Wunschbaumaktion

Geschenke für Bedürftige

Die Verdener Wunschbaumaktion sorgt diese Weihnachten zum 13. Mal für leuchtende Kinderaugen. Schenker können Mädchen und Jungen anonym einen Wunsch erfüllen.
05.11.2019, 16:23
Lesedauer: 2 Min
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Von Antonia Blome
Geschenke für Bedürftige

Angelika Hildebrand, Marlena Komor, Marc Wilhelms und Nicole Rath (v.l.) vom Caritasverband freuen sich auf die Aktion.

Björn Hake

Schenken macht doppelt Freude, wenn es sinnvoll ist – unter diesem Motto steht die Wunschbaumaktion des Verdener Caritasverbandes. Zum 13. Mal werden dieses Jahr Wünsche von Kindern aus einkommensschwachen Familien an dem Baum auf dem Weihnachtsmarkt hängen und darauf warten, erfüllt zu werden. Hunderten Kindern soll so ein schönes Fest beschert werden. Teilnehmen können Familien aus Verden und den Ortschaften Langwedel, Dörverden sowie Kirchlinteln.

„Die Freude ist nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Schenkenden groß“, weiß Nicole Rath, eine der vier Wunschbaumhelferinnen. Sätze wie „Es hat so viel Spaß gemacht, mal wieder ein Geschenk für jemanden zu besorgen“, höre sie, wie sie sagt, öfter. Bei den Menschen, die sich eines Wunschzettels angenommen hätten, handele es sich aber nicht hauptsächlich um Senioren mit erwachsenen Kindern. Tatsächlich seien Menschen von Jung bis Alt vertreten. Aufgestellt wird der Wunschbaum am 25. November vor dem Rathaus. „Die Schenkenden sind jedes Jahr sehr großzügig. Die Päckchen sind immer mit viel Liebe verpackt und bestehen oft aus mehreren Teilen“, schwärmt Rath außerdem. Zum Kontakt zwischen Schenkenden und Empfängern komme es jedoch nicht. „Das würde gegen den Datenschutz verstoßen“, erklärt die Helferin.

Der Weg vom Wunschzettel bis zum Geschenk gestaltet sich für die Helfer als aufwändiger Prozess. „Die Eltern müssen zum Beispiel durch einen Wohngeldbescheid vorweisen, dass sie wenig Geld haben. Schließlich besteht die Frage: Ist diese Familie berechtigt, an der Aktion teilzunehmen?“, erzählt die Wunschbaumhelferin. Durch dieses Verfahren entstehe ein immenser Aufwand. Um die Helfer zu entlasten, wurde dieses Jahr die Altersgrenze abgesenkt. Nun können nicht mehr Kinder bis 14, sondern bis zwölf Jahre teilnehmen.

Die Idee für die Wunschbaumaktion in Verden stammt von Silvia Voige. Im Jahr 2007 kam sie auf den Verband zu und rief das Projekt ins Leben. Heute schlägt das Projekt große Wellen: „Etwa 300 Wunschzettel vergeben wir jedes Jahr. 350 ist die Obergrenze“, verrät Rath. Und die Zettel sind schnell vergriffen. „Bereits vor eineinhalb Monaten bekamen wir die ersten Anrufe von Leuten, die fragen, wann es wieder Wunschzettel gibt“, erinnert sich Marc Wilhelms, Geschäftsführer des Verbandes, schmunzelnd. Ausgegeben werden die Zettel vom 8. bis 22. November beim Caritasverband, Andreaswall 11. Darauf halten die Eltern Alter, Geschlecht und den Wunsch des Kindes fest. Bis zum 29. November kann dieser dann ausgefüllt wieder abgegeben werden. Obwohl die Helfer jeden Tag neue Zettel an den Baum hängen, gebe es am Ende stets Wünsche, die nicht erfüllt werden. Diese sollten möglichst nicht mehr als 30 Euro kosten. Ein Schlupfloch fanden sowohl Kinder als auch Schenkende trotzdem. „Manchmal wünschen sich Kinder auch Fahrräder, Laptops oder Gitarren“, erzählt die Mitarbeiterin. „Was auf den ersten Blick viel zu teuer scheint, wird dann oft im gebrauchten Zustand verschenkt.“ Gebrauchte Fahrräder hätten sich sogar zu einem echten Hit unter den Wünschen entwickelt und würden stets benötigt. Dieses Jahr werden die Geschenke bis zum 19. Dezember verteilt. Für Berufstätige, die etwas Gutes tun wollen, sei die Geschenkabgabe bis 2018 ein problematisches Unterfangen gewesen. „Da das Büro des Caritasverbandes nur von 8.30 bis 12.30 Uhr besetzt ist, war es für Vollzeitarbeiter oft schwierig, ihre Geschenke abzugeben“, erinnert sich Rath. Dafür haben die Helfer dieses Jahr eine Lösung gefunden. Von 14 bis 18 Uhr werden Geschenke nun auch im Outdoor-Geschäft Zugvogel, Große Straße 97, angenommen. Schließlich solle die Wunschbaumaktion jedes Jahr ein bisschen besser werden.

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