Etelser Initiative fordert weiterhin ein Bauverbot von Massentierhaltungsanlagen in der Region 'Hähnchenmarkt wird zusammenbrechen'

Etelsen-Giersberg. Aus aktuellem Anlass weist die Bürgerinitiative gegen den geplanten Hähnchenmaststall in Etelsen-Giersberg mit Nachdruck auf eine Marktanalyse des Geflügelmarkt-Experten Professor Hans-Wilhelm Windhorst hin, in der dieser den bevorstehenden Zusammenbruch des Hähnchenmarktes voraussagt. Der agrarindustrienahe ehemalige Leiter des ISPA-Instituts an der Universität Vechta veröffentlichte seine Warnung vor ruinösen Überkapazitäten jetzt in der Fachzeitschrift 'DGS Magazin' (Ausgabe 35/2010), dem offiziellen Organ des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft.
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'Hähnchenmarkt wird zusammenbrechen'
Von Uwe Dammann

Etelsen-Giersberg. Aus aktuellem Anlass weist die Bürgerinitiative gegen den geplanten Hähnchenmaststall in Etelsen-Giersberg mit Nachdruck auf eine Marktanalyse des Geflügelmarkt-Experten Professor Hans-Wilhelm Windhorst hin, in der dieser den bevorstehenden Zusammenbruch des Hähnchenmarktes voraussagt. Der agrarindustrienahe ehemalige Leiter des ISPA-Instituts an der Universität Vechta veröffentlichte seine Warnung vor ruinösen Überkapazitäten jetzt in der Fachzeitschrift 'DGS Magazin' (Ausgabe 35/2010), dem offiziellen Organ des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft.

In seiner Analyse 'Wachstum als Risiko?' beschreibt er die derzeit laufende massive Erweiterung der Schlachtkapazitäten in der Hähnchenbranche: Vor allem durch den Schlachthof-Neubau des Rothkötter-Konzerns in Wietze (bei Celle) und - als Reaktion darauf - auch durch den Ausbau von Schlachtkapazitäten bei dessen Konkurrenten Wiesenhof, Sprehe, Stolle und Friki. Die in diesem Verdrängungswettbewerb produzierten Überschüsse beliefen sich auf 'weit mehr als das Doppelte des wahrscheinlichen Zusatzbedarfs' auf ohnehin gesättigten Märkten.

Schon 2011 und danach noch verstärkt werde somit weit über die Aufnahmefähigkeit der deutschen, der europäischen und voraussichtlich auch der internationalen Märkte hinaus produziert. Windhorst warnt, infolge dieser Überschüsse werde in der ganzen Produktionskette bald kein Geld mehr zu verdienen sein. Es werde 'zu einer Reduzierung der Kapazität kommen oder auch zu einem Zusammenbruch ganzer Produktionsketten'. Diese werde nicht nur zu einer Unterauslastung oder zu einem Zusammenbruch von Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben führen, sondern werde vor allem auch die Vertragsmäster in Form von Preisdruck, Vertragskündigungen und Liquiditätsproblemen treffen. Die Etelser Bürgerinitiative, die auch im bundesweiten 'Netzwerk Bauernhöfe statt Agrarfabriken' mit mehr als 100 Bürgerinitiativen angeschlossen ist, ergänzt diese Ausführungen Windhorsts mit Hinweisen auf die 'Qualzucht und Qualhaltung der Tiere', auf die totale Abhängigkeit der Vertragsmäster von den

Schlachtkonzernen, auf die Geruchs-, Ammoniak- und Keimbelastung von Anwohnern und Umwelt und auf die Bedrohung einer bäuerlichen Tierhaltung durch agrarindustrielle Mastanlagen. Nach der Ankündigung, dass jetzt die Antragsunterlagen für den geplanten 100000er Hähnchenmaststall in Etelsen-Giersberg zum dritten Mal öffentlich ausgelegt werden, kündigt die Initiative an, dass sie auch weiter massiven Druck machen wird für ein Bauverbot von Massentierhaltungsanlagen, für bessere Tierhaltungsvorschriften und für die Förderung einer artgerechten Nutztierhaltung in bäuerlicher Hand in lebendigen Regionen. Für weitergehende Informationen verweist die Initiative auf ihre Internetseite www.gefluegelmast.de.

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