Debatte um Wehr- und Zivildienst Hepke: Männer benötigen Klarheit

Landkreis Verden. Ein großes Chaos sieht Fritz-Heiner Hepke, Kreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt, auf junge Männer, Verbände, Heime und Krankenhäuser zukommen. Grund ist die Diskussion um das Ende von Wehr- und Zivildienst in den Reihen der Bundesregierung.
13.07.2010, 06:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Stefanie Waterkamp

Landkreis Verden. Ein großes Chaos sieht Fritz-Heiner Hepke, Kreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt, auf junge Männer, Verbände, Heime und Krankenhäuser zukommen. Grund ist die Diskussion um das Ende von Wehr- und Zivildienst in den Reihen der Bundesregierung. Die nannte Hepke auf einer Tagung der AWO in Verden zwar jetzt 'sprunghaft und kurzfristig', machte aber deutlich, dass er darin auch eine große Chance sieht: Er erhofft sich eine Stärkung der Freiwilligendienste, um das soziale Engagement und auch die Berufsorientierung junger Leute zu fördern.

Junge Männer wüssten derzeit nicht, woran sie wären, schimpfte Hepke bei der Tagung. Wer am 1. August seinen Zivildienst antrete, habe einen Einberufungsbescheid für neun Monate erhalten, wisse aber aus Zeitungsberichten, dass sein Dienst nur sechs Monate dauere. Und nun lese er auch noch, dass der Dienst vielleicht ganz abgeschafft wird. 'Wie soll man da eine Entscheidung über Ausbildung, Studium oder Arbeitsplatzsuche treffen können?'

Nicht nur die junge Männer, auch die Zivildienstträger und Verbände benötigten ein schlüssiges Konzept für den Umbau vom Pflicht- zu den Freiwilligendiensten, forderte Hepke. Intern müssten Wohlfahrtsverbände, Heime und Krankenhäuser, die den Zivis einen Platz bieten, etliches umorganisieren und neu strukturieren. 'Das geht nur, wenn die Bundesregierung ihre Zusage, die Freiwilligendienste zu stärken, schnellstmöglich einlöst.'

Bildungs- und Orientierungsjahr

Auch für den Ausbau des Freiwilligen Sozialen Jahres ist nach Ansicht des AWO-Kreisverbandes eine finanzielle Umschichtung und bessere Unterstützung nötig - nicht zuletzt auch für eine wirksame Öffentlichkeitskampagne, um jungen Leuten zu zeigen, wie attraktiv ein soziales Bildungs- und Orientierungsjahr sein kann. 'Soziales Engagement, gerade auch in jungen Jahren, ist eine wichtige Grundlage für eine soziale Gesellschaft", unterstreicht Heinz Möller, Vorstandsmitglied der AWO. Der Umbau brauche eine gewisse Zeit, betonte Hepke und unterstrich: 'Hier erwarten wir das Angebot von Übergangslösungen für alle Beteiligten.'

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