Neubau in Achim

Grundsteinlegung für die neue Helene-Grulke-Schule

Mit der Grundsteinlegung an der Steuben-Allee ist nun offiziell der Startschuss für den Neubau der Helene-Grulke-Förderschule der Stiftung Waldheim gefallen, die von Cluvenhagen nach Achim umziehen wird.
04.06.2021, 16:01
Lesedauer: 3 Min
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Grundsteinlegung für die neue Helene-Grulke-Schule
Von Kai Purschke
Grundsteinlegung für die neue Helene-Grulke-Schule

Die beiden Schülervertreter Louisa Meyer und Leon Pape halfen Waldheim-Vorstand Carl-Georg Issing beim Einmauern der Zeitkapsel in die Wand.

Björn Hake

Helene Grulke muss es geahnt haben. Der Frau, die einst ein Haus und Grundstück in Cluvenhagen pachtete und dort auch das "Haus der Sonne" als Vorläufer der heutigen Stiftung Waldheim gründete, um Kinder und Erwachsene mit Behinderung vor Verfolgung und Euthanasie im Nationalsozialismus zu retten, wurde nun ein weiteres Haus der Sonne gewidmet: die neue Helene-Grulke-Schule in Achim. Den Vergleich zog am Freitag Meike Holsten, die Leiterin der 1979 gegründeten Förderschule für geistig Behinderte, die nun an die Steuben-Allee umzieht. Das dauert zwar noch bis zum kommenden Jahr, aber die Fundamente liegen bereits, erste Mauern stehen, sodass nun die offizielle Grundsteinlegung erfolgen konnte. Und wie hätte es in einem Haus der Sonne anders sein können, als dass die Sonne ihr Bestes gab und die Gäste ordentlich zum Schwitzen brachte.

Nicht weniger strahlten die Waldheim-Vertreter sowie die anwesenden Schüler und Pädagogen, die zur kleinen Feier neben Landrat Peter Bohlmann und Achims Bürgermeister Rainer Ditzfeld sowie Vertreter der am Bau beteiligten Unternehmen auch ihre neuen Nachbarn begrüßen konnten. Neben den Anwohnern sind das vor allem die städtische Kindertagesstätte am Stadtwald sowie die Kita Solaris der Johanniter, die zusammen mit der Helene-Grulke-Schule eine Meile der Kinderbetreuung bilden. "Das birgt viele Vorteile, wenn man die Synergien nutzt", ist sich Waldheim-Vorstand Carl-Georg Issing sicher, der dann auch den Startschuss für den Bau der Schule für Kinder und Jugendliche mit einem Förderbedarf im Bereich Geistige Entwicklung gab – nun wegen der Corona-Pandemie etwas verspätet. 

Fünf Räume für 35 Schüler

Issing geht davon aus, dass das Gebäude, das über eine eigene Bewegungshalle verfügen wird, sehr gut gegründet sein dürfte. "Hier war früher die Kaserne und da sind die Panzer drüber gerollt – die Bodenverdichtung sollte also optimal sein", sagte er. Etwas mehr als vier Millionen Euro kostet der Neubau, rund zwei Millionen hat die Stiftung Waldheim als Darlehen vom Landkreis Verden bekommen. Die Schule für 35 Schüler verfügt über fünf Klassenräume sowie Gruppen- und Therapieräume. Die meisten Kinder aber, rund 50, die die Helene-Grulke-Schule besuchen, befinden sich in den Kooperationsklassen an den Regelschulen. Wie berichtet, nutzt die Waldheim-Stiftung den jetzigen Schulstandort dann für ihre Tagesstruktur, die Tagesförderstädten und eine Tagesstätte für Senioren umfasst. 

Umfassend war auch das, was Issing und die beiden Schülervertreter Louisa Meyer und Leon Pape, die ihm später sogar beim Einmauern assistierten, in die Zeitkapsel stecken wollten. Neben Bauplänen, den beiden Achimer Tageszeitungen und dem Leitbild der Stiftung Waldheim sollten dort nämlich noch gemalte Bilder und Steine der Helene-Grulke-Schüler hinein, die sie als gute Wünsche im Unterricht gefertigt hatten. "Ein paar von den Steinen müssen wir wohl draußen lassen", befürchtete Issing, der von Schüler Leon Pape aber schnell beruhigt wurde. "Doch, das geht schon", war der junge Mann sicher. 

Neues Arbeitsangebot in der City

Landrat Bohlmann und Bürgermeister Ditzfeld, die beide kurze Grußreden hielten, unterstrichen die Notwendigkeit der Inklusion und Achims Rathauschef ist besonderes erfreut darüber, dass neben den Waldheim-Werkstätten sowie dem Café im Clüverhaus und einigen Wohngruppen nun auch die Förderschule der Stiftung nach Achim komme. Auch "ein neues Projekt für die Innenstadt" kündigte Ditzfeld im Zusammenhang mit der Stiftung Waldheim bereits an, ging aber nicht näher darauf ein. Dabei handelt es sich um ein Arbeitsangebot für psychisch Erkrankte, das die Waldheim-Gruppe zunächst auf dem Lieken-Gelände umsetzen wollte, letztlich dort aber nicht zum Zuge kam. Was aber nun genau entsteht sowie wo und wann, das weiß die Waldheim-Gruppe noch nicht.

Die Stiftung Waldheim beschäftigt insgesamt 24 Förderschullehrer, 15 pädagogische Mitarbeiter, vier Therapeuten und 14 FSJler für den Schulunterricht. Sie alle würden sich riesig auf die neue Schule, die zum Schuljahr 2022/2023 starten soll, freuen, "aber das alte Gebäude mit seiner Geschichte und seinem ganz speziellen Charme werden wir vermissen", sagte Schulleiterin Meike Holsten.

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