Handball-Oberliga Mohamed Sibahi: Abenteuer im Nachbarland

Vor einem Jahr hatte sich Mohamed Sibahi der SG Achim/Baden angeschlossen. Nach nur einer Saison verlässt er den Klub wieder. Es geht für den jungen Mann in die Niederlande.
12.06.2020, 18:31
Lesedauer: 3 Min
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Mohamed Sibahi: Abenteuer im Nachbarland
Von Florian Cordes

Auf den Tag genau vor einem Jahr hat die SG Achim/Baden Mohamed Sibahi als Neuzugang präsentiert. Nun kündigte SG-Teammanager Cord Katz zwölf Monate später an, dass der Rückraumspieler den Handball-Oberligisten wieder verlässt. Schon seit einigen Wochen deutete sich der Abschied Sibahis an. Nun ist er endgültig Gewissheit. Sibahi sucht sich eine neue sportliche Herausforderung. Allerdings nicht in Deutschland: Der Rückraumspieler wechselt zum niederländischen Verein HV Kras/Volendam.

Sibahi weiß, dass er mit seinem Wechsel ins Nachbarland durchaus ein Abenteuer eingeht. Sein Schritt sei aber ein gut überlegter, sagt der junge Handballer, der in Delmenhorst lebt. Der Kontakt zu dem niederländischen Klub, dessen Topteams sowohl in der ersten Liga (Eredivisie) als auch in der BENE-League – in dieser Klasse spielen die besten Mannschaften der Niederlande und Belgiens – antreten, bestehe schon etwas länger. „Ich habe in Volendam bereits im Sommer 2019 und jetzt im Januar ein Probetraining gemacht“, erzählt Sibahi. In diesen Einheiten konnte er die Verantwortlichen des Klubs von seinen handballerischen Qualitäten überzeugen.

Den Kontakt zu ihm hätten die Offiziellen von HV Kras/Volendam aufgenommen. Bei einem Turnier seien sie wohl auf ihn aufmerksam geworden, sagt Sibahi, der sich bereits seine Gedanken über seine sportliche Zukunft in Volendam macht, das rund 20 Kilometer nördlich von Amsterdam liegt. „Größtenteils werde ich in der zweiten Mannschaft spielen, die in der Eredivisie antritt. Das Niveau in dieser Liga ist mit dem der 3. Liga in Deutschland zu vergleichen. Ich werde aber auch mit der ersten Mannschaft trainieren. Ich denke schon, dass ich auf Chancen auf Einsätze in diesem Team hoffen kann“, sagt der Rückraumspieler selbstbewusst, der sich bei seinem neuen Klub weiterentwickeln möchte. „Die Trainingsbedingungen dort sind schon einmal top“, schildert Sibahi.

Jetzt freut er sich aber erst einmal auf das Abenteuer, das in der Niederlande auf ihn wartet. „Ich will gerne etwas Neues ausprobieren und auch gerne höher spielen“, sagt Sibahi. Und da sei die Anfrage aus Volendam genau richtig gekommen. Er sei schon sehr gespannt darauf, neue Leute, ein neues Land und eine neue Sprache kennenzulernen. „Und ich werde mir dort auch einen Job suchen“, ergänzt Sibahi seinen Plan. Er möchte sich nicht nur allein auf Handball konzentrieren, sagt das 20-jährige Talent, das in diesem Jahr sein Abitur geschrieben hat.

Das sei ein Grund dafür, dass er bei der SG Achim/Baden meist die Rolle eines Ergänzungsspieler eingenommen hat. „Wegen der Schule hatte ich hin und wieder keine Zeit fürs Training.“ Zudem seien die Fahrten von Delmenhorst nach Achim und zurück mit einigem Aufwand verbunden gewesen. „Das Abi-Jahr war für mich ziemlich stressig. Das hat mit der Oberliga und dem ersten Jahr im Herrenbereich nicht immer zusammengepasst“, erklärt Sibahi. Die Folge war, dass er im Team von SG-Coach Tobias Naumann nicht die von ihm erhoffte Rolle spielte. Einfach sei ihm das nicht gefallen: „Denn zuvor habe ich immer gespielt. Ich war mit meiner Spielzeit nicht immer zufrieden.“ Deshalb auch jetzt der Wechsel: Sibahi will wieder mehr spielen und Leistungsträger sein. So wie vor seiner Zeit bei der SG Achim/Baden. In seinen beiden letzten Jahren in der Jugend spielte er mit dem TV Oyten in der Bundesliga. Vor allem in der zweiten Saison im Oberhaus avancierte Sibahi bei den „Vampires“ zu einem Leader. An diese Zeit knüpfte er in Achim nicht an.

Obwohl er bei der SG nicht das Glück fand, wie er sich erhofft hatte, möchte er die Zeit nicht missen. Im Umfeld und innerhalb der Mannschaft habe er sich stets wohlgefühlt. „Die Teamkollegen waren einfach super“, sagt Sibahi, der für die SG Achim/Baden in 20 Oberliga-Spielen 32 Tore erzielte. Einer seiner Treffer im SG-Trikot war zudem ein immens wichtiger: Ende November traf Sibahi bei der HSG Barnstorf/Diepholz wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff zum 19:19. Damit rettete er der SG Achim/Baden, die die Saison 2019/2020 auf dem neunten Tabellenplatz abschloss, noch einen Punkt.

Cord Katz findet indes, dass sich Sibahi ruhig eine zweite Saison hätte nehmen sollen, um in der Oberliga richtig Fuß zu fassen. „Wir hätten sehr gerne mit ihm weitergemacht. Denn wir haben in Mohamed das Potenzial gesehen, damit er mehr Einsatzzeiten bekommt“, sagt der Teammanager.

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