Freisprechungsfeier für 92 Lehrlinge im Grünen Jäger / Dank an die Eltern, Lehrer und Meister Handwerker erhalten ihre Gesellenbriefe

Landkreis Verden. "Sie können stolz auf sich sein - Sie haben Ihre Gesellenprüfung mit viel Lernen, Fleiß und Geschicklichkeit geschafft", rief Vizekreishandwerksmeister Fritz Suhr in den Saal des Verdener Parkhotels Grüner Jäger. Am Freitagabend sprach er 92 Lehrlinge unterschiedlicher Gewerke frei. Zwölf hatten die Prüfung nicht bestanden. "Das Ergebnis zeigt, dass es nicht leicht ist, die Gesellenprüfung zu bestehen."
07.03.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Inka Sommerfeld

Landkreis Verden. "Sie können stolz auf sich sein - Sie haben Ihre Gesellenprüfung mit viel Lernen, Fleiß und Geschicklichkeit geschafft", rief Vizekreishandwerksmeister Fritz Suhr in den Saal des Verdener Parkhotels Grüner Jäger. Am Freitagabend sprach er 92 Lehrlinge unterschiedlicher Gewerke frei. Zwölf hatten die Prüfung nicht bestanden. "Das Ergebnis zeigt, dass es nicht leicht ist, die Gesellenprüfung zu bestehen."

Die Kreishandwerkerschaft Bremervörde-Osterholz-Verden hatte für einen feierlichen Rahmen gesorgt, in dem die Big-Band des Gymnasiums am Wall für beste musikalische Unterhaltung sorgte. An der Feier nahmen Vertreter von Landkreis und Gemeinden, der Kreishandwerkerschaft, der Handwerkskammer und Ausbildungsbetrieben teil, außerdem Lehrer, Eltern und Geschwister der Junghandwerker.

Der Stolz auf die eigene Leistung war auch Thema der Festansprache von der Geschäftsführerin der Landesvereinigung Bauwirtschaft Niedersachsen, Cornelia Höltkemeier. "Worauf können die Gesellen stolz sein?", fragte sie und nannte mehrere Gründe: "Eine Berufsausbildung zu bestehen ist keine Selbstverständlichkeit: Es zeigt, dass Sie sich durchgebissen und die Prüfung ganz allein gemeistert haben - beim Gesellenstück sind Plagiate nicht möglich." Mit der bestandenen Prüfung hätten sich die Gesellen die Freiheit erarbeitet, selbst zu entscheiden, wie ihr weiterer Berufsweg aussieht: Fortbildungen, Meisterschule oder Studium. "Sie haben Veränderungen mitgebucht: Betrachten Sie Weiterbildung nicht als Last, sondern als Chance", riet Höltkemeier. Denn die Gesellen hätten sich Berufe ausgesucht, die sie mitgestalten können, beispielsweise Gebäude seniorengerecht zu sanieren oder Küchen zu installieren, die elektronisch "mitdenken".

Und über den Zeitpunkt ihrer Prüfung können sich die neuen Gesellen ebenfalls freuen: "Sie platzen mit Ihrer fertigen Ausbildung in eine Zeit, in der Fachkräfte gesucht werden", sagte die Festrednerin. Die Gesellen hätten auch Grund, auf ihre Eltern stolz zu sein, die sie unterstützt hatten, wenn es mal nicht so gut lief, und auf ihre Lehrer, die sie bis zum Schluss motiviert hatten. Und Höltkemeier selbst wäre stolz, wenn sie den einen oder anderen Gesellen wiedersehen würde, der sich für die Innungen engagiert.

Seitenhieb auf die Politik

Einen Seitenhieb gab es für die Politik: "Ich kann den Satz ?Das Handwerk ist das Rückgrat der Wirtschaft' nicht mehr hören", sagte Höltkemeier. Der Satz sei völlig richtig, sei das Handwerk doch in der Region verwurzelt. "Doch die Ankündigung bleibt im Raum stehen", kritisierte sie.

Bürgermeister Lutz Brockmann gratulierte zum "entscheidenden Schritt in ein eigenständiges Leben". Er hofft, dass viele Gesellen in und um Verden Wurzeln schlagen, und wünscht, dass sich einige nicht nur in den Innungen, sondern auch im sozialen Umfeld engagieren.

"Wir danken den Lehrern, die es mit uns ausgehalten haben, den Meistern, Ausbildern und Eltern", sagte Sebastian Meier stellvertretend für alle Gesellen und ließ die Lehrzeit auf humorvolle Art Revue passieren: "Am Anfang waren wir froh, die Schule hinter uns gelassen zu haben - doch unsere Ausbildung begann mit der Berufsschule." Lehrgänge seien vergleichbar mit Klassenfahrten gewesen, die Zwischenprüfung verlief zufriedenstellend und die Abschlussprüfung für die meisten gut.

Anschließend händigten die Obermeister der Innungen die ersehnten Gesellenbriefe aus, und die Gäste applaudierten den Junghandwerkern kräftig. Vizekreishandwerksmeister Suhr überreichte den Innungsbesten außerdem Gutscheine: Anlagenmechaniker Clemens Oelsner, Fleischer Lukas Krempel, den Feinwerkmechanikern Maschinenbau Patrick Badenhop und Michael Lohmann, den Elektronikern Energie- und Gebäudetechnik Tim-Sandro Homberg, Janis Horstmann, Sebastian Meier, Henning Rust und Dennis von Freeden sowie Kfz-Mechatroniker Pkw-Technik Timm Maack.

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