Handball-Oberliga

Spiegelbild der Vorwoche bei der SG Achim/Baden

Die SG Achim/Baden verliert gegen die HSG Schwanewede/Neuenkirchen ihr erstes Heimspiel der Saison. Die Niederlage war jedoch vermeidbar, da die SG zu viele Chancen liegen lässt.
11.10.2020, 15:10
Lesedauer: 3 Min
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Spiegelbild der Vorwoche bei der SG Achim/Baden
Von Florian Cordes
Spiegelbild der Vorwoche bei der SG Achim/Baden

Malte Meyer war einer der wenigen Lichtblicke in der Offensive der SG Achim/Baden. Der Kreisläufer markierte insgesamt sechs Tore.

FOCKE STRANGMANN

Arne von Seelen hat der SG Achim/Baden in der Vergangenheit schon sehr viele Erfolge gesichert. Am Sonnabend hatte der Keeper des Handball-Oberligisten aber nicht seine Bestform erreicht. Ebenso wenig der zweite SG-Keeper Martin Dybol, der im Heimspiel gegen die HSG Schwanewede/Neuenkirchen phasenweise den Posten zwischen den Pfosten eingenommen hatte. Gepaart mit einer Offensive, die in den entscheidenden Momenten immer wieder schwächelte, war dies für die Achimer zu wenig, um das erste Heimspiel der neuen Saison zu gewinnen. Die Gäste aus Schwanewede gewannen die Begegnung knapp mit 28:26 (13:12).

In Spielminute 14 brandete in der wegen der Corona-Auflagen mit 130 Besuchern besetzten Gymnasiumhalle nach einer von Seelen-Parade Jubel auf. Zunächst wehrte der Keeper einen Siebenmeter von Schwanewedes elffachem Torschützen Karlo Oroz ab und gleich auch noch dessen Nachwurf. Es war eine seltene Szene. Denn insgesamt trat Arne von Seelen mit solchen Paraden nicht allzu häufig in Erscheinung. Martin Dybol kassierte hingegen ein Tor, das aus einem Verzweiflungswurf von Torben Pilger resultierte. Er traf aus 15 Metern zum zwischenzeitlichen 24:22 für die Gäste. Die ausbaufähige Leistung der beiden Keeper, die in so vielen Spielen ein wichtiger Faktor gewesen sind, war jedoch mitnichten der Hauptgrund für die Niederlage. Es war die Offensive, die dafür verantwortlich war. „Einen schlechten Wettkampf haben wir sicher nicht gezeigt. Aber im Angriff waren wir dann doch zu fehlerbehaftet“, urteilte SG-Trainer Tobias Naumann.

Ole Jacobsen nutzt seine Chance

Lichtblicke in der Offensive waren Kreisläufer Malte Meyer, Linksaußen Kevin Podien sowie Ole Jacobsen. Der Rückraumrechte gehört eigentlich dem Kader der SG Achim/Baden II an. Nun gab Naumann ihm aber die Möglichkeit, sich in der Oberliga zu präsentieren. Er nutzte seine Chance: Nachdem er in der zweiten Halbzeit eingewechselt worden war, setzte er im Angriff einige gute Akzente. So traf er zum 20:21 für die SG, kurz darauf glich Sören Meier aus (45.). Es war einer jener Momente, in der die Partie hätte kippen können. Doch das tat sie eben nicht. Sieben Minuten später – während dieser Zeit verwarf SG-Spieler Tobias Freese einen Siebenmeter – lagen die Gäste aus dem Landkreis Osterholz mit 25:22 vorne. Zum wiederholten Male liefen die Gastgeber einem Rückstand hinterher. Die verbliebene Zeit sollte der Naumann-Sieben nicht reichen, um diesen noch einmal aufzuholen.

Dabei war nach dem 25:27 durch SG-Linksaußen Kevin Podien (58.) noch alles möglich. Denn nach einem Offensivfoul von Marc Blum waren die Achimer wieder in Ballbesitz. Der Wurf von Rückkehrer Marvin Pfeiffer wurde jedoch zu einem harmlosen Aufsetzer und so zu einer leichten Beute für HSG-Keeper Jannis Nowitzki. Es war die Entscheidung in dieser Partie, zumal Oroz im Gegenzug zum 28:25 für die Gäste traf.

Dabei hätte die SG Achim/Baden auch gut und gerne in Führung liegen können. Tobias Naumann hatte bereits nach der Auftaktniederlage bemängelt, dass in der Offensive zu viel liegen gelassen worden war. Im zweiten Spiel der Saison stellten die Achimer die Mängel – besonders im Rückraum – nicht komplett ab. Die Angriffsleistung war im Grunde ein Spiegelbild der Vorwoche – mit dem Unterschied, dass die Naumann-Sieben gegen die HSG drei Treffer mehr erzielte als noch gegen Elsfleth. Nicht selten wurde zu überhastet abgeschlossen, stand der Pfosten bei Abschlüssen im Weg oder wurden Fehlpässe gespielt, mit denen die Gäste zu Tempogegenstößen eingeladen wurden.

Naumann sieht Potenzial

„Das war dann auch der Grund, warum wir am Ende 28 Gegentore bekommen haben“, meinte Naumann. „Es waren insgesamt ein paar Sachen zu viel dabei, die uns nicht gelungen sind. Darüber hinaus hatten wir das Glück nicht auf unserer Seite.“ Und so steht die SG Achim/Baden nach zwei Saisonspielen noch ohne Punkt da. „Verzweifeln werden wir jetzt aber nicht“, gab sich Naumann kämpferisch und wies darauf hin, dass in beiden Partien viel mehr für sein Team möglich war. In seiner Mannschaft stecke viel Potenzial – aber eben auch Dinge, die es noch zu verbessern gelte. Naumann: „Es muss uns gelingen, unsere Topleistung durchgängig abzurufen.“

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