Bildungsverbund Schule-Beruf

Gymnasien treten bei

Die IHK, die Kreishandwerkerschaft, die Agentur für Arbeit und diverse Schulen gehören dem Bildungsverbund Schule-Beruf bereits an - und seit Donnerstagnachmittag auch alle Gymnasien im Kreis Verden.
23.08.2018, 17:51
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Gymnasien treten bei
Von Kai Purschke
Gymnasien treten bei

Am Donnerstag wurde in Achim die Kooperationsvereinbarung über den Beitritt der Gymnasien zum Bildungsverbund unterzeichnet (von links): Regina Tryta, Dirk Stelling, Lutz Brockmann, Dorothea Blume, Volker Busboom-Schäfer, Thomas Stelljes und Stefan Krolle.

Björn Hake

Achim/Landkreis Verden. Der Bildungsverbund Schule-Beruf im Landkreis Verden wurde im Juli 2011 gegründet, um "durch eine systematische Vernetzung aller Bildungseinrichtungen eine Bildungsinfrastruktur zu schaffen, um die Lern- und Lebenschancen für Kinder und Jugendliche im Landkreis zu verbessern, das Bildungsniveau zu steigern und die Übergänge zwischen Schule und Beruf durch eine gelungene Anschlussorientierung zu optimieren". So lauten die Ziele des Verbunds, der nun prominenten Zuwachs erhalten hat. Alle Gymnasien im Kreisgebiet sind ihm nun beitreten und haben dafür am Donnerstag in Achim die entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Neben den Gymnasien als Neuzugänge gehören dem Bildungsverbund an: die Agentur für Arbeit, die Oberschule am Goldbach in Langwedel, Arbeit im Landkreis Verden (ALV), die Wümmeschule Ottersberg, die IHK Stade, die Integrierte Gesamtschule (IGS) Oyten, die Kreishandwerkerschaft Elbe-Weser, die Aller-Weser-Oberschule Dörverden, die Berufsbildenden Schulen (BBS), die Schule am Lindhoop in Kirchlinteln, die Andreasschule Verden, die Erich-Kästner-Schule Achim, die Gudewill-Schule Thedinghausen, die Liesel-Anspacher-Schule in Achim und die Realschule Achim sowie die Klaus-Störtebeker-Schule Verden und die Realschule Verden. Der Vorstand besteht aus dem ersten Vorsitzenden Lutz Brockmann, Bürgermeister der Stadt Verden, und der Ersten Kreisrätin Regina Tryta, die als zweite Vorsitzende fungiert.

Wie berichtet, haben einige Betriebe – vor allem das Handwerk – Probleme, Auszubildende zu finden. Diese Situation war vor einigen Jahren noch eine ganz andere: Die Lehrstelle war damals ein begehrtes Gut, für das es zu viele Bewerberinnen und Bewerber gab. Die Übergänge von der Schule in die Berufsausbildung sind nach Angaben des Landkreises Verden mittlerweile "komplexer und unübersichtlicher" geworden. Dies belege nicht zuletzt die gestiegene Zahl von Ausbildungsabbrüchen und -wechseln. Die Berufswahlentscheidung, das Erkennen eigener Wünsche, Fähigkeiten und Ziele sei nicht nur für junge Menschen schwieriger geworden: "Auch Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Ausbildungsbetriebe sowie die Berufsberatung stehen vor der Herausforderung, gemeinsam diese individuellen Orientierungsprozesse erfolgreich zu begleiten, zu gestalten und zu strukturieren."

Diesen Prozess möchte der Bildungsverbund Schule-Beruf auf regionaler Ebene unterstützen, damit Schüler motiviert und eigenverantwortlich ihre Berufswahl treffen können. Dazu müssen die Jugendlichen in ihrer Zukunfts- und Berufsplanung unterstützt werden. Jeder Jugendliche in der Region solle eine gleichwertige Chance haben, sich zu entwickeln und erfolgreich eine Berufsausbildung zu absolvieren, um den persönlichen Lebensweg dann eigenverantwortlich gestalten zu können. Durch die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Schule, Wirtschaft sowie auch der Fachkräfteoffensive des Landkreises Verden soll zugleich dem Fach-und Arbeitskräftemangel begegnet werden.

Koordiniert wird die Arbeit des Verbundes von den Bildungskoordinatoren im Bildungsbüro beim Landkreis Verden. Das Bildungsbüro bildet die Schnittstelle zwischen Schulen, Kommunen, Wirtschaft und weiteren Institutionen. Nach dem Motto „Verantwortlichkeit statt Zuständigkeit" sollen alle Akteure zusammenarbeiten, um bedarfsgerechte und gut erreichbare Bildungs- und Beratungsangebote für junge Menschen zu realisieren.

Die Jugendlichen müssen sich die Frage "Soll ich eine Ausbildung beginnen, mir gleich einen Job suchen oder auf die Berufsbildenden Schulen gehen?" selbst beantworten können. Um aber aus den Möglichkeiten die passenden auswählen zu können, müssen die Angebote und ihre Bedeutung für den weiteren Weg offenliegen. Die Jugendlichen müssen die Anforderungen der Berufsbilder und die eigenen Stärken kennen. Auch dafür wolle das Bildungsbüro Ansprechpartner für alle Beteiligten sein.

Unter anderem entwickelt es praxisorientiertes Unterrichtsmaterial (Berufsbildungsplaner) für die schulische Berufsorientierung, ein gemeinsames Konzept zur optimalen Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Praktika, gestaltet die webbasierte Berufsbildungsbörse mit, begleitet Fortbildungen für Lehrkräfte, gestaltet Netzwerke und vermittelt Azubi-Coachings.

Das Bildungsbüro ist unter der Telefonnummer 0 42 31 / 1 51 62 zu erreichen.

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