Handball-Verbandsliga „Ich verspüre keine negativen Wellen“

Im Interview spricht Karsten Krone, Coach der SG Achim/Baden II, darüber, warum ihm der schwache Saisonstart mit acht Pleiten und lediglich einem Remis nicht seine Zuversicht nimmt.
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„Ich verspüre keine negativen Wellen“
Von Patrick Hilmes

Herr Krone, die SG Achim/Baden II nimmt als Aufsteiger in der Verbandsliga Nordsee derzeit den letzten Tabellenplatz ein. Bisher mussten acht Pleiten bei nur einem Unentschieden verbucht werden. Hatten Sie mit einem solch schlechten Saisonstart gerechnet?

Karsten Krone: Nein. Wir hatten viele unerwartete Rückschläge aufgrund von Verletzungen wegzustecken – Dominik Stoick, Sören Meier, Arne Zschorlich. Das war natürlich so nicht eingeplant.

Zudem stand vor der Saison bereits fest, dass mit Benjamin Janssens, Daniel Hoppe, Tim Borm und Florian Schacht die komplette Aufbau- und Abwehrreihe nicht mehr zur Verfügung stehen wird...

Das spielt noch zusätzlich da mit rein. Die waren allesamt eine Bank, vorne wie hinten. Solche Verluste sind für keine Mannschaft einfach wegzustecken. Dadurch ist unser eh schon kleiner Kader noch kleiner geworden. Daher war uns allen auch von vornherein klar, dass es eine sehr, sehr schwierige Saison wird. Durch die Abgänge und die Verletzungen fehlt uns die gesamte Eingespieltheit, die uns in den letzten Jahren ausgezeichnet hat. Der Nichtabstieg als Saisonziel ist immer ein blödes Ziel, aber angesichts dieser ganzen Umstände wäre alles andere vermessen gewesen. Im Grunde stehen wir dadurch da, wo wir uns auch erwartet hatten. Auch wenn wir in Spielen wie gegen Horneburg und Bramsche (22:28-Heimniederlage und 22:22-Remis beim Tabellenvorletzten, Anm. d. Red.) mehr Punkte hätten holen können.

Ist die derzeitige Bilanz einzig mit den Punkten „Abgänge“ und „Verletzte“ zu erklären, oder spielen noch andere Faktoren eine Rolle?

Wenn man einen Blick auf die Tabelle wirft, dann sieht man schnell, dass wir eine sehr schwere Gruppe in dieser Saison erwischt haben. Die vier Oberliga-Absteiger Elsflether TB, HSG Schwanewede/Neuenkirchen, TV Neerstedt und ATSV Habenhausen II stehen erwartungsgemäß ganz oben. Und die Aufsteiger wie wir und TuS Bramsche stehen ganz unten. Wie es bei Horneburg weitergeht, muss man abwarten. In der Breite, wenn alle zur Verfügung stehen, sehe ich uns besser als Horneburg aufgestellt. Wir müssen geduldig sein, bis wieder alle Spieler zurück sind. Auch das Zusammenspiel mit Malte Meyer und Noah Dreyer, die von der Ersten immer wieder zu uns stoßen, muss sich noch einspielen.

Sie und Ihr Team haben es im dritten Anlauf geschafft, die Landesliga nach oben hinaus zu verlassen. Die Euphorie war dementsprechend groß. Ist es nicht frustrierend, einen solchen Start hinzulegen? Hat das bereits die Stimmung in der Mannschaft getrübt?

Nein, wir sind nicht frustriert, die Stimmung ist nach wie vor prima. Wir reden viel über die Gründe der Niederlagen und richten uns an den positiven Dingen wieder auf.

Ist die Liga eine Nummer zu groß?

Nein. Ich muss sagen, dass ich richtig Bock auf diese Liga habe. Wir haben tolle Spiele gegen tolle Gegner. Das ist doch toll, dass wir gegen solche Mannschaften wie Fredenbeck II und so weiter spielen können. Es wäre unglaublich schade, wenn wir absteigen würden.

Kann der Abstieg noch verhindert werden?

Ja. Ich denke noch immer, dass wir die Klasse halten können. Ich denke weiterhin positiv, denn es ist noch nicht mal eine halbe Serie gespielt.

Was stimmt Sie so optimistisch?

Es gab genügend Spiele, in denen wir mithalten konnten. So auch zuletzt gegen Haren (30:41-Niederlage, 16:17 zur Pause, Anm. d. Red.), dort haben wir eine unglaublich starke erste Halbzeit gespielt. Oftmals ist es nur so, dass uns hinten raus aufgrund des kleinen Kaders etwas fehlt.

Der Sport bringt es mit sich, dass bei einer solch negativen Bilanz auch irgendwann die Trainerfrage gestellt wird. Haben Sie diesbezüglich schon Stimmen der Vereinsführung vernommen?

Nein, so etwas ist noch nicht zu mir vorgedrungen. In der Hinsicht habe ich nichts gemerkt, ich verspüre keine negativen Wellen. Im Gegenteil, ich bekomme ausschließlich Unterstützung von allen Seiten. Denn alle wissen, warum wir uns derzeit in dieser Situation befinden.

Genug der negativen Themen. Was gibt es bis dato an positiven Dingen festzuhalten?

Da ist ein Tjark Meyer, der sich in einem super Flow befindet. Er wird immer stärker, er hat Freude am Spiel und zeigt viel Engagement. Ein Moritz Schlebusch, der am Kreis spielen musste und dort seinen Mann gestanden hat. Und auch ein Max Schirmacher, der immer besser wird. Zwar fehlt ihm noch im körperlichen Bereich etwas, doch seine Ideen sind Gold wert.

Das Interview führte Patrick Hilmes.

Info

Zur Person

Karsten Krone (57)

hatte es mit der SG Achim/Baden II nach Jahren des knappen Scheiterns in der vergangenen Saison geschafft, in die Handball-Verbandsliga aufzusteigen. Nun sehen sich der Coach und die Mannschaft, die mittlerweile im vierten Jahr von ihm betreut wird, ihrer wohl schwierigsten Situation ausgesetzt – die SG Achim/Baden II ziert das Tabellenende und ist noch sieglos in der neuen Liga.

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