Hauke Kuhlmann mit 'Dante' auf dem Parcour / Nele landet an ihrem Geburtstag mit 'Samor' auf dem 3. Platz Hubertusturnier des Reitvereins Alte-Aller

Langwedel-Langwedelermoor. Er ist wortwörtlich Vorreiter für Vielseitigkeit: Hauke Kuhlmann hat seine Leidenschaft für die schwere Disziplin entdeckt, die Spring- und Dressurreiten mit Reiten im Gelände über Sprünge aus festen Hindernissen vereint. Ende vorigen Jahres kam er auf dem Geländereiter-Lehrgang für Einsteiger in Tarmstedt auf den Geschmack: 'Ein ganz anderes Gefühl, durch Wälder und über Wiesen zu galoppieren.'
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Von INKa Sommerfeld

Langwedel-Langwedelermoor. Er ist wortwörtlich Vorreiter für Vielseitigkeit: Hauke Kuhlmann hat seine Leidenschaft für die schwere Disziplin entdeckt, die Spring- und Dressurreiten mit Reiten im Gelände über Sprünge aus festen Hindernissen vereint. Ende vorigen Jahres kam er auf dem Geländereiter-Lehrgang für Einsteiger in Tarmstedt auf den Geschmack: 'Ein ganz anderes Gefühl, durch Wälder und über Wiesen zu galoppieren.'

Es sei aufregend, Hoch-, Tief- und Wassersprünge zu meistern, schwärmt der 25-Jährige. Bisher ritt er überwiegend Springturniere auf A-Niveau, einer Klasse für Fortgeschrittene.

Trotz seiner Begeisterung für die Vielseitigkeit sattelte er am Sonnabend 'Dante', sein fünfjähriges Dressur-Nachwuchspferd. Denn das Hubertusturnier seines Reitvereins Alte-Aller Langwedel-Daverden stand an. Das Paar landete auf dem fünften Platz in der A-Dressur, und Kuhlmann ist zufrieden: 'Das war seine erste Turniersaison.'

Mit seiner Trakehnerstute 'Dark Angel' hätte der Langwedelermoorer vielleicht gewonnen, doch die genießt ihre wohlverdiente Winterpause. Die neunjährige Rappstute war es auch, die er mit auf den Lehrgang nahm. Und so wie Kuhlmann sich für die Vielseitigkeit begeisterte, waren die Seminarleiter angetan von dem Pferd: 'Prädestiniert für die Disziplin', lautete deren Urteil. Im Februar bestritten Pferd und Reiter ihr erstes Turnier. In einer Halle in Uetzingen bei Walsrode sammelten sie Erfahrungen. 'Dark Angel hat an der Vielseitigkeit ebenso großen Spaß wie ich', freute sich Kuhlmann.

Im Laufe des Jahres folgten weitere Turniere, bei denen er für seinen Verein startete: im April in Ganderkesee, im Mai in Oberneuland, im Juni in Lahmstedt bei Bremerhaven, im September in Tarmstedt und im Oktober in Pennigsehl bei Nienburg. Meistens belegten Pferd und Reiter den fünften Platz. Höhepunkt war die Landesmeisterschaft im Reiterstadion in Hannover, die im Juli stattfand - Kuhlmann trat für den Verdener Kreisreiterverband im Geländeteil an und sammelte weitere Erfahrungen.

Es fehlt an Nachwuchsreitern

'Dem Kreisreiterverband fehlt es an Nachwuchsreitern in der Vielseitigkeit', sagte Irmtraud Kuhlmann, Vereinsvorsitzende und Mutter des Vielseitigkeitsfans. Kein Wunder, erfordert die Disziplin doch gründliche Vorbereitung und intensives Training für Pferd und Reiter. Außerdem Mut und Willensstärke, denn die fest installierten Sprünge haben es in sich: Beim Eulenloch beispielsweise wird durch ein Loch in einem Meter Höhe gesprungen. Oder der Wassersprung, einem Tiefsprung ins Wasser, dem einige Galoppsprünge im kühlen Nass folgen, bevor es über einen Baumstamm wieder hinausgeht. Doch Hauke Kuhlmann kann all das nicht schrecken: 'Wir lieben das Tempo und den Nervenkitzel', sagt er. 'Wir', das sind er und seine 'Dark Angel'.

Mit sechs Jahren begann Kuhlmann mit dem Reiten, erst unterrichtete ihn seine große Schwester Ute, ein Jahr später nahm er an seinem ersten Turnier in der Führzügelklasse teil. Es folgten Basisprüfung und Reiterwettbewerbe in der Dressur, dann der Wechsel zum Springen. 'Ich war sehr schlecht in der Dressur', gestand der Reiter. Jahrelang nahm er erfolgreich an Springturnieren in der Region teil. Alles Hobby - 'hauptberuflich' promoviert er an der Bremer Uni im Fach Neuere deutsche Literaturwissenschaft. Durch seinen Hannoveraner 'Dante' fand er wieder zum Dressurreiten zurück: 'Dante springt nur ungern.'

Kuhlmann hatte seine Prüfung schon hinter sich, da begrüßte Nele Mohrmann gerade den Schimmel 'Samor' - ihr Pony für die Führzügelklasse. Es war das dritte Turnier, an dem das Mädchen teilnahm. Der Wettbewerb war ihr so wichtig, dass sie dafür sogar ihre Geburtstagsfeier verschob - am Sonnabend wurde sie sieben Jahre alt. Aufgeregt lief Nele hin und her, hielt ihren Reithelm in feuchten Händen. 'Samor' stand gelassen neben ihr und strahlte eine unerschütterliche Ruhe aus, als wollte er sagen: Wir haben doch fleißig geübt. Seit einem Jahr nimmt Nele Reitstunden, in denen sie die Grundlagen erlernt: gerade sitzen, Augen nach vorn, Beine am Pferd halten. Das Üben hat sich ausgezahlt: Nele und 'Samor' kamen auf den dritten Platz.

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