Mobilitätsregion

Ressourcenschonend durch die Region

Die Gesellschaft „AzweiO“ ist in diesem Jahr mit ihrem Förderprojekt Mobilitätsregion gestartet. Bürgermeister und Projektleiterin sind zufrieden mit dem bisherigen Fortschritt der Initiative.
20.09.2020, 16:41
Lesedauer: 3 Min
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Von Jörg Hübner

Mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, ist nicht nur gesund, sondern hilft auch der Umwelt und entlastet den Verkehr in sowie zwischen den Gemeinden. Allerdings braucht es dazu auch ein gutes Netz von Fahrradwegen, um die gewünschte Mobilität zu gewährleisten. Die vor acht Jahren ins Leben gerufene Gesellschaft „AzweiO“ der Gemeinden Oyten und Ottersberg sowie der Stadt Achim will mit ihrem Projekt „Mobilitätsregion“, wie berichtet, den Umstieg vom Auto aufs Fahrrad fördern. Anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche unternahmen am Sonnabend die Bürgermeister von Achim (Rainer Ditzfeld), Oyten (Sandra Röse) und Ottersberg (Tim Willy Weber) mit dem Fahrrad eine Sternfahrt nach Fischerhude und gaben unter der Federführung der Projektleiterin Stefanie Schleef von der Achimer Verwaltung im Biergarten der Gaststätte Körber einen aktuellen Sachstandsbericht über das Projekt.

„In diesem Jahr ist die ,AzweiO‘ mit dem Förderprojekt Mobilitätsregion gestartet“, leitete Ottersbergs neuer Bürgermeister Tim Willy Weber die Veranstaltung ein und erklärte weiter: „In einem gemeinsamen Schulterschluss der Stadt Achim, des Flecken Ottersberg und der Gemeinde Oyten wurde das Ziel gesetzt, umweltfreundliche Mobilität im Sinne des multimodalen Mobilitätswandels zu fördern“. Die „AzweiO“ bestehe daher aus zwei unterschiedlichen, aber dennoch zueinandergehörigen Strängen. Zum einen gehe es um die Fahrradmobilität und zum anderen um die Gemeinsamkeit. Die Zukunft liege in der Zusammenarbeit und hierzu gehörten nicht nur die örtlichen Bürger und die auswärtigen Pendler sondern auch die Arbeitgeber der Region, die ihren Beschäftigten bessere Hin- und Rückwege ermöglichen möchten. „Wir sind zwar noch nicht am Ende des Weges angekommen, aber auf einem guten Weg“, so Weber. Es habe bereits eine große Resonanz seitens der Firmen gegeben, die auch eigene Ideen mitgebracht hätten. „Einige Personalchefs haben sogar bereits interne Analysen zum Pendelverhalten und Mitfahrgemeinschaften der Belegschaft durchgeführt“, freute sich der Ottersberger Bürgermeister.

Auch Stefanie Schleef zeigte sich sehr erfreut über den guten Fortgang der Initiative. „Es gilt, möglichst schnell die Wege zwischen den beteiligten Ortschaften zu optimieren sowie zu verkürzen, und dazu konnten wir auch externe Dienstleister einbinden“, so die Projektleiterin. So sollen sogenannte multimodale Umsteigepunkte geschaffen werden, an denen man bequem und unkompliziert das Fahrrad abstellen und auf andere Fortbewegungsmittel wie den ÖPNV oder den Bürgerbus umsteigen kann. Genauso seien dort auch Möglichkeiten des Mietens von Fahrzeugen, die je nach Bedarf zu buchen sein sollen, geplant. Weitere Dienstleistungsangebote, wie zum Beispiel Schließfächer und Routenplaner seien ebenfalls vorgesehen.

„Unterstützt wird das Projekt zudem durch eine digitale Komponente, denn auf Basis einer App und alternativ einer Chipkarte werden alle Informationen über Auskunft, Buchung, Angebote und Points of Interest am jeweiligen Standort zur Verfügung gestellt“, berichtete die Achimer Verwaltungsangestellte weiter. So könnten dann zukünftig komfortabel verschiedene Wegeverbindungen mit unterschiedlichen Fortbewegungsmitteln gezeigt werden, die den persönlichen Interessen und Bedarfen entsprächen. „Mobilität einfach und für alle“ sei das große Ziel der Bestrebungen, und dazu brauche es eben eine breite Palette an Angeboten, die es zu realisieren gelte. Bereits im kommenden Jahr solle die Testphase anlaufen.

„Die Art, wie wir uns fortbewegen, ändert sich grundlegend“, erklärte auch Stefan Schuster, Verkehrsplaner der Stadt Achim und fügte hinzu: „Wir wollen nahtlos mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln an unser Ziel kommen und das möglichst ressourcenschonend“. Neben den Nutzungsmöglichkeiten eines individuellen Mobilitätsmanagements würden auch zusätzlich neue Radwege benötigt. So ist, wie berichtet, ein Radschnellweg zwischen Bremen, Achim und Verden in Planung. Das Projekt werde vom Bund mit fünfundsiebzig Prozent und dem Land Niedersachsen mit weiteren fünfzehn Prozent subventioniert. Der erste Abschnitt soll bereits im übernächsten Jahr realisiert werden. Letztlich gehe es doch darum, schnell, preiswert, bequem und umweltfreundlich zugleich von A nach B zu kommen, ist Schuster überzeugt.

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