Handball-Oberliga

Guter Start als erstes Ziel

Die Vorbereitung ist beendet. Mit der Partie beim Elsflether TB beginnt für die SG Achim/Baden die neue Saison. Einen Fehlstart wie im Vorjahr will das Team unbedingt vermeiden.
30.09.2020, 16:49
Lesedauer: 4 Min
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Guter Start als erstes Ziel
Von Florian Cordes

Anders – dieses Wort nimmt für die Oberliga-Handballer der SG Achim/Baden in der kommenden Spielzeit eine zentrale Rolle ein. Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie wird die Saison für die Achimer notgedrungen anders – was für alle Teams in der Oberliga Nordsee gilt. Es werden weniger Zuschauer in den Hallen sein und in den Sportstätten gelten ausgeklügelte Hygienekonzepte. Die Handballer müssen sich an die neuen Umstände wohl erst einmal gewöhnen und damit rechnen, dass wegen der Pandemie die Saison terminlich nicht wie geplant verläuft. Es wird eben anders. Dieses kleine Wort spielt bei der SG Achim/Baden hinsichtlich der sportlichen Ziele ebenfalls eine Rolle. Vor allem mit Blick auf den Start. Der soll komplett anders verlaufen als im Vorjahr.

Die Achimer legten in der Saison 2019/2020 einen Fehlstart hin, der schon fast historische Züge angenommen hatte. Die ersten acht Spiele gingen allesamt verloren. Erst Spiel Nummer neun gegen den Elsflether TB gewann das Team von Trainer Tobias Naumann. Frenetisch wurde dieser Sieg im November 2019 in der Gymnasiumhalle gefeiert. Wie es der Zufall will, startet die SG am Wochenende gegen den Elsflether TB in die neue Spielzeit. Für diese Partie hat Naumann ein klares Ziel ausgerufen: Ein Sieg soll her. „Überhaupt wollen wir von Anfang an den nötigen Grip haben. Wir wollen erfolgreich starten. Sicher müssen wir nach den ersten Spieltagen nicht an der Tabellenspitze stehen. Wichtig wird aber nun einmal sein, dass wir nicht wieder so eine Negativserie hinlegen“, sagt Naumann.

Dass die SG Achim/Baden vor einem Jahr so schlecht aus den Startlöchern gekommen ist, kam aber auch ein wenig mit Ansage. Denn personell war die Naumann-Truppe damals arg gebeutelt. Viele Spieler schleppten sich mit Verletzungen durch die Vorbereitung. Mit Tobias Freese und Fabian Balke fielen zwei wichtige Stützen über viele Monate aus. Balke feierte nach seinem Achillessehnenriss erst Anfang März gegen den VfL Fredenbeck sein Comeback. Dann stellte das Coronavirus die Welt auf den Kopf.

In Sachen Personal hat es auch in der Vorbereitung auf die neue Saison immer wieder Probleme gegeben. Erneut war Naumann dazu gezwungen zu improvisieren. In einigen Testspielen griff der Coach auf Spieler aus der zweiten Mannschaft zurück. Einen Spieler hat es wieder besonders hart getroffen: Fabian Balke. Der erfahrene Kreisläufer verpasst wegen einer Meniskusverletzung die ersten Saisonspiele. „Auch in diesem Jahr haben wir personell Probleme. Es sieht allerdings besser aus als im vergangenen Jahr“, stellt der Trainer klar.

Personallage hin oder her – Tobias Naumann ist überzeugt davon, dass sein Kader qualitativ stark genug ist, um eine ruhige Saison zu spielen. „Mit den Erfahrungen aus den vergangenen Jahren müssen wir aber sagen, dass wir zunächst schnellstmöglich den Klassenerhalt sichern wollen. In der Rückrunde der Vorsaison haben wir aber auch gezeigt: Bei uns geht was. Zudem ist unser Kader nicht schlechter geworden. Es steht uns jetzt aber auch nicht zu, ein heroisches Ziel auszurufen“, sagt Naumann, in dessen Kader es nur wenig Bewegung gab.

