Handball

Ein neuer Mann für die Mitte

Die SG Achim/Baden holt Luke Pehling. Darüber hinaus verlängern Trainer Tobias Naumann und sein Assistent Thorben Schmidt.
03.06.2020, 19:28
Lesedauer: 3 Min
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Ein neuer Mann für die Mitte
Von Florian Cordes
Ein neuer Mann für die Mitte

Sie gehen mit der SG Achim/Baden die kommende Saison in der Handball-Oberliga gemeinsam an: Tobias Naumann (links) und Luke Pehling.

Björn Hake

In der Landesliga hat Luke Pehling in der zurückliegenden Saison für viel Aufsehen gesorgt und seine Qualitäten unter Beweis gestellt. Für die SG Arbergen-Mahndorf erzielte der Handballer in 20 Spielen 130 Tore. Mit dieser Ausbeute nimmt Pehling in der Torjägerliste der Landesliga Platz zwei ein. Noch häufiger traf nur Bennet Krix. Der Spieler der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg kam in 19 Spielen auf 143 Treffer. Nun ist die Landesliga für Luke Pehling aber Geschichte: Der junge Handballer, der im Angriff auf der Rückraummitte zu Hause ist, schließt sich dem Oberligisten SG Achim/Baden an. Somit wechselt er zu einem Klub, der auf der Bank auf Kontinuität setzt. Denn auch in der neuen Spielzeit wird der Oberligist von Tobias Naumann und seinem Assistenten Thorben Schmidt trainiert.

Pehling ist bereits der zweite Rückraumspieler, den Teammanager Cord Katz und Tobias Naumann von einem Engagement in Achim überzeugen konnten. In der vergangenen Woche gab der Klub die Rückkehr von Marvin Pfeiffer bekannt. Die Rückholaktion von Pfeiffer und die Verpflichtung sind laut Naumann auch vonnöten. „Denn im Rückraum haben wir Bedarf“, sagt Naumann und weist damit auf den Abgang von Noah Dreyer – ihn zieht es zum TV Oyten – sowie den wahrscheinlichen Abschied von Mohamed Sibahi hin. „Luke ist auf jeden Fall ein Spieler, der weiß, wo das Tor steht“, sagt Naumann, „er hat in Arbergen auch gezeigt, dass er eine Mannschaft führen kann. Er ist zudem in der Deckung zentral einsetzbar. Wir haben viel mit ihm gesprochen. Er wird auch menschlich gut reinpassen.“ Trainer Naumann und Teammanager Katz freuen sich zudem über die gute Zusammenarbeit mit dem benachbarten Klub. Die Verhandlungen seien sehr partnerschaftlich verlaufen, schildert Cord Katz.

Zwei Jahre Jugend-Bundesliga

Der künftige Achimer ist der Führungsspitze der SG Arbergen-Mahndorf ebenfalls dankbar, dass sie ihm keine Steine in den Weg legt. „Der Schritt, den Verein zu verlassen, fällt mit aber nicht leicht“, spricht Pehling über seine Gefühlslage. Er sei mit dem Klub eng verbunden und trainiere auch eine Jugendmannschaft. Das Gefühl, wie es sich anfühlt für einen anderen Verein zu spielen, kennt der 22-Jährige. Mit dem HC Bremen spielte er unter anderem zwei Jahre in der Jugend-Bundesliga. Durch die Erfahrungen, die er im Oberhaus gesammelt hat, traut er sich den Sprung von der Landes- in die Oberliga zu. „Schließlich habe ich in der Jugend auf hohem Niveau gespielt. Der jetzige Sprung ist aber natürlich auch mit einer gewissen Eingewöhnungsphase verbunden“, findet Pehling, der bei der von Thomas Panitz gecoachten SG Arbergen-Mahndorf die Rolle des Kapitäns eingenommen hatte.

Darüber hinaus geht er den Wechsel mit einem guten Gefühl an. „Als die Anfrage aus Achim kam, hat alles gepasst“, erzählt Luke Pehling. Und ein weiterer Aspekt mache ihm Mut: Cord Katz und Tobias Naumann hätten ihm schon jetzt ihr Vertrauen signalisiert – obwohl er zurzeit noch verletzt ist. „Ich habe eine Verletzung am Sprunggelenk, wurde vor drei Wochen operiert und gehe derzeit noch auf Krücken.“ Ein paar Wochen müsse er sich also noch schonen.

Wann die Achimer überhaupt wieder ins reguläre Training einsteigen, konnte Tobias Naumann auf Nachfrage noch nicht sagen. „Wir werden demnächst wieder im Freien zusammenkommen“, sagt der Trainer. Das Land Niedersachsen hat im Zuge der Corona-Lockerungen auch das Training in der Halle wieder ermöglicht. Wann er und sein Team dorthin zurückkehren und die Saison-Vorbereitung aufnehmen, sei aber noch nicht endgültig geklärt.

Final geklärt ist allerdings, dass die Achimer mit ihrem mittlerweile bewährten Duo auf der Bank in die neue Saison starten. Naumann freut sich, dass Thorben Schmidt ihn auch in Zukunft unterstützt: „Dass Thorben bleibt, war mir sehr wichtig. Die Abstimmung zwischen uns ist einfach super.“ Die Vereinsführung setzt weiter auf das Gespann, das den ehemaligen Zweit- und Drittligisten durch die wohl schwierigste Phase der vergangenen Jahre manövriert hat. Die SG startete unter Naumann und Schmidt – auch bedingt durch viele Ausfälle und Verletzungen – mit acht Niederlagen in die Saison.

Teil der Krise, Teil der Lösung

Doch gemeinsam kämpften sich Spieler und Trainer aus dem Tabellenkeller. Die wegen der Corona-Pandemie abgebrochene Saison schloss die SG Achim/Baden auf Platz neun ab. Auf dem Weg dorthin besiegte die Spielgemeinschaft auch einige Topteams der Liga – unter anderem Drittliga-Aufsteiger ATSV Habenhausen. „Man darf natürlich nicht vergessen, dass ich ein Teil der Krise war. Andererseits freut man sich auch, wenn man ein Teil der Lösung einer Krise war“, sagt Naumann. „Das ist für mich das Positive. Das bleibt hängen. Wir haben gezeigt, dass unser Team schwer konkurrenzfähig ist und viel Potenzial hat. Und auch in der neuen Saison wird der Kader gut aufgestellt sein, sodass einem nicht bange sein muss.“ Luke Pehling soll seinen Teil beitragen, damit der Coach recht behält.

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