährige in zwei verschiedenen Betrieben eine Ausbildung zum Dachdecker. Mittlerweile genießt er seinen Ruhestand und feierte am 23. Juni das 50-jährige Bestehen des Unternehmens.

Längst hat der Jubilar die Geschicke der Firma in die Hände seines Sohnes Ralf gelegt, der 1991 im Alter von 23 Jahren jüngster Meister in der Region wurde und jetzt als Geschäftsführer im väterlichen Betrieb fungiert. Sechs Mitarbeiter, alle seit mehr als zehn Jahren dabei, unterstützen ihn und decken das Leistungsspektrum des Hauses ab, das außerhalb des Kerngeschäftes zahlreiche weitere Tätigkeiten abbildet. Dazu gehören zum Beispiel Dachbegrünungen, Bauklempnerarbeiten, Fassadenverkleidungen sowie Sanierungs- und Wartungsarbeiten. Mehrere Fahrzeuge dienen dabei dem Transport der Gesellen zum Einsatzort. Die erforderlichen Materialien indes werden direkt an die Baustellen geliefert, wodurch sich eine aufwendige Lagerhaltung erübrigt. Das Herz der Firma bildet das Büro am „Badener Holz 19“, in dem Verträge geschlossen und deren Abwicklung geplant werden.

Viele Erinnerungen

Während Ralf Pahl froh ist, auch während der Pandemie uneingeschränkt arbeiten zu können, blickt der Vater zufrieden auf sein Lebenswerk zurück. Er genießt die Erinnerung an Kamerad- und Hilfsbereitschaft, die das Arbeitsleben früher geprägt hätten und berichtet von persönlichen Erlebnissen, dem Bau von Häusern für die Familie und von einem Besuch auf Helgoland, der in einen längerfristigen Arbeitseinsatz mündete. Mit Sportkumpels sei er an einem Wochenende auf die Insel gefahren, dort Zeuge des Baubooms geworden und habe fortan 18 Monate lang ein Dach nach dem anderen gedeckt.

„Während meiner Abwesenheit hatte unsere Mutter ein Grundstück in Badenermoor erworben, auf dem wir Jungs dann in knapp einem Jahr ein schmuckes Wohngebäude errichtet haben“, zeigt sich Adolf Pahl stolz auf den Zusammenhalt in der Familie. Auch Bewegung an der frischen Luft habe in seinem Leben immer eine große Rolle gespielt; Handball und Leichtathletik seien bevorzugte Sportarten gewesen.

Aktueller Standort seit 1986

Zu seinem Glück habe da nur noch die passende Frau gefehlt, die er Mitte der 1960er Jahre auf dem Schützenfest in Baden gefunden und wenig später geheiratet hätte. Kurz darauf bezog das Paar ein eigenes Haus und begab sich in die Selbstständigkeit. Räumliche Enge – mittlerweile wurden Sohn und Tochter geboren – machte sieben Jahre später einen weiteren Umzug erforderlich; zwölf Mitarbeiter und zusätzliche Aushilfen zählte die Dachdeckerei zu diesem Zeitpunkt. „1986 haben wir unseren Betriebssitz schließlich noch einmal verlegt“, berichtet Margarete Pahl vom Erwerb eines „5000 Quadratmeter umfassenden Grundstücks mit maroder Halle an der Straße Badener Holz“.

Nach und nach hat die Familie das große Areal saniert und bebaut, lebt und arbeitet gemeinsam in zwei Häusern. „Jeder von uns hat seine Aufgaben, trägt zum Zusammenleben bei“, sagt Margarete Pahl, die Freude an der Betreuung ihrer beiden Enkelkinder hat und den großen Garten hegt und pflegt. Auch die Buchhaltung gehöre zu ihrem Aufgabengebiet, der Umgang mit Zahlen halte sie fit und trage zu ihrem Wohlbefinden bei.

Sohn Ralf indes hat den Fortgang des Badener Handwerksunternehmens im Blick: „Manches war früher einfacher, Konkurrenzdenken und Profitstreben noch nicht so ausgeprägt.“ Die Stabilität des Traditionsbetriebes und die Treue seiner Mitarbeiter beflügele ihn jedoch, weiterhin für die Kunden da zu sein und seine erfolgreiche Arbeit noch für Jahre fortzusetzen.

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