Flügelspieler Lars Auth verpflichtet

Verlassen haben die SG Achim/Baden Noah Dreyer (TV Oyten) sowie Mohamed Sibahi (HV Kras/Volendam). Jannis Jacobsen spielt künftig für das Landesliga-Team der SG. Neu im Team sind Marvin Pfeiffer, Luke Pehling und Lars Auth. Letzteren haben sich die Achimer im Schlussspurt der Vorbereitung geangelt. Der Rechtshänder, der auf beiden Außenbahnen einsetzbar ist, spielte zuletzt für DJK Adler Königshof. „Nun zieht es ihn beruflich vom Niederrhein in den Norden“, erklärt SG-Teammanager Cord Katz. „Er hat zweimal bei uns mittrainiert und wir haben dann zugegriffen. Lars hat Oberliga-Erfahrung und ist mit seinen 22 Jahren ein hungriger Spieler.“

Auf die Einsätze von Luke Pehling – der talentierte Rückraumspieler kam von der SG Bremen-Ost – müssen die Achimer hingegen noch ein wenig warten. Er kuriert noch eine Fußverletzung aus. Naumann muss sich also noch gedulden, bis er Pehling einsetzen kann: „Der Heilungsprozess bei Luke verläuft gut. Er steigt langsam in die Belastung ein, trainiert aber individuell.“

Zugang Nummer drei benötigte hingegen keine Eingewöhnungsphase. Denn er kennt den Klub aus dem Effeff: Marvin Pfeiffer. Nach seinem einjährigen Ausflug zum Drittligisten Hannover-Burgwedel streift er nun wieder das Jersey der SG Achim/Baden über. Naumann ist glücklich, dass sich Pfeiffer für eine Rückkehr entschieden hat: „Marvin knüpft bei uns da an, wo er aufgehört hat. Er ist durch sein Jahr in der dritten Liga gereift und wird für uns ein wichtiger Spieler sein.“

Gleiches trifft auf Florian Block-Osmers zu. Der Routinier hatte mit dem Gedanken gespielt, seine Oberliga-Laufbahn zu beenden. Er entschloss sich dann aber doch anders. „Körperlich ist Flo immer noch in der Lage, in der Liga mitzuhalten. Er hilft uns definitiv weiter, vor allem solange Luke noch im Aufbau ist“, sagt Naumann über den erfahrenen Spielgestalter. Was nach dem Abschied von Jacobsen jedoch vergeblich im Kader gesucht wird, ist ein Linkshänder. Noah Zilz und Neuzugang Auth sollen auf der rechten Angriffsseite für Torgefahr sorgen. Naumann weiß, dass diese Situation nicht optimal ist, „wir können aber auch gut nur mit Rechtshändern spielen. Wir sind in einigen Testspielen auch ohne Linkshänder an die 30-Tore-Grenze gekommen.“

Enges Rennen erwartet

Diese Marke hatte die SG Achim/Baden im Testspiel gegen die HSG Delmenhorst verpasst. Mit 21:34 verlor das Naumann-Team im August gegen eine Mannschaft, die für den Achimer Coach der Favorit auf die Meisterschaft ist. Auf den vorderen Plätzen erwartet der Trainer zudem die SG VTB/Altjührden sowie den VfL Fredenbeck. „Und dahinter kommen dann im Grunde alle anderen", denkt Naumann. "Die Aufsteiger kann ich nur schlecht einschätzen. Aber es wird wohl ein ziemliches Hauen und Stechen." Und aus diesem will sich die SG Achim/Baden möglichst schnell verabschieden.

Begleitet wird die Saison aber eben auch vom Thema Corona: Daher ist der Trainer gespannt wie künftig die Atmosphäre in den Sporthallen ist. „Eigentlich fängt das alles schon bei den Hygienekonzepten an. Während unserer Testspiele konnten wir uns darauf ja schon vorbereiten. Es gilt, sich strikt daran zu halten. Die Freiheiten, die man früher hatte, gibt es momentan nun einmal nicht. Das betrifft ja auch die Zuschauer“, sagt Naumann und macht noch einmal deutlich, dass die Saison für alle Beteiligten vor allem eines wird – anders.

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