Verdener Straße in Achim

Hilfe für Fußgänger ist nun möglich

Wenn die Polizei und das Land Niedersachsen mitspielen, können Passanten bald sicherer die Verdener Straße zwischen Lidl und Baalk Backbord queren. Die neuesten Verkehrszahlen lassen eine Hilfe jedenfalls zu.
25.09.2019, 16:35
Lesedauer: 3 Min
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Hilfe für Fußgänger ist nun möglich
Von Kai Purschke

Verkehrsthemen standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Ortsausschusses Baden am Dienstagabend. Neben den Bauarbeiten auf der Uesener Feldstraße und den Zuständen der Radwege beschäftigte die etwa ein Dutzend anwesenden Bürger vor allem eine Sache: die Verdener Straße in Höhe des Lidl-Marktes. Denn seitdem auf rechten Seite in Richtung Verden eine Baalk-Backbord-Filiale samt Café residiert, gibt es vermehrt Fußgänger, die zwischen dem Café auf der einen sowie dem Discounter und dem Seniorenheim Haus Botegunhof auf der anderen Seite pendeln.

Da es dort auf der Verdener Straße, welche eine Landesstraße ist (L 158), keinerlei Verkehrsberuhigung oder Querungshilfe gibt, ist der Straßenseitenwechsel offenbar vielen Menschen zu gefährlich. Vor allem den älteren Achimern und insbesondere denen, die auf Rollatoren angewiesen sind. Für alle aber hatte Bürgermeister Rainer Ditzfeld eine gute Nachricht parat: Eine Ampel oder ein Zebrastreifen soll die Situation entschärfen, wenn auch die Polizei und das Land Niedersachsen grünes Licht dafür geben. Die CDU hatte eine Querungshilfe in Form einer kleinen Mittelinsel, die Fußgängern eine Verschnaufpause bietet, beantragt. Sie ist aber in Ditzfelds Augen nicht geeignet, das Problem zu lösen, da Autofahrer vor einer solchen Querungshilfe nicht anhalten müssen.

Neue Zahlen der Verkehrsbelastung

Dass nun überhaupt etwas an dieser Stelle passieren kann, zumal das Thema für die Badener alles andere als neu ist, liegt an den neuesten Zahlen der Verkehrsbelastung. Denn bevor die Baustelle auf der Uesener Feldstraße eingerichtet und der Verkehr umgeleitet wurde, wurden in einer Spitzenstunde laut Bürgermeister 750 Autos zwischen Lidl und Baalk Backbord auf der L 158 gezählt – das sind immerhin alle zehn Sekunden zwei Fahrzeuge. Diese Frequenz sei groß genug, dass im Einvernehmen mit der Landesstraßenbaubehörde und der Polizei zugunsten der Fußgänger eine Maßnahme ergriffen werden kann. Ditzfeld rechnet dafür mit Kosten von 20 000 Euro (Zebrastreifen) bis 80 000 Euro (Ampel), die aber die Stadt tragen müsste.

Zwar haben die Ausschussmitglieder kurz darüber sinniert, ob das denn richtig sei, wo es sich doch um eine Straße des Landes handele, aber Ditzfeld machte deutlich, dass wenn etwas zeitnah geschehen soll, Achim die Zeche zahlen müsse. Ute Barth-Hajen (Grüne) hat dazu eine klare Haltung: „Es ist mir egal, ob die Stadt oder das Land bezahlt. Es geht um die Sicherheit der Menschen und wenn wir das bezahlen müssen, dann machen wir das. Punkt.“

Kritik am Radwegezustand

Land oder Stadt? Diese Zuständigkeitsfrage beschäftigt die Mitglieder des Ortsausschusses auch im Zusammenhang mit den weit fortgeschrittenen Bauarbeiten auf der L 156 (Uesener Feldstraße). Denn während die Landesstraße nun flott gemacht wird, sind die Zustände der dazugehörigen Radwege alles andere als schön. „Das Grünzeug wächst bis auf den Radweg, über dem Dornenbüsche hängen“, wusste Wolfgang Heckel (WGA) zu berichten und auch Ute Barth-Hajen kennt dort Stellen, an denen der Radweg so stark zugewachsen sei, „dass sich dort keine zwei Radfahrer begegnen können“.

Ditzfeld erklärte, dass mit dem weiteren Straßenausbau für die – immer noch nicht offiziell bestätigte – Amazon-Ansiedlung auch die Radwege ertüchtigt würden. So lange wollen die Kommunalpolitiker aber nicht warten, denn „das kann dauern“, wie Ute Barth-Hajen anmerkte, während die geschilderten Probleme akut sind. Der Verwaltungschef versprach, dies an die Landesstraßenbaubehörde weiterzugeben.

Im Zuge der Bauarbeiten auf der Uesener Feldstraße sind bis Dienstag die Asphalttrag- und Binderschichten eingebaut worden. War es bis dahin trocken genug, sorgte der Regen am Mittwoch jedoch dafür, dass die fehlenden Asphaltierungsarbeiten nicht mehr wie geplant in dieser Woche ausgeführt werden können. Die Stadt plant daher die Freigabe aller sanierten Bauabschnitte, „in Abhängigkeit des Wetters“, für Ende nächster Woche.

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