Von Achim nach Afrika

Andenken an Afrika

Herbert Kempa ist in seinem Leben bereits drei Mal nach Afrika gereist. Die Erinnerungen an seine Reisen hat er nun in einem Buch zusammengetragen.
02.06.2020, 15:25
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Andenken an Afrika
Von Elina Hoepken
Andenken an Afrika

Auf das Cover für sein Buch hat Werner Kempa sein Lieblingsbild aus Afrika gedruckt. Im Großformat hängt es auch über seinem Bett.

Björn Hake

Drei Mal war Herbert Kempa bereits in Afrika. Das Afrika-Fieber – oder der „Bazilllus Afrika“, wie Kempa selbst ihn nennt – hatte ihn von der ersten Reise an nicht mehr losgelassen. Noch heute sammelt er Zeitungsausschnitte, die sich auf die eine oder andere Weise mit dem Kontinent beschäftigen, und liest viele Bücher über Afrika. Doch seit einiger Zeit hat der Achimer noch eine weitere Leidenschaft, die ihn nicht mehr so recht loslässt: das Schreiben.

Nun hat Herbert Kempa einen Weg gefunden, seine beiden Leidenschaften bestmöglich zu vereinen. Er hat nämlich ein Buch geschrieben, in dem er Berichte von seinen drei Reisen zusammengefasst hat und damit seinen ganz persönlichen Blick auf den Süden des Landes präsentiert. „Dreimal Afrika und zurück“, lautet der Titel seines neuen Werkes. Es ist bereits Kempas zweites Buch, in dem er sich mit seiner eigenen Biografie auseinandersetzt. In seiner ersten Veröffentlichung „Auf Umwegen nach Achim“ wurden seine Afrika-Reisen auch schon einmal kurz thematisiert.

„Ich hatte aber nach der Veröffentlichung das Gefühl, dass ich noch nicht alles gesagt beziehungsweise geschrieben habe und noch etwas loswerden möchte“, erinnert sich Kempa. Relativ schnell sei ihm dann klar gewesen, dass noch ein zweites Buch folgen soll. Kempa hat dazu seine bereits vorhandenen Reiseberichte von damals, wie er selbst sagt, noch einmal ergänzt – durch Erinnerungen und Erfahrungen, die er anfangs gar nicht berücksichtigt hatte. „Alles, was sich bis dahin nur in meinem Kopf angesammelt hatte, wollte ich noch einmal zu Papier bringen“, erklärt Kempa.

Immer wieder zieht er dabei auch kleine Parallelen zu seinem jetzigen Leben in Achim. So wie zum Beispiel bei seiner Erinnerung an das sogenannte „Regengucken“ in Namibia. „Im Süden Afrikas ist es generell sehr trocken“, berichtet der Achimer. „Daher wird, wenn denn einmal Regen fällt, das von den Bewohner richtig gefeiert. Man trifft sich dann zum ,Regengucken‘. Die Menschen stehen aufgereiht auf der Terrasse und freuen sich über den herabprasselnden Regen.“ An dieses Ereignis habe er sich gemeinsam mit seiner Frau erinnern müssen, als in Achim im heißen Sommer 2018 nach monatelanger Trockenheit endlich wieder Regen fiel. „Dann standen wir vor unserer Terrassentür und haben unser eigenes Regengucken veranstaltet.“

Ganz lassen ihn seine Reisen also offenbar auch nicht los, wenn er in Achim ist. Und das obwohl sein letzter Besuch in Afrika mittlerweile schon zehn Jahre her ist. So haben Kempa und seine Frau beispielsweise auch ein Ritual übernommen, das sie bei einem Grillabend in Windhoek kennengelernt hatten. Vor dem eigentlichen Essen ging der Gastgeber nämlich bereits mit einem Teller mit kleinen Fleischstücken umher, die die Gäste probieren sollten. „Da auch meine Frau und ich gerne und gut essen und in unserer eigenen Küche natürlich auch abgeschmeckt werden muss, haben wir nach unserer Rückkehr nach Deutschland dieses Ritual übernommen“, berichtet Herbert Kempa.

Indem der Achimer all die Erinnerungen, die er mit Afrika verbindet, nun noch einmal aufgeschrieben hat, hofft er insgeheim auch ein bisschen darauf, andere mit dem „Bazillus Afrika“ anzustecken. „Es wäre natürlich schön, wenn durch die Lektüre auch andere Menschen den Kontinent für sich entdecken“, sagt Kempa.

Für ihn selbst sei dieses Buch nun aber der Schlusspunkt. „Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich alles erzählt habe“, sagt Kempa. Ganz aufs Schreiben verzichten will er aber dennoch nicht. Nur die autobiografischen Texte will er nun ruhen lassen. Einige Ideen für ein neues Buch hat er bereits.

Das Buch „Dreimal Afrika und zurück“ ist ab sofort für 16,50 Euro im Achimer Buchhandel erhältlich.

